Besuchervisum abgelehnt (Schwieriger Fall, glaube Ich)

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.
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Sacume
Grünschnabel
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Besuchervisum abgelehnt (Schwieriger Fall, glaube Ich)

Beitrag von Sacume »

Hallo liebe Leute! Nach etlichen erfolglosen Telefonaten und Internetrecherchen frag ich doch mal im Forum, wo wahrscheinlich dutzende kompetentere Leute anwesend sind, als in jeder Botschaft.
Ich habe auch hier im Forum schon etliche Threads durchstöbert, die ein ähnliches Thema behandeln. Leider ist jeder Fall sehr unterschiedlich, ich bin zudem absolut unerfahren, was Visumbestimmungen angeht.
Ich hoffe einfach mal, dass mir hier jemand weiterhelfen kann, ich bin nämlich ziemlich am Ende.

Hier die Situation:
Ich habe seit 2 Jahren eine Freundin aus Russland und wie lieben uns (soweit ich das sagen kann) über alles. Alle 2 Monate flieg ich per Touristen-Visum nach Russland. Leider ist die Beziehung ziemlich schwer auf diese Distanz. Sie lebt in St. Petersburg bei einer Freundin, ist aber offiziell bei Ihren Eltern in Ischewsk registriert. Ich hab ihr eine Verpflichtserklärung und eine Einladung mit der Erläuterung des Reisezwecks geschickt und sie fuhr mit dem Zug nach KAZAN in die dortige Aussenstelle des Generalkonsulats Moskau, um ein Besuchervisum zu beantragen.
Gestern kam die Ablehnung, weil "kein Grund zur Rückreise nach Russland" besteht bzw. nicht nachgewiesen werden kann.

Hier das Problem:
Der Grund zur Rückreise kann wirklich nicht bewiesen werden, weil es den tatsächlich nicht gibt. Aber natürlich würde Sie zurückkehren, ich würde doch keine illegalen Einwanderer bei mir wohnen lassen und ich verstehe die Sorgen ehrlich gesagt nicht. Sie wohnt ja offiziell bei Ihren Eltern und arbeitet seit einem Jahr nicht mehr, da ich sie finanziere. (Ich habe ein gutes Einkommen und lebe sparsam, also sende ich ihr jeden Monat Geld)
Ich würde halt gerne einmal länger als nur 2 Wochen mit ihr zusammensein um zu sehen, ob wir uns nicht auf den Geist gehen. Ich würde sie dann auch heiraten. Aber alles offiziell und mit legalem Visum.
Nur vorweg: Dass sie Ihren Job als Kellnerin aufgibt, hab ich ihr vorgeschlagen und sie hat erst nach 2 Monaten eingewilligt, da sie mich nicht ausnutzen will. Ist also nicht so, dass ich ein Opfer einer Schwinderlin bin :)
In der formlosen Einladung hab ich geschrieben, dass sie eine gute Freundin von mir ist und ich ihr gerne die deutsche Kultur zeigen würde, das Oktoberfest besuchen, in den Europapark Russland fahren und einfach mit ihr Zeit verbringen. (Bis zu maximal 90 Tage)
Die Verpflichtserklärung und alle Dokumente waren in Ordnung.

Ich hab ja quasi die Beziehung verschwiegen, weil ich vermeiden wollte, dass das Konsulat denkt, ich würde sie heimlich heiraten. War das ein Fehler? Eine Remonstration wäre ja sinnlos in dem Fall, da ich ja entweder die "Lüge" (die ich nur mit besten Absichten erzählt habe) zugeben und somit meine Chance komplett verwirken.

Jetzt weiß ich nicht, was ich tun soll...Muss ich Ihr erst eine Wohnung in Russland kaufen, damit sie mich besuchen darf?

Entschuldigt den langen Text. Liebe Grüße aus Ingolstadt!
Anelya
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Re: Besuchervisum abgelehnt (Schwieriger Fall, glaube Ich)

Beitrag von Anelya »

Sacume hat geschrieben: wo wahrscheinlich dutzende kompetentere Leute anwesend sind, als in jeder Botschaft.
Würde ich so nicht sagen - dort werden einfach geltende Gesetze angewandt, die in eurem Fall leider gegen euch sprechen. Denn eine Rückkehrbereitschaft ist nun wirklich unwahrscheinlich, wenn du die Freundin gleich für 90 Tage eingeladen hast und sie auch noch ihren Job aufgegeben hat, d.h. ganz von dir abhängig ist. Nein, eine Wohnung musst du ihr nicht kaufen. Ich würde an deiner Stelle entweder ein Visum zur Eheschließung in Deutschland beantragen (ist ein bißchen Papierkram in der Vorarbeit), das wird für 90 Tage vergeben. Gegen Ende der 90 Tage kannst du dann gemeinsam mit ihr entscheiden, ob ihr heiratet (dann kann sie eine Aufenthaltsgenehmigung beantragen), oder ob das ganze doch nichts wird. Dann kann sie problemlos wieder nach Russland ausreisen. Das würde ich natürlich nur machen, wenn du sicher bist, sie auch wirklich zu 99% heiraten zu wollen, denn der Papierkram ist beachtlich und "einfach mal so" heiratet man schließlich nicht.

Oder Remonstrieren, noch einmal alle (dürftigen) Faktoren aufzählen, warum sie wieder zurück nach Russland reisen wird, und einen Reisezeitraum von 10-14 Tagen beantragen. Vielleicht klappt es ja. Die Mitarbeiter in den Konsulaten sind übrigens auch nicht blöd und wissen, dass du nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit eine dreimonatige Oktoberfest-Europaparksause für eine alleinstehende Russin organisierst.

Übrigens kann ich persönlich nicht nachvollziehen, warum du deine Freundin geradezu aufgefordert hast, ihre Arbeit aufzugeben! Zwar mag sie in deinen Augen dort Kopeken verdient haben, aber ich persönlich finde es leicht befremdlich, eine Freundin in Russland zu finanzieren, die zu Hause sitzt und Däumchen dreht. Ich könnte es ja noch verstehen, wenn ihr Kinder und einen gemeinsamen Haushalt hättet und du einfach das klassische Rollenmodell leben möchtest - aber so? Zumal sie mit dem Nachweis eines festen Jobs und einem Brief des Chefs, dass sie 2 Wochen Urlaub hat, wahrscheinlich auch problemlos das Besuchsvisum bekommen hätte....
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Re: Besuchervisum abgelehnt (Schwieriger Fall, glaube Ich)

Beitrag von Zejtnot »

Ich denke inkompetent sind die Mitarbeiter in der Botschaft eher nicht. Jedoch ist es in der Tat schwierig, telefonisch eine hilfreiche Antwort zu erhalten. Wenn man sich jedoch vorstellt, dass jeder deutsche Mitarbeiter offensichtlich bis zu 100 Visa am Tag bearbeiten muss, so ist klar, dass eine ausführliche telefonische Beratung nicht realistisch ist. Aus diesem Grund landet man zunächst bei einer Ortskraft, die einen mit "Phrasen" abwimmeln muss.

Per E-Mail erhält man jedoch meist bessere Informationen.

Ich sehe es ähnlich wie Anelya: Es spricht wirklich kaum etwas für die Rückkehrwilligkeit Deiner Freundin. Kein Job, kein guter Lohn, kein Eigentum, Familie sowieso weit weg, sofort gleich 90 Tage und dann noch von einem Mann finanziert, der nicht einmal zugibt, der Freund zu sein.

Beantragt erst einmal ein Visum für 14 Tage, sucht Deiner Freundin wieder einen vernünftigen Job (mit Fremdsprachenkenntnissen sollte in einer Stadt wie Petersburg doch auch mehr drin sein als Kellnerin). Dann klappt es auch mit dem Visum.
Sacume
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Re: Besuchervisum abgelehnt (Schwieriger Fall, glaube Ich)

Beitrag von Sacume »

Erstmal viel Dank für die schnellen und konstruktiven Antworten. Bin wirklich sehr dankbar dafür!!
Ich bot ihr an, sie könne für 1-2 Jahre ihre Arbeit niederlegen, da sie Ihre Arbeit nicht wirklich mochte und ich die paar Hundert Euro im Monat entbehren kann. Vielleicht eine Art jugendlicher, stolzer Versuch eines LIebesbeweises. :D

Dass die Leute im Konsulat inkompetent sind, meinte ich nicht wirklich so. War nur ziemlich wütend und aufgebracht, als ich den Text verfasst habe.

Ihre "Fremdsprachenkenntnisse" beinhalten eigentlich nur fundamentales Englisch und das nichtmal besonders gut.
Sie ist leider eine etwas komplizierte Person und ziemlich exzentrisch (Für mich nicht im negativen Sinne)
Leider besitzt sie auch nicht wirklich einen hohen Schulabschluss. Sie hat es also nicht wirklich leicht und hat auch viele Dummheiten in der Vergangenheit begangen.
Aber das hat sowieso nichts mit dem Thema zu tun. Entschuldigt die Rechtfertigungsversuche. :)

Hätte ich damals geahnt, dass Rückkehrwilligkeit bewiesen werden muss, hätte ich natürlich nicht vorgeschlagen, sie zu finanzieren.
Dass ICH sie finanziere, weiß das Konsulat sowieso nicht.

Ich dachte wirklich, das sei ziemlich einfach mit einer Verpflichtserklärung und war nicht bewandert genug, um die ganzen Faktoren zu kennen.

Unser nächser Schritt sieht wie folgt aus:
Sie besorgt sich eine Registration in St Petersburg, indem sie eine Wohnung mietet. Dann versuchen wir, für sie ein Touristenvisum für 2-4 Wochen zu beantragen.
Ich liebe sie natürlich, aber jetzt schon an Heirat zu denken, wäre ziemlich naiv. Wie schon erwähnt, heiratet man ja nicht einfach mal so ;)
Daher ist das Eheschließungsvisum erstmal die Alternative.

Zwei Fragen hätte ich noch:
1. Ist unser nächster geplanter Schritt mit der Registration und dem Touristenvisum sinnvoll?

2. Wenn sie in StPetersburg registriert ist, ist auch das dortige Konsulat für sie zuständig. Wenn wir nun DORT ein Besuchervisum beantragen würden und ich in einem Brief erläutere, dass wir uns lieben und gerne
2-3 Monate zusammenleben, um zu "testen", ob eine zukünftige Ehe in Frage käme. Dazu würde ich noch explizit darauf hinweisen, dass ich dafür garantiere, dass sie danach zurückkehren wird und wir gegebenenfalls im Anschluss ein Eheschließungsvisum beantragen würden. Ich würde auch die Situation erklären, dass ich sie seit Monaten finanziere und sie deswegen nicht arbeitet. Das würde ich notariell noch beglaubigen lassen, damit die Echtheit bewiesen ist.
Hätte ich mit dieser Wahrheit bessere Chancen?

Liebe Grüße und im vorraus vielen Dank fürs Lesen :)
Anelya
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Re: Besuchervisum abgelehnt (Schwieriger Fall, glaube Ich)

Beitrag von Anelya »

Leider gibt es kein Visum, mit dem man sich für längere Zeit im Vorfeld eine Ehe besuchen könnte. Die Rückkehrwilligkeit ist bei Besuchsvisa immer einer der ausschlaggebenden Faktoren - und die ist bei deiner Freundin nicht gegeben. Auch eine Wohnung in Sankt Petersburg zur Miete ändert da erstmal nichts dran. Also entweder ihr versucht, ein Visum für 10-14 Tage zu beantragen, oder du besuchst sie einfach drei Monate in Russland (dafür würdest du problemlos ein Visum bekommen). Übrigens wird der Bearbeiter im Konsulat schon verstanden haben, wer sie denn da finanziert, auch wenn du das nicht explizit genannt hast. Versuche des "Beichtens" sind leider auch nicht zielführend: Für das, was ihr vorhabt (dreimonatiges Kennenlernen vor einer möglichen Eheschließung bei Abwesenheit sämtlicher Rückkehrbereitschaft), gibt es schlicht kein Visum - auch wenn du alle Karten auf den Tisch legst. Zumal du nicht für ihr Zurückkommen garantieren kannst: Wenn sie sich in den Zug setzt und zu Freundin x nach Stadt z fährt, machst du genau - nichts.

Auf welcher Sprache unterhaltet ihr euch denn? Sprichst du fließend russisch? Für die Familienzusammenführung werden Deutschkenntnissen auf dem Niveau A1 verlangt (mit Zertifikat). Wenn deine Freundin diese noch nicht hat, würde ich jetzt schon einmal damit anfangen, da das sonst den Prozess ziemlich verzögern kann (je nachdem, wie gewohnt die Person an strukturiertes Lernen ist, dauert es halt länger oder kürzer, bis man die Prüfung bestehen kann). In Sankt Petersburg hat sie ja auch alle Möglichkeiten - von Goethe-Institut über private Schulen über Studenten, die Deutschnachhilfe geben.

Und off-topic: Verzeihe mir meine klaren Worte und die Einmischung in deinen privaten Lebensbereich, aber ich finde nicht, dass es ein Liebesbeweis ist, dass man der Freundin die Erwerbsarbeit ausredet. Klar ist Kellnerin kein Traumberuf, aber sie hatte ihr eigenes Geld und war nicht von dir abhängig. Wenn du sie aus vollem Herzen unterstützen möchtest und Geld übrig hast, finanziere ihr doch lieber einen Super-duper-Kurs bei Goethe in Sankt Petersburg, ein (zweites) Studium oder sonst etwas, mit dem sie dann auch später in Deutschland etwas anfangen kann.
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Re: Besuchervisum abgelehnt (Schwieriger Fall, glaube Ich)

Beitrag von Zejtnot »

Hatte ich vorhin vergessen: Die Botschaft hat keine Außenstelle in Kasan. Wenn, dann ist dies ein Visazentrum des autorisierten Partners VFS.Global, welches die Anträge wiederum nach Moskau schickt. (Spielt für Dich kaum eine Rolle, ich wollte es nur erwähnen.)

Rein eine Registrierung ändert wirklich noch nicht so viel, es zeigt jedenfalls kaum eine Rückkehrwilligkeit. Dies wäre ein Job, zum Beispiel.

Eine Wohnung würde ich Ihr in keinem Fall kaufen - da sind schon einige böse auf die Nase gefallen. Und heiraten sollte man natürlich auch nicht Hals über Kopf, auch da gebe ich Dir Recht.
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