Berlino10 hat geschrieben:Wer hat schon eine ähnlich große Verantwortung über Menschenleben wie Piloten?
Da kann man einen ganzen Katalog von und Positionen Berufen füllen.
Wenn man mal die Unfälle auflistet, die durch menschliches Versagen ausgelöst wurden und außerordentlich viele Opfer hatten, kommt schnell eine Horrorliste zusammen. Letztendlich ist es nicht mal entscheidend, wie viele Todesopfer zu beklagen sind. Ein verwirrter AKW-Ingenieur, de versehentlich den falschen Knopf drückt oder ein auf der Autobahn pennender Trucker, der eine Massenkarambolage verursacht -- wo ziehen wir die Grenze?
Wenn beim Flug etwas Außergewöhnliches geschieht, muss ihre psychische und geistige Verfassung optimal und ungetrübt sein, sonst kann es leicht zu fatalen Fehlern kommen.
"beim Flug" kann man getrost löschen und dann stimmt es immer noch -- traurig, aber wahr.
CSB_Wolf hat geschrieben:Der Leistungsdruck ist in der heutigen Zeit auf alle sehr hoch, nicht nur auf Piloten sondern auf alle, sei ers nun ein Taxifahrer, ein Bussfahrer oder ein Fahrer bei DHL,UPS u.s.w., sogar im Supermarkt kann man das sehen.
Letztendlich müssen wir uns alle an die eigene Nase fassen, denn wir erwarten Leistung für immer günstigere Preise und die größten Profiteure unterstützen wir noch, indem wir ihre Kunden sind. Die Spirale dreht sich immer schneller und die Risiken steigen proportional.
Nikolaus hat geschrieben:Mir scheint, dass wohl bei der Auswahl und der Ausbildung der Crews deren Stressanfaelligkeit nicht ausreichend beruecksichtigt und ggf. trainiert wurde.
Vorhin kam ein Interview mit einer LH-Betriebsärztin. Einen obligatorischen Psycho-Check gibt es nach ihren Angaben nur vor Beginn der Flugausbildung und jährlich hat sie 1 Stunde pro Pilot für den Routinecheck. Dabei sei nicht mal festzustellen, ob der falschen Angaben zur Gesundheit macht, Medikamente/Drogen nimmt oder unter unüblichem Stress steht. Stempel aufs Attest und wieder für ein Jahr auf die Menschheit loslassen.
Uebrigens bin ich auch so anmassend, dass ich die permanenten Pilotenstreiks ... Ich hoffe, auch hierzu wird es jetzt zu einem schnelleren Umdenken kommen.
Unter Garantie! Noch mehr Flüge werden zu Tochterairlines verschoben, die mit "besseren" Tarifverträgen und billigerem Material und Service die Strecken übernehmen. Bei den letzten Streiks wurde der Schwarze Peter geschockt der Gewerkschaft zugeschoben. Logisch, denn welcher Normalbürger versteht schon, dass ein LH-Pilot als Spätjugendlicher bei hohen Bezügen auf Rente gehen muss, während für die Volksmasse die Rente auf 67 verschoben wird?
Berlino10 hat geschrieben:Aber zeige mir Berufsgruppen, die freiwillig und ohne Not auf bereits langfristig vertraglich garantierte Leistungen verzichten - nur um die Renditen der Aktionäre zu erhöhen.
Wie lang darf die Liste werden? Da hätte ich sogar illustere Namen in Russland anzubieten, also kein Privileg der transatlantischen Ausbeuter.
Denn Kosteneinsparungen wandern in deren Taschen und nicht in den Wettbewerb. q.e.d.
Logisch! Dazu einfach mal den Aktienkurs der LH ansehen
Nach deutscher Rechnungslegung (HGB) flog Europas größter Luftverkehrskonzern vergangenes Jahr 732 Millionen Euro Verlust ein, wie er am Freitag mitteilte. Laut Finanzchefin Simone Menne dürfte es das höchste Minus seit mindestens zehn Jahren gewesen sein. 2013 standen noch 407 Millionen Euro Gewinn in den Büchern.
Quelle:
Lufthansa streicht Dividende - Aktie im Sinkflug
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Lufthansa-Dividende
Zahlen sind aufschlussreicher, als Scheißhausparolen
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.