zur Armee in Russland?
zur Armee in Russland?
Hallo,
erstmal ein paar Worte zu mir, bin derzeit 18, gebürtiger Russe, lebe aber momentan in Deutschland, meine Eltern sind ausgewandert als ich 3 Jahre alt war. Wobei auch wenn ich in Deutschland aufgewachsen bin, war ich häufig in Russland zu Besuch, sprech lieber Russisch als Deutsch (wobei ich beides fließend beherrsche) und hab ich irgendwie immer mehr der "alten Heimat" verbunden gefühlt. Staatsbürgerschaft hab ich ne Duale, sowohl Deutsch als auch Russisch. Ich mach nächstes Jahr mein Abitur und was ich dann mache ist noch nicht entschieden, denn neben einer Karriere bei der bayerischen Landespolizei ziehe ich in Erwägung, nach Russland auszuwandern und dort zu den Sicherheitsorganen (Polizei, Armee, MWD, etc.) zu gehen. Allerdings frag ich mich jetzt, ob ich wegen meinem langen Deutschlandaufenthalt hier mit irgendwelchen Einschränkungen rechnen muss. Also, ob ich von bestimmten Karrierepfaden ausgeschlossen bin oder so.
Außerdem würde mich interessieren, wie die konkreten Karrierechancen denn so aussehen, vor allem bei der Armee. Was ich so gehört hab wird jetzt umstrukturiert, Offiziere werden entlassen, dafür sucht man mehr Unteroffiziere und Berufssoldaten sind allgemein gesucht. Außerdem muss man soviel ich weiß den Wehrdienst ableisten, bevor man als Berufssoldat anfangen kann. Stimmt das alles so?
Dann wollte ich noch fragen, wie es konkret mit dem Auswandern an sich aussieht. Brauch ich erst ne Wohnung in Russland, oder kann ich quasi gleich ausm Flieger aussteigen und ab zur Kaserne? Im Fall von Polizei, in DE ist es ja so, dass man Unterkunft von der Polizei bekommt, wie sieht es da in Russland aus? Krieg ich da auch was vom Staat oder muss ich mir selber was besorgen?
Letztlich stellt sich noch die Frage nach der Staatsbürgerschaft, ob ich dann die deutsche Staatsbürgerschaft ablegen müsste, bevor ich in den Staatsdienst treten kann.
mfG
erstmal ein paar Worte zu mir, bin derzeit 18, gebürtiger Russe, lebe aber momentan in Deutschland, meine Eltern sind ausgewandert als ich 3 Jahre alt war. Wobei auch wenn ich in Deutschland aufgewachsen bin, war ich häufig in Russland zu Besuch, sprech lieber Russisch als Deutsch (wobei ich beides fließend beherrsche) und hab ich irgendwie immer mehr der "alten Heimat" verbunden gefühlt. Staatsbürgerschaft hab ich ne Duale, sowohl Deutsch als auch Russisch. Ich mach nächstes Jahr mein Abitur und was ich dann mache ist noch nicht entschieden, denn neben einer Karriere bei der bayerischen Landespolizei ziehe ich in Erwägung, nach Russland auszuwandern und dort zu den Sicherheitsorganen (Polizei, Armee, MWD, etc.) zu gehen. Allerdings frag ich mich jetzt, ob ich wegen meinem langen Deutschlandaufenthalt hier mit irgendwelchen Einschränkungen rechnen muss. Also, ob ich von bestimmten Karrierepfaden ausgeschlossen bin oder so.
Außerdem würde mich interessieren, wie die konkreten Karrierechancen denn so aussehen, vor allem bei der Armee. Was ich so gehört hab wird jetzt umstrukturiert, Offiziere werden entlassen, dafür sucht man mehr Unteroffiziere und Berufssoldaten sind allgemein gesucht. Außerdem muss man soviel ich weiß den Wehrdienst ableisten, bevor man als Berufssoldat anfangen kann. Stimmt das alles so?
Dann wollte ich noch fragen, wie es konkret mit dem Auswandern an sich aussieht. Brauch ich erst ne Wohnung in Russland, oder kann ich quasi gleich ausm Flieger aussteigen und ab zur Kaserne? Im Fall von Polizei, in DE ist es ja so, dass man Unterkunft von der Polizei bekommt, wie sieht es da in Russland aus? Krieg ich da auch was vom Staat oder muss ich mir selber was besorgen?
Letztlich stellt sich noch die Frage nach der Staatsbürgerschaft, ob ich dann die deutsche Staatsbürgerschaft ablegen müsste, bevor ich in den Staatsdienst treten kann.
mfG
Re: zur Armee in Russland?
In Russland wirst du auch mit doppelter Staatsangehörigkeit nur als RF-Staatsbürger angesehen. Ich weiß leider nicht, ob für den Staatsdienst in RUS die Abgabe der fremden Staatsbürgerschaft zwingend erforderlich ist.
Zu den Karrierechancen kann ich dir nur soviel sagen: (offizieller) Lohn ist mager, Unterkunft schlecht. Hast zwar nach soundsoviel Dienstjahren Anspruch auf eine Wohnung, aber oft warten die Leute ewig. Jedes Dienstjahr zählt anderthalb oder sogar doppelt, dementsprechend früh kannst du in Rente, aber die ist natürlich auch mickrig. Dann kommt für viele die zweite Karriere als Anzugträger und Sicherheitsdienstler in irgendeinen Unternehmen... Die Kontraktniki stehen da vielleicht besser da, aber das weiß ich nicht genau. Ich würde den bundesdeutschen Dienst schon rein aus materiellen Gesichtspunkten attraktiver finden, aber auch aus anderen... außerdem: der Umgang in einer russischen Kaserne ist rauh, die Perspektiven sind ungewiss bis schlecht.
Ich will dich nicht grundsätzlich umstimmen, aber ich würde an deiner Stelle erst mal eine Zeit in Russland leben (nicht nur auf Besuch, sondern Alltag mit allen seinen Ecken und Kanten), und natürlich sollten für deine Fragen die ersten Ansprechpartner Leute vor Ort sein, die dir genau sagen können, was dich dort bei Polizei / Armee erwartet. Such dir ein russisches Forum oder schreib mal an eine Dienststelle, das ist sicher ergiebiger als unsere bescheidenen und laienhaften Auskünfte als Nichtbetroffene
PS: Bisher hatten wir immer nur Anfragen von Leuten, die sich fürchteten, beim nächsten Besuch in der RF zum Wehrdienst eingezogen zu werden... danke für die Abwechslung :-P
Zu den Karrierechancen kann ich dir nur soviel sagen: (offizieller) Lohn ist mager, Unterkunft schlecht. Hast zwar nach soundsoviel Dienstjahren Anspruch auf eine Wohnung, aber oft warten die Leute ewig. Jedes Dienstjahr zählt anderthalb oder sogar doppelt, dementsprechend früh kannst du in Rente, aber die ist natürlich auch mickrig. Dann kommt für viele die zweite Karriere als Anzugträger und Sicherheitsdienstler in irgendeinen Unternehmen... Die Kontraktniki stehen da vielleicht besser da, aber das weiß ich nicht genau. Ich würde den bundesdeutschen Dienst schon rein aus materiellen Gesichtspunkten attraktiver finden, aber auch aus anderen... außerdem: der Umgang in einer russischen Kaserne ist rauh, die Perspektiven sind ungewiss bis schlecht.
Ich will dich nicht grundsätzlich umstimmen, aber ich würde an deiner Stelle erst mal eine Zeit in Russland leben (nicht nur auf Besuch, sondern Alltag mit allen seinen Ecken und Kanten), und natürlich sollten für deine Fragen die ersten Ansprechpartner Leute vor Ort sein, die dir genau sagen können, was dich dort bei Polizei / Armee erwartet. Such dir ein russisches Forum oder schreib mal an eine Dienststelle, das ist sicher ergiebiger als unsere bescheidenen und laienhaften Auskünfte als Nichtbetroffene
PS: Bisher hatten wir immer nur Anfragen von Leuten, die sich fürchteten, beim nächsten Besuch in der RF zum Wehrdienst eingezogen zu werden... danke für die Abwechslung :-P
Du erntest, was du säst.
-
m1009
Re: zur Armee in Russland?
In der letzen Woche wurde bekanntgegeben (Radio), das die Besoldung deutlich erhoet wird. So soll ein Feldwebel/сержант angeblich, in Zukunft, ab 40.000Rub als Sold bekommen.manuchka hat geschrieben: Zu den Karrierechancen kann ich dir nur soviel sagen: (offizieller) Lohn ist mager,
Re: zur Armee in Russland?
übrigens ist Gewalt ein Problem in der Armee und auch in den Innentruppen, ich hoffe Dir ist klar was dort abgeht. Die Selbstmordrate ist noch immer sehr hoch.
- Zejtnot
- Globaler Moderator

- Beiträge: 14590
- Registriert: 30 Jun 2006, 11:25
- Wohnort: Sibirien, Sachsen
Re: zur Armee in Russland?
Ich schließe mich Manuchka soweit an.
Ausgeschlossen wäre wohl der Dienst bei der russischen Armee, wenn Du zuvor bereits für die Bundeswehr gedient hättest. Aber ansonsten sucht die russische Armee auch eher qualifizierte Leute. Ich denke irgendwann stößt man mit einem deutschen Zweitpass sicher an eine gläserne Decke, und steigt nicht mehr auf. Ob dies eventuell sogar in Gesetzes verankert ist, weiß ich nicht. Aber da die russische Armee sehr aktiv sucht, kann man das sicher über irgendeine Webseite oder Hotline herausfinden! Ansonsten im Voenkomat der potentiellen Heimatstadt in Russland anfragen.
Natürlich sollte man das Thema Gewalt in der Truppe, schlechte Lebensbedingungen, Gefahr von Kaukasus-Einsätzen und niedriger Lohn nicht unterschätzen!
Du müsstest Dich sicher zunächst in Russland irgendwo registrieren, um ein zuständiges Voenkomat zu erhalten - aber auch das wird man Dir bei der Armee genauer sagen können, als wir es hier können.
Ausgeschlossen wäre wohl der Dienst bei der russischen Armee, wenn Du zuvor bereits für die Bundeswehr gedient hättest. Aber ansonsten sucht die russische Armee auch eher qualifizierte Leute. Ich denke irgendwann stößt man mit einem deutschen Zweitpass sicher an eine gläserne Decke, und steigt nicht mehr auf. Ob dies eventuell sogar in Gesetzes verankert ist, weiß ich nicht. Aber da die russische Armee sehr aktiv sucht, kann man das sicher über irgendeine Webseite oder Hotline herausfinden! Ansonsten im Voenkomat der potentiellen Heimatstadt in Russland anfragen.
Natürlich sollte man das Thema Gewalt in der Truppe, schlechte Lebensbedingungen, Gefahr von Kaukasus-Einsätzen und niedriger Lohn nicht unterschätzen!
Du müsstest Dich sicher zunächst in Russland irgendwo registrieren, um ein zuständiges Voenkomat zu erhalten - aber auch das wird man Dir bei der Armee genauer sagen können, als wir es hier können.
Re: zur Armee in Russland?
Ich meine, dass man in Russland weder bei Armee noch bei Polizei einen Beamtenstatus kennt, der dem deutschen entspricht. Letztlich bedeutet das, dass ein Polizist oder Offizier ein Angestellter beim Staat ist, der einfach entlassen werden kann, wenn es irgendjemandem so passt. Habe das in letzter Zeit bei paar jungen Armeeoffizieren gesehen. Denen hat der Job tatsaechlich gefallen, sie haben sich auf eine Karriere als Armeeoffizier gefreut, und dann hat die Armee sie einfach wegen Stellenkuerzungen hinausgeworfen.
Re: zur Armee in Russland?
zur Ergänzung: die Marine sucht händeringend nach fähigen Offizieren. Die Ansprüche einer modernen Marine sind deutlich höher als für Panzerfahrer und sonstiges Kanonenfutter und dementsprechend hat die Marine Probleme bei der Rekrutierung von Spezialisten.
Die Bezahlung ist auch wesentlich höher, da es sehr hohe Zulagen für diejenigen gibt, die sich auch tatsächlich aufs Meer wagen ....
Die Bezahlung ist auch wesentlich höher, da es sehr hohe Zulagen für diejenigen gibt, die sich auch tatsächlich aufs Meer wagen ....
- Saboteur
- Globaler Moderator

- Beiträge: 3461
- Registriert: 24 Jul 2006, 23:02
- Wohnort: Berlin
- Kontaktdaten:
Re: zur Armee in Russland?
ich kenne auch einen "deutsch-russen" der das so machen wollte. Hat es sich dan aber anders überlegt als er sich mit der Realität beschäftigt ha... und die Berichte aus der Armee (auch von einigen Bekannten) sind abschreckend.
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...
- bella_b33
- Ehrenmitglied

- Beiträge: 13051
- Registriert: 27 Apr 2008, 06:24
- Wohnort: nahe Saransk/Mordowien
Re: zur Armee in Russland?
..find ich richtig so. Sonst würde man sich ja noch mehr auf seinem Posten ausruhen als ohnehin schonAndy hat geschrieben:Ich meine, dass man in Russland weder bei Armee noch bei Polizei einen Beamtenstatus kennt, der dem deutschen entspricht. Letztlich bedeutet das, dass ein Polizist oder Offizier ein Angestellter beim Staat ist, der einfach entlassen werden kann
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!

