Situation der #Medien in Russland

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Berlino10
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von Berlino10 »

Gunnar hat geschrieben: So wie Du das immer alles hinstellst klingt es, als gäbe es da draußen irgendwo die Superbrains und Fädenzieher, die das alles aus dem Hintergrund mit irgendeinem großen Endziel fernsteuern und souverän beherrschen. So ist aber nicht die Realität, diese Vorstellung ist Quatsch oder Naiv oder beides. Alle, und ich meine wirklich alle, haben nur einen recht begrenzten Horizont und laborieren vor sich hin.
Das ist doch Quark, das habe ich nie behauptet, sondern immer, dass es systemisch, strukturell, per Interessen gesteuert wird.
Und eben, dass dafür keine Zentrale mit wenigen Mächtigen dahinter steckt.

Im Propagandamodell wurde analysiert, wie die Medien ein dezentralisiertes und nicht-verschwörerisch handelndes Propagandasystem bilden können, das fähig ist, einen Konsens im Interesse der gesellschaftlichen Oberschicht herzustellen und die Öffentlichkeit manipulativ in diese Perspektiven der Oberschicht einzubinden – während gleichzeitig der Anschein des demokratischen Prozesses und Konsenses gewahrt bleibt.

Und ein von Augstein unabhängig geführter SPIEGEL schreibt eben anders als ein vom transatlantischen Konzern Bertelsmann/Random House bestimmter SPIEGEL ...

Wie du u.a. dem Focus entnehmen kannst, bestimmen wenige Finanzkonzerne fast die gesamte Weltwirtschaft,
und die sind natürlich transatlantisch miteinander verknüpft und bilden ein übermächtiges Interessenskonzenrat,
das besonders in der EU, beim IWF, Weltbank, der EZB alles dominiert, was an Politik dort generiert wird.
Und die sorgen dann eben dafür, dass die Milliarden in Richtung Finanzoligarchie verteilt werden, anstatt dem Volk zugute zu kommen.

Wie glaubst du, kann man es sonst schaffen, dem Volk vorzuenthalten, dass von den Europäischen Milliarden für GR, IRL, ES, ... nicht einmal 10% der griechische, irische, .. Staat bekommen hat, sondern 90% direkt an die Finanzoligarchie geflossen sind, davon jeweils Dutzende Milliarden an die Deutsche Bank, Union Investment, ... und warum der IWF in GR soziale Kürzungen befiehlt, die Finanzelite des Landes aber weiter ungeschoren gelassen hat?
Die Geretteten sitzen - anders als häufig vermittelt und von vielen angenommen wird - nicht in den ärmeren Eurostaaten, sondern hauptsächlich in Deutschland und Frankreich.
ARD/RBB/Arte - Staatsgeheimnis Bankenrettung - Wer profitiert von den Milliarden?


[youtube]CTk_Edlrv1o[/youtube]
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Gunnar
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von Gunnar »

danke für den Link zu dem Arte/tagesspiegel feature, den kannte ich noch nicht.
Was mir dort aber definitiv in der Argumentationskette zu kurz kommt ist die Verursachung der Schulden, also die Frage, wer denn eigentlich das ganze Kreditgeld aus Deutschland bekommen hat, also die Schulden aufgenommen hat, was aus den damit finanzierten Projekten geworden ist und warum die offensichtlich so schiefgelaufen sind. Das ist doch das Kernproblem an der Misere und nicht, dass Geldgeber irgendwann ihr Geld auch mal wieder zurückwollen. Irland und Spanien und wohl auch Griechenland haben die Kredite offensichtlich kurzsichtig verpulvert bzw. in ertragslose weil fehlgeplante Projekte gesteckt.

Die Schulden, die da zB von Irland mit viel Mühe an die Gläubiger zurückgezahlt wurden sind ja nicht vom Himmel gefallen. Kreditforderungen entstehen, indem zuvor der Kredit in Empfang genommen wird, d.h. die die da in dem Bericht als phöse Gläubiger hingestellt werden haben das Geld ja zuvor zur Verfügung gestellt, also auch den Geldabfluss gehabt. Darauf weist Schäuble sehr trocken und zutreffend hin, die Reportage geht jedoch auf diesen entscheidenden Aspekt Null ein. Das ist sehr schwach.

Der Fehler in der Bankenkrise liegt nicht vorrangig bei der Bank, die Ihr Geld zurück will, weil sonst Ansteckungsgefahr für andere Banken besteht sondern darin, dass offensichtlich Kredite für Unfug verbraucht wurden, der keinen Ertrag bringt. Einmal zeigt der Bericht dieses steckengebliebene Schwachsinnsprojekt in Spanien. DA liegt doch der Hund begraben. Irgendwelche Hirnis meinten, mit sowas später einmal Geld verdienen zu können und haben hierfür Kredite aufgenommen, die ihnen leider auch gewährt wurden, wohl weil die Bank schlecht die Erfolgsaussichten der Projekte geprüft haben. Da die Investoren aber keine betreuten Mündel sondern erfahrene Kaufleute waren (besser: hätten sein sollen), kann man guten Gewissens denen die Hauptschuld geben und den Geldgebern nur eine nachrangige Schuld des zu laxen Bewilligens von Krediten.
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von Berlino10 »

Gunnar hat geschrieben: Die Schulden, die da zB von Irland mit viel Mühe an die Gläubiger zurückgezahlt wurden sind ja nicht vom Himmel gefallen.
Moment, Gunnar, hast Du den Bericht wirklich aufmerksam gesehen?

1. Kreditnehmer waren nicht die Staaten, GR, IRL, !!! sondern
2. die Irischen, griechischen ... Banken haben das Geld vor allem auch Deutscher Banken, Investment-Fonds, ... weisungsgemäß in Irische Immobilien-Spekulationen gesteckt - bzw. die Deutsche Banken, Investment-Fonds, .. haben sich an diesen Banken und ihren Geschäften beteiligt.
3. Die Spekulationsgeschäfte platzten
4. Die Irischen, griechischen, ... Banken drohten Pleite zu gehen und mit ihnen 80% des Deutschen, ... Geldes.
5. Die EZB, ... u.a. erpressten die Staaten IRL, GR, ES, ... für die Schulden ihrer Banken zu haften ... (Kreditsperre, ...)

a.) IRL, GR, ES, ... verstaatlichten die Schulden ihrer privaten Banken
b.) Die Staaten mussten sich bei der EU gigantisch verschulden, 90% davon ging aber direkt an Deutsche, Französische, ... Banken, Investment-Fonds, ...
c.) Die Bevölkerung IRL, GR, ES, ... muss nun gerade stehen, und soll fehlgeschlagene Spekulationen vor allem auch Deutscher, Französischer, ... Banken, Investment-Fonds, ... bezahlen.
Gunnar hat geschrieben: Der Fehler in der Bankenkrise liegt nicht vorrangig bei der Bank, die Ihr Geld zurück will, weil sonst Ansteckungsgefahr für andere Banken besteht sondern darin, dass offensichtlich Kredite für Unfug verbraucht wurden, der keinen Ertrag bringt.
Mit welchem Recht will den bitte schön die Deutsche Bank Geld zurück, das sie privatwirtschaftlich in die Irischen, griechischen, spanischen .. Spekulations-Banken und ihre -geschäfte investiert hatten, weil dort höhere Renditen winkten?

Gunnar, es wurden nicht offensichtlich Kredite für Unfug verbraucht - das waren privatwirtschaftliche Spekulationsgeschäfte, über die die Deutsche Bank sehr wohl Bescheid wusste - die aber geplatzt sind - wie der Boom auf dem Neuen Markt so auch der Immobilien-Boom.

Mit welchem Recht verlangt die Deutsche Bank, dass der griechische Arbeitnehmer, Rentner, Unternehmer ihre Spekulationsverluste in griechische Banken decken?

In dem Bericht wird klar, dass diese Bankenrettung keinesfalls alternativlos war, die sog. Ansteckungsgefahr maßlos dämonisiert wurde ..
Aber selbst wenn eine Bankenrettung hätte erfolgen müssen, warum wurde dann ausschließlich das einfache Volk dafür herangezogen, die Steuerzahler, ... während die Deutschen, Französischen, ... Banken - die internationale Finanzoligarchie ;) - ungeschoren bzw. sogar noch bereichert aus dieser Krise hervorgegangen ist?????

Warum wurden ihre Verluste zu 100% gedeckt auf Kosten der einfachen Menschen?
Bei jeder Insolvenz bekommt der Mächtigste zuerst sein Geld:
der Staat, die Sozialversicherungen, dann die Banken ...Investoren ... und dann die privaten Gläubiger.
Hier und heute aber sind die privaten Banken/Investoren - die internationale Finanzoligarchie ;) - anscheinend die Mächtigsten.

Warum mussten die Banken,.. sich nicht bis zur Schmerzgrenze an ihren eigenen Spekulationsverlusten beteiligen?
Weil niemand in Politik, Medien, ... den Menschen die Wahrheit und die Verantwortungen erzählte,
wie Hunderte von Milliarden EU Steuergelder in die Finanzoligarchie geflossen sind.
Bis in Kleinste hinein zwang die EU das Geld von griechischen Rentnern, Arbeitern, Kleinunternehmern zu holen ...
die griechische Elite aber ließen die EU-Banker und -Politiker aussen vor : eine Krähe hackt der anderen ...
Gunnar
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von Gunnar »

also aus meiner Sicht ist das eine etwas verkürzte Darstellung der Dinge.

Richtig ist, dass vor allem deutsche Kreditinstitute Darlehen nach Südeuropa und Irland gaben (meintwegen an die dortigen Banken). Das ist aber erst einmal für sich genommen ein normaler Vorgang. Geld gibt man, um es zusammen mit Zinsen zurückzubekommen. Ein Aufmerksameres Kreditinstitut hätte sicher besser prüfen müssen, was denn finanziert werden soll um das eigene Ausfallrisiko besser einschätzen zu können. Die Frage ist freilich, inwieweit Deutsche Banken das überhaupt prüfen konnten, wenn sie das Geld den Irischen oder Spanischen Banken gaben und die dann ihrerseits die dubiosen Investitionen mit ihren Krediten finanzierten. Es ist nix daran anrüchig, Geld für Investitionen gegen Zins und Tilgung auszugeben. Das ist sogar vielmehr der Kern des Rheinischen Kapitalismus. Ich kritisiere im Hinblick auf die heutige Finanzwelt das Wetten mit Geld auf Verluste oder auf Kursschwankungen, weil das nicht produktiv ist. Das Ausgeben von Investitionskrediten hingegen ist etwas Richtiges und sehr Wichtiges. Dabei ist allein das Problem, dass (siehe etwa Dr. Jürgen Schneider damals in D) die Bankhäuser oft gerade dann nicht mehr genau die Erfolgsaussichten prüfen, wenn es um riesige Volumen geht; ein Unding.
Trotzdem ändert das nix daran, dass bei solchen Bruchlandungen nicht zuvorderst die Bank der Buhmann ist, sondern das ist vielmehr der (unseriöse) Investor, der sich das Geld für irgend einen Schwachsinn gepumpt hat, im schlimmsten Fall um örtlich korrupten Firmen lukrative (aber sinnlose) Aufträge zu verschaffen und um damit vielleicht auch noch eigene Kickbacks von diesem Investor zu bekommen. So ist es doch in Südeuropa vielfach gelaufen. Oft haben sich korrupte Entscheider in den Banken oder Investmentfonds solche Kickbacks versprechen lassen. Mir selbst ist ein konkret Fall mit einem Irischen Fonds bekannt, wo das genau so ablief.
Man sollte sich daher in diesen Ländern gefälligst selbst an die Nase fassen und nicht mit dem Finger auf irgendwelche Banken in D zeigen, die ihr Geld (gutgläubig oder auch geldgierig) zur Verfügung gestellt haben. Nicht die Banken haben die Verlust produziert und Vermögen vernichtet sondern die Investoren die das Geld geliehen und verblasen haben.
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von Berlino10 »

Gunnar hat geschrieben: Trotzdem ändert das nix daran, dass bei solchen Bruchlandungen nicht zuvorderst die Bank der Buhmann ist, sondern das ist vielmehr der (unseriöse) Investor, der sich das Geld für irgend einen Schwachsinn gepumpt hat, ..
Das ist einfach nicht marktwirtschaftlich korrekt gedacht, Gunnar. Natürlich sind Kredite, Anleihen, ... ganz normale, notwendige Geschäfte.
Wer als Kreditgeber bis hin zum Teilhaber aber Milliarden investiert - wie es die Deutschen, Französischen, ... Banken gemacht haben -
haftet genauso für das Risiko, er ist genauso Mit-Investor, er ist genauso für die Spekulationen verantwortlich, die Grenzen sind auch sehr fließend

Es sind interne, privatwirtschaftliche Geschäfte der Finanzoligarchie - niemand wurde betrogen - die Deutschen, Französischen, ... Banken kannten das Risiko, sie steckten in erfolgreichen Jahren die Profite, die überhöhten Renditen ein, machten Hunderte Milliarden Gewinne damit ...
Aktien, Anteile explodierten ... Banker, Broker ... kassierten Millionen und Abermillionen Boni , Erfolgsprämien ... Vermögen wurde gemehrt und vermehrt ...

und in den Verlustzeiten sollen die Staaten, sollen einfach Arbeitnehmer, Rentner, Unternehmer .. die Verluste der Finanzoligarchie tragen?!?

Gunnar, das ist schlicht pervers.

Mit solchen künstlichen Finanz-Blasen schafft die Finanzoligarchie Hunderte Milliarden EUR virtuelles Geld (nichts davon ist ja real erwirtschaftet).
(Finanz-)Vermögen rentieren mit astronomischen Margen ... staatlich subventioniert
Und die Arbeitnehmer und Unternehmen laufen dem hinterher, müssen alles real erst einmal durch reale Leistungen erwirtschaften.
Und so macht die Finanzoligarchie Menschen und Unternehmen zu ihren Geiseln.
Und ihre Politik und ihre Medien sind Erfüllungsgehilfen des Raubzuges, der verbrecherischen Umverteilung.
Die Reichen werden trotz ihrer selbst verschuldeten Krisen reicher und reicher, die Armen ärmer und ärmer ...
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von Gunnar »

ich will noch mal auf die Flattax in RU zurückkommen, die ich weiter oben angesprochen hatte. Dort hab ich 25 % geschrieben, was natürlich falsch war, tatsächlich beläuft sich die Flattax auf nur 13 % auch für die Mulitmilliardäre.

Ein Versuch von 'Freies Russland' das russische Einkommenssteuerprinzip weg von der Flattax hin zu einem sozial gerechteren Progressionssteuerrecht umzustellen ist von der Duma soeben abgelehnt worden
http://rapsinews.ru/legislation_news/20 ... 64772.html
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von kamensky »

Gunnar hat geschrieben:ich will noch mal auf die Flattax in RU zurückkommen, die ich weiter oben angesprochen hatte. Dort hab ich 25 % geschrieben, was natürlich falsch war, tatsächlich beläuft sich die Flattax auf nur 13 % auch für die Mulitmilliardäre.

Ein Versuch von 'Freies Russland' das russische Einkommenssteuerprinzip weg von der Flattax hin zu einem sozial gerechteren Progressionssteuerrecht umzustellen ist von der Duma soeben abgelehnt worden
http://rapsinews.ru/legislation_news/20 ... 64772.html

Ist ja logisch im Anbetracht, dass vermutlich das Gros der Duma ebenfalls der "Finanzoligarchie" angehört.

http://www.e1.ru/news/spool/news_id-419314.html
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Situation der #Medien in Russland

Beitrag von Berlino10 »

Gunnar hat geschrieben:ich will noch mal auf die Flattax in RU zurückkommen, die ich weiter oben angesprochen hatte. Dort hab ich 25 % geschrieben, was natürlich falsch war, tatsächlich beläuft sich die Flattax auf nur 13 % auch für die Mulitmilliardäre.

Ein Versuch von 'Freies Russland' das russische Einkommenssteuerprinzip weg von der Flattax hin zu einem sozial gerechteren Progressionssteuerrecht umzustellen ist von der Duma soeben abgelehnt worden
http://rapsinews.ru/legislation_news/20 ... 64772.html
Jo, RUS ist neben den USA eines der asozialsten Länder dieser Erde ...
verschärft ja noch von den Oligarchen-Raubzügen der 90er ... amnestiert von Putin ...
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