Adoption russisches Kind
Adoption russisches Kind
Vorab: Die von mir gestellte Frage betrifft nicht mich (ich habe zum Glück mehrere gesunde Kinder). Ein befreundetes Paar hat letztes Jahr nach längerer Krankheit das einzige Kind verloren. Nachdem sie verständlicherweise erstmal in tiefes Loch gefallen sind, stellt sich nun die Frage wie sie ihrem leben wieder einen Sinn geben können. Eine Adoption wäre natürlich die beste Lösung den beiden wieder eine wirkliche Aufgabe geben zu können.
Das Problem dabei ist, dass beide mittlerweile über 50 sind (Sie 52, er 53), eine Adoption in Deutschland scheidet schon mal aus.
Beide sprechen leider kein russisch. Da die beiden ihr Leben lang selbständig gearbeitet haben, wären entstehende Kosten kein Problem und die Frau hätte ganztags Zeit sich um das Kind zu kümmern.
Gibt es für die beiden eine realistische Chance in Russland ein Kind zu adoptieren?
Vorab Danke für Eure Einschätzungen.
Das Problem dabei ist, dass beide mittlerweile über 50 sind (Sie 52, er 53), eine Adoption in Deutschland scheidet schon mal aus.
Beide sprechen leider kein russisch. Da die beiden ihr Leben lang selbständig gearbeitet haben, wären entstehende Kosten kein Problem und die Frau hätte ganztags Zeit sich um das Kind zu kümmern.
Gibt es für die beiden eine realistische Chance in Russland ein Kind zu adoptieren?
Vorab Danke für Eure Einschätzungen.
Re: Adoption russisches Kind
Spontan würde ich sagen: nein. Ohne jeglichen Bezug zum Land und entsprechende Kontakte halte ich es für fast unmöglich. Natürlich gibt es immer Mittel und Wege, z.B. über irgendwelche Agenturen, aber da hatten wir im Forum schon einen Fall, wo sich seit Jahren im Adoptionsverfahren nichts tut und die Agentur irgendwie auch nicht weiterhilft... Ich hab vor kurzem ein Paar bei einer Adoption in RUS bisschen "begleitet", aber das lief als Inlandsadoption, weil beide in RUS leben, ganz anderer Fall und schon kompliziert genug. Wenn man das vom Ausland aus machen will und die Sprache nicht spricht und eben keinen Bezug zum Land hat... ich rate ab, sich da Hoffnungen zu machen.
Du erntest, was du säst.
Re: Adoption russisches Kind
http://www.saarbruecker-zeitung.de/aufm ... 56,4574627
War auch in der ARD Mediathek...
http://www.mdz-moskau.eu/einmal-irkutsk-und-zuruck/
http://russland-heute.de/gesellschaft/2 ... 24861.html
Ich kenn selbst Eltern, die Kinder adoptiert haben und kein Russisch sprechen. Es war sehr teuer, nervenaufreibend und zeitintensiv - aber sie sind überglücklich. Falls Russland zu problemtisch* ist, kann man sich ggf auf Richtung Ukraine oder Moldavien orientieren. In den einschlägigen Foren sollten kompetente Agenturen und Erfahrungen von Adoptiveltern zu finden sein. http://www.wunschkinder.net/infosammlung/Adoption
* "Das Bundesamt für Justiz informiert darüber, dass am 25. Juni 2013 der russische Abteilungsleiter Vladimir Kabanov das Familienministerium besucht hat. Er informierte darüber, dass noch im Juli 2013 ein Gesetz verabschiedet werden soll, mit dem eine Ergänzung des russischen Familiengesetzbuches erfolgen wird. Dadurch werden Adoptionen durch Einzelpersonen aus Aufnahmestaaten, in denen eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft rechtlich möglich ist, verboten werden. Betroffen sind auch laufende Vermittlungsverfahren, soweit das gerichtliche Verfahren in Russland noch nicht eingeleitet." http://www.adoptionsinfo.de/
War auch in der ARD Mediathek...
http://www.mdz-moskau.eu/einmal-irkutsk-und-zuruck/
http://russland-heute.de/gesellschaft/2 ... 24861.html
Ich kenn selbst Eltern, die Kinder adoptiert haben und kein Russisch sprechen. Es war sehr teuer, nervenaufreibend und zeitintensiv - aber sie sind überglücklich. Falls Russland zu problemtisch* ist, kann man sich ggf auf Richtung Ukraine oder Moldavien orientieren. In den einschlägigen Foren sollten kompetente Agenturen und Erfahrungen von Adoptiveltern zu finden sein. http://www.wunschkinder.net/infosammlung/Adoption
* "Das Bundesamt für Justiz informiert darüber, dass am 25. Juni 2013 der russische Abteilungsleiter Vladimir Kabanov das Familienministerium besucht hat. Er informierte darüber, dass noch im Juli 2013 ein Gesetz verabschiedet werden soll, mit dem eine Ergänzung des russischen Familiengesetzbuches erfolgen wird. Dadurch werden Adoptionen durch Einzelpersonen aus Aufnahmestaaten, in denen eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft rechtlich möglich ist, verboten werden. Betroffen sind auch laufende Vermittlungsverfahren, soweit das gerichtliche Verfahren in Russland noch nicht eingeleitet." http://www.adoptionsinfo.de/
Re: Adoption russisches Kind
"Möglich" ist das bestimmt irgendwie - Agenturen verdienen ja gutes Geld mit diesem Geschäft.
Ob es in einem Alter, in denen andere Paare Großeltern werden, sinnvoll und dem Kindeswohl dienlich ist, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren, um dem eigenen Leben einen Sinn zu geben - dieser Frage muss man sich wohl ernsthaft stellen.
Zumal man sich auch der Tatsache bewusst sein muss, dass man in den seltensten Fällen ein fröhlich glucksendes, rosiges, kerngesundes Baby überreicht bekommt. Adoptivkinder aus Russland haben oft FAS mit unklarer Entwicklungsprognose, sind vernachlässigt und/oder entwicklungsverzögert.
Zudem dauert der Prozess von dem Ausfüllen der ersten Adoptionsunterlagen bis hin zur eigentlichen Adoption oft mehrere Jahre. D.h. das Paar wäre dann Mitte Fünfzig, bis es ein Kind in Empfang nehmen kann, und Anfang/Mitte Siebzig, bis das Kind dann hoffentlich in die Selbstständigkeit entlassen werden kann. Das ist doch eigentlich ein Alter, in dem man sich nicht mehr mit der Frage herumschlagen möchte, ob Junior am begleiteten Fahren mit 17 teilnehmen möchte oder nicht oder ob zwei Schnäpse auf einer Party okay sind.
Ich würde mir an Stelle des Paares überlegen, ob ich nicht mit etwas anderem meinem Leben einen neuen Sinn geben kann, bzw. mich sehr umfassend auch über die Nachteile einer Auslandsadoption informieren (Bindungsstörung, Entwicklungsverzögerungen, etc.pp.).
Ob es in einem Alter, in denen andere Paare Großeltern werden, sinnvoll und dem Kindeswohl dienlich ist, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren, um dem eigenen Leben einen Sinn zu geben - dieser Frage muss man sich wohl ernsthaft stellen.
Zumal man sich auch der Tatsache bewusst sein muss, dass man in den seltensten Fällen ein fröhlich glucksendes, rosiges, kerngesundes Baby überreicht bekommt. Adoptivkinder aus Russland haben oft FAS mit unklarer Entwicklungsprognose, sind vernachlässigt und/oder entwicklungsverzögert.
Zudem dauert der Prozess von dem Ausfüllen der ersten Adoptionsunterlagen bis hin zur eigentlichen Adoption oft mehrere Jahre. D.h. das Paar wäre dann Mitte Fünfzig, bis es ein Kind in Empfang nehmen kann, und Anfang/Mitte Siebzig, bis das Kind dann hoffentlich in die Selbstständigkeit entlassen werden kann. Das ist doch eigentlich ein Alter, in dem man sich nicht mehr mit der Frage herumschlagen möchte, ob Junior am begleiteten Fahren mit 17 teilnehmen möchte oder nicht oder ob zwei Schnäpse auf einer Party okay sind.
Ich würde mir an Stelle des Paares überlegen, ob ich nicht mit etwas anderem meinem Leben einen neuen Sinn geben kann, bzw. mich sehr umfassend auch über die Nachteile einer Auslandsadoption informieren (Bindungsstörung, Entwicklungsverzögerungen, etc.pp.).
Re: Adoption russisches Kind
Danke für Eure Infos. Natürlich ist es ein Problem dass die beiden kein russisch sprechen, ich habe aber einige Personen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland in meinem Bekanntenkreis die bei der "Behörden-Tretmühle" und in der ersten Phase des Aufenthalts behilflich sein würden.
Weiterhin sollten die beiden auch aus meiner Sicht kein Kleinkind mit 2 Jahren adoptieren, ich denke das würden auch die Behörden nicht akzeptieren - aber wenn wir jetzt mal von einem Alter des Kindes von 10 - 13 Jahren ausgehen, dann passt doch die Relation wieder.
Weiterhin sollten die beiden auch aus meiner Sicht kein Kleinkind mit 2 Jahren adoptieren, ich denke das würden auch die Behörden nicht akzeptieren - aber wenn wir jetzt mal von einem Alter des Kindes von 10 - 13 Jahren ausgehen, dann passt doch die Relation wieder.
- Saboteur
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Re: Adoption russisches Kind
hmmm aber wie kann man denn allenernstes denken, dass eine Adoption eines 10-13 jährigen Kindes dessen Sprache man nicht spricht gut sein kann??? Aber okay, ist vielleicht nicht der richtige Thread für diese Diskussion...
aus aktuellem Anlass wollte ich hierauf verweisen:
Quelle:austausch.org
"Mama, ich bringe dich um"- 29.8., 19.30 Uhr, WABE Berlin: Film und Diskussion zu Heimkindern in Russland
Im Rahmen ihrer gemeinsamen Veranstaltungsreihe "ostEUROPA bewegt" präsentieren der DRA, iDecembrists e.V. und Werner Schulz (MdEP) am 29.8., 19.30 Uhr, im Berliner Kulturzentrum WABE den Dokumentarfilm über Waisenkinder in Russland "Mama, ich bringe Dich um" ("Mama, ja ubju tebja"; 2013) mit anschließender Diskussion unter dem Titel "Heimkinder in Russland: Von der Politik vereinnahmt, von der Fürsorge ausgespart?" Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. folgende Fragen: Welche Chancen und Probleme haben Heimkinder in Russland, welcher Reformbedarf besteht beim Umgang mit ihnen, und inwiefern sind sie Spielball politisch motivierter Entscheidungen? Wie hat sich ihre Situation seit dem Adoptionsverbot für US-Bürger (Ende 2012) und Homosexuelle verändert? Welche Perspektiven und Risiken bergen ausländische Adoptionen? Wie organisiert die deutsche Gesellschaft die Hilfe für verwaiste Kinder, und welche alternativen Konzepte gibt es? Die Podiumsgäste sind die Regisseurin des gezeigten Films, Elena Pogrebizhskaya (Moskau), Margarete von der Borch, Präsidentin der Behindertenhilfe-NGO "Perspektivy", St. Petersburg, Prof. Regina Rätz, Expertin für Jugendhilfe, Alice-Salomon-Hochschule, Berlin (angefragt), und Stefan Melle, Geschäftsführer des DRA/Berlin. Die Moderation hat Mischa Gabowitsch, Soziologe und Russland-Experte des Einstein-Forums Potsdam. Der Film wird auf Russisch mit englischen Untertiteln gezeigt, die Diskussion deutsch/russisch gedolmetscht. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Anfahrt mit dem ÖPNV zum Kulturzentrum WABE, Berlin-Prenzlauer Berg, Danziger Str. 101: TRAM M10 (Winsstr.), M4 (Danziger Str./Greifswalder Allee), M2 (Prenzlauer Allee/Danziger Str.), S-Bahn (S 4, S 8, S 85) Prenzlauer oder Greifswalder Allee.
aus aktuellem Anlass wollte ich hierauf verweisen:
Quelle:austausch.org
"Mama, ich bringe dich um"- 29.8., 19.30 Uhr, WABE Berlin: Film und Diskussion zu Heimkindern in Russland
Im Rahmen ihrer gemeinsamen Veranstaltungsreihe "ostEUROPA bewegt" präsentieren der DRA, iDecembrists e.V. und Werner Schulz (MdEP) am 29.8., 19.30 Uhr, im Berliner Kulturzentrum WABE den Dokumentarfilm über Waisenkinder in Russland "Mama, ich bringe Dich um" ("Mama, ja ubju tebja"; 2013) mit anschließender Diskussion unter dem Titel "Heimkinder in Russland: Von der Politik vereinnahmt, von der Fürsorge ausgespart?" Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. folgende Fragen: Welche Chancen und Probleme haben Heimkinder in Russland, welcher Reformbedarf besteht beim Umgang mit ihnen, und inwiefern sind sie Spielball politisch motivierter Entscheidungen? Wie hat sich ihre Situation seit dem Adoptionsverbot für US-Bürger (Ende 2012) und Homosexuelle verändert? Welche Perspektiven und Risiken bergen ausländische Adoptionen? Wie organisiert die deutsche Gesellschaft die Hilfe für verwaiste Kinder, und welche alternativen Konzepte gibt es? Die Podiumsgäste sind die Regisseurin des gezeigten Films, Elena Pogrebizhskaya (Moskau), Margarete von der Borch, Präsidentin der Behindertenhilfe-NGO "Perspektivy", St. Petersburg, Prof. Regina Rätz, Expertin für Jugendhilfe, Alice-Salomon-Hochschule, Berlin (angefragt), und Stefan Melle, Geschäftsführer des DRA/Berlin. Die Moderation hat Mischa Gabowitsch, Soziologe und Russland-Experte des Einstein-Forums Potsdam. Der Film wird auf Russisch mit englischen Untertiteln gezeigt, die Diskussion deutsch/russisch gedolmetscht. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Anfahrt mit dem ÖPNV zum Kulturzentrum WABE, Berlin-Prenzlauer Berg, Danziger Str. 101: TRAM M10 (Winsstr.), M4 (Danziger Str./Greifswalder Allee), M2 (Prenzlauer Allee/Danziger Str.), S-Bahn (S 4, S 8, S 85) Prenzlauer oder Greifswalder Allee.
помню айнц цвай полицай. все там с ума сходили. Под самогон...
Re: Adoption russisches Kind
Wirklich eine "tolle" Idee, einen Teenager zu adoptieren und in ein fremdes Land zu holen, wo der sich weder mit den Adoptiveltern, noch mit sonstwem unterhalten kann... wie stellen die sich das vor??? gerade wo die Pubertaet ja so ein besonders einfaches Alter ist, in dem Eltern und Kinder sich oft genug nicht verstehen, selbst wenn sie die gleiche Sprache sprechen. Ob man bei so einer Sache mal zuerst daran denkt, was fuer das potentielle Adoptivkind (beinahe haette ich "Opfer" geschrieben) das Beste ist, anstatt nur die Interessen der Erwachsenen zu sehen?
Du erntest, was du säst.
- Axel Henrich
- Zar/iza

- Beiträge: 5782
- Registriert: 16 Aug 2004, 20:38
- Wohnort: Gera - Thueringen / Rasskasowo - Tambowski Oblast
Re: Adoption russisches Kind
Interessant und absolut sehenswert!Saboteur hat geschrieben: "Mama, ich bringe dich um"- 29.8., 19.30 Uhr, WABE Berlin: Film und Diskussion zu Heimkindern in Russland
Trailer bei YouTube vermitteln einen guten Eindruck.
[youtube]caRQI5nnCnY[/youtube]
Online momentan noch nicht zu sehen, weil die Vorstellung im Rahmen "Открытый показ" noch läuft, aber die Regisseurin informiert über Facebook wenn der Film auch Online verfügbar ist.
Gab auch ne recht interessante Diskussion darüber nach der Auffuehrung in Moskau - auf ria als Video verfügbar.
@Manu: dito
-ah-
Re: Adoption russisches Kind
Der Film war schon mal im Netz, hier nämlich http://24doc.ru/project/6343/video/3184 aber wurde offensichtlich entfernt.
Du erntest, was du säst.
Re: Adoption russisches Kind
alder hat geschrieben:Danke für Eure Infos. Natürlich ist es ein Problem dass die beiden kein russisch sprechen, ich habe aber einige Personen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland in meinem Bekanntenkreis die bei der "Behörden-Tretmühle" und in der ersten Phase des Aufenthalts behilflich sein würden.
Weiterhin sollten die beiden auch aus meiner Sicht kein Kleinkind mit 2 Jahren adoptieren, ich denke das würden auch die Behörden nicht akzeptieren - aber wenn wir jetzt mal von einem Alter des Kindes von 10 - 13 Jahren ausgehen, dann passt doch die Relation wieder.
Ausländische Paare müssen in Russland immer über Agenturen gehen, wenn sie ein russisches Kind adoptieren möchten - auch mit russischsprechenden Freunden kommt man um das offizielle Verfahren nicht herum. Ich hoffe sehr, dass die Behörden zum Wohle des Kindes (!) die Adoption eines 10-13jährigen russischen Kindes an ein Ehepaar in diesem Alter nicht erlauben. Damit schafft man sich nämlich keinen "Sinn im Leben", sondern Probleme vielfältiger Art für sich selbst und das Kind. Oder könntest du dir wirklich vorstellen, dass zum Beispiel der in dem Trailer gezeigte Sasha, der zur Elitetruppe der Armee möchte und so ungefähr wahrscheinlich 13,14 Jahre alt ist, sich problemlos in das Leben dieses Ehepaars einfügen würde? Zwar mögen die objektiven Umstände in dieser deutschen Familie, die sich ja bestimmt ein solides Leben mit Auto, Wohnung/Haus, Urlaub etc. aufgebaut hat, tausend mal besser sein als in jedem Waisenhaus, aber Kinder sind keine Möbelstücke, die man beliebig verfrachten kann. Und jedes dieser Kinder hat ein "Päckchen" zu tragen, manche gar ganze Pakete. Dessen muss man sich bewusst sein.
Ich sehe da zwei Ansatzpunkte: Man will einen Sinn im Leben. Diesen Wunsch verstehe ich und ungewollte Kinderlosigkeit muss extrem belastend sein, aber russische Waisenkinder in der Pubertät sind nicht Mittel zum Zweck der Beseitigung einer inneren Leere. Übrigens muss auch das deutsche Jugendamt Gutachten über die Adoptionsbewerber abgeben, in denen deren Motivation kritisch hinterfragt wird.
Und zweitens: Man will das Leid russischer Waisenkinder verhindern. Ist ein sehr achtenswerter und notwendiger Ansatz, aber dafür könnte und müsste man auf politischer Ebene aktiv werden. Man könnte bsp. russische NGOs unterstützen, die sich für Waisenkinder einsetzen, Lobbyarbeit betreiben, sein vorhandenes Vermögen in Bildungsprogramme für die Ausbildung russischer Sozialarbeiter und Psychologen investieren etc.pp.
Ich habe selbst mit behinderten Kindern in Russland gearbeitet, die (noch) in ihren Familien waren. Dort gab es von ausländischen NGOs finanzierte Programme zur Stärkung der Eltern, damit diese eben nicht aus lauter Verzweiflung ihre Kinder ins Heim geben. Wenn sich das Ehepaar wirklich für die Verbesserung der Situation russischer Waisen einsetzen möchte, könnte sie sich doch in solchen Programmen engagieren.
