Und das war ja alles soooo praxisrelevant...
Wir hatten noch zwei Wochen PA (Praktische Arbeit) dazu, wo wir irgendwelche Eckteile aus Metall sägen, feilen, bohren mussten, die für die Braunkohlecontainer von Schwarze Pumpe als Verschleißteile eingesetzt wurden. War eine Abwechslung zur Schule, ich hatte das erste Mal Schwielen an den Händen, und ich habe seit der Arbeitsschutz-Erklärungen damals hohen Respekt vor Standbohrmaschinen, weil ich weiß, was passieren kann, wenn Mädels mit ihren langen Haaren da rein kommen... aber sonst??? In ESP haben wir Schaltkreise gebaut, Parallel- und Kettenschaltung. War auch interessant, aber berufsvorbereitend sicher nicht.
Außerdem hast du sicher vergessen, dass nicht die Betriebe ihre Arbeiter entdeckten, sondern dass die Schulabgänger da und dort hinkommandiert wurden. Sowas wie bewerben gab's ja gar nicht richtig. Und einen Job bekamen so auch die, die in der Schule nix konnten und nix wollten, die mussten auch untergebracht werden.
Bissel differenzieren wäre schon gut.
PS: Ich hab kein reiches Elternhaus und trotzden Abi und Hochschulabschluss, ich musste halt 2 Jobs machen neben dem Studium, aber wie man sieht: Bildung geht auch ohne große Kohle. Das Problem ist eher die "Ich will bitte alles in den Arsch geschoben haben"-Mentalität vieler. Aber manchmal muss man selbigen Arsch ein wenig zusammenkneifen, bissel härter arbeiten und auf die eine oder andere Annehmlichkeit verzichten, damit man vorwärts kommt.
Du erntest, was du säst.