Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.
vbajo
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Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von vbajo »

Liebe Forumsteilnehmer,

aufgrund der euch allen bekannten Corona-Problematik, bin ich nicht in der Lage nach Russland zu reisen. Bis dato habe ich 90-Tage Geschäftsvisa besorgt und bin zur Erneuerung zurück nach Deutschland gereist ("Kettenvisa"). Meine russische Freundin kann aber leider auch nicht nach Deutschland. Wir haben uns letztens nach 6-monatiger Trennung in der Türkei getroffen. Das geht natürlich nicht andauernd. Wir würden uns über Neujahr gerne in Belarus treffen. Aber die Grenzen sind für Russen auch nicht ganz offen. Meine Freundin müsste sich nach derzeitiger Lage einen Platz in einem weißrussischen Sanatorium besorgen. Der sowieso geplante Umzug meiner Freundin nach Deutschland liegt praktisch auf Eis - auch wegen Corona. Heiraten können wir praktisch nicht, wenn wir uns nicht sehen dürfen.
In Anbetracht des allgegenwärtig grassierenden Wahnsinns und der eskalierenden politischen Situation, vertraue nicht darauf, dass sich die Situation in den nächsten Monaten entspannt.

Ich erwäge daher als längerfristige Lösung ernsthaft in Russland eine Arbeit aufzunehmen um ein Arbeitsvisum zu bekommen. Da ich Informatiker/IT-"Spezialist" bin, könnte das theoretisch sogar unter den derzeitigen Bedingungen funktionieren (http://government.ru/docs/39929/). Und ja, ich weiß, was das für Konsequenzen hätte. Und es ist auch noch nicht beschlossene Sache.

Nun meine Frage: Werden derzeit Arbeitsvisa von der russischen Botschaft für Deutsche überhaupt bearbeitet?
Gibt es Mindesteinkommen? Bisher war die Bezeichnung "hochqualifizierter Spezialist" auch an ein Jahreseinkommen geknüpft - ich glaube 1,2 Mio Rubel bzw. wenigstens 100000/Monat. Ist das auch für diese Corona-Ausnahmeregel der Fall?
Die russische Botschaft ist leider wenig aussagefreudig und meine Visa-Büros antworten mir auch nicht. Da hier im Forum auch Geschäftsleute aktiv sind, hoffe ich, dass jemand vielleicht in letzter Zeit mit dem Visaverfahren Erfahrungen gesammelt hat.

Viele Grüße!
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Zejtnot
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von Zejtnot »

Für IT-Kräfte ist der Mindestlohn als Hochqualifizierter geringer, um die 80.000 Rubel im Monat. Um welche Stadt geht es Euch?
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inorcist
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von inorcist »

Meines Wissen berechtigt ein HQS-Visum aktuell nicht zur Wiedereinreise in Russland. Zumindest trauen sich aus dem Grund einige meiner Bekannten in Moskau nicht, mal kurz nach Hause zu fliegen.
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von vbajo »

Zejtnot hat geschrieben: 02 Okt 2020, 15:39 Für IT-Kräfte ist der Mindestlohn als Hochqualifizierter geringer, um die 80.000 Rubel im Monat. Um welche Stadt geht es Euch?
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von knutella2k »

HIer gibts eine Übersicht über die Mindestgehählter von HQS, veröffentlicht im März diesen Jahres.

https://clubtk.ru/oformlyaem-vysokokval ... tsialistov

Ich schätze wenn du als IT-Spezialist in keinem der gesondert ausgewiesenen Örtlichkeiten arbeitest, kämen dir die aktuell üblichen 167.000 Ru/Monat zu. Als ich vor knapp 2 Jahren in Moskau angefangen habe (auch IT-Branche), entsprach das auch meinem Gehalt. Aber wenn Zejtnot sagt, dass IT-ler weniger verdienen, kann das auch möglich sein. Ich stecke nicht allzu sehr in den Details.

Und wie Inorcist schon geschrieben hat, scheint ein HQS-Status leider nicht zur Einreise zu befähigen. Ein Bekannter (Italiener) kam nur wieder rein, weil seine Frau Russin ist. Einige seiner Kollegen arbeiten nach wie Remote von Italien aus. Jetzt will er deswegen die ВНЖ beantragen.
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst ...
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Zejtnot
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von Zejtnot »

knutella2k hat geschrieben: 05 Okt 2020, 16:35Ich schätze wenn du als IT-Spezialist in keinem der gesondert ausgewiesenen Örtlichkeiten arbeitest, kämen dir die aktuell üblichen 167.000 Ru/Monat zu.
Wieso? Zitat aus Deinem Link: "специалисты, которые трудятся в российских коммерческих организациях, российских научных организациях и иных организациях, осуществляющих деятельность в сфере информационных технологий; лица, трудящиеся в Республике Крым и г. Севастополе = Ежемесячно не менее 83 500 руб."

Das Semikolon ist ein ODER, kein UND - insofern ist man als IT-Spezialist in russischen kommerziellen Unternehmen bereits beim niedrigen Satz dabei. Dies kann insbesondere von Interesse sein, wenn man mit zwei Arbeitsverträgen unterwegs sein will, einen beim europäischen Mutterkonzern und einen beim russischen Tochterunternehmen. (Denn mit unter 1000 Euro wird man als IT-Spezialist ja selbst in Russland nicht arbeiten wollen. Es hat daher nur für den Papierkram eine Bedeutung.)
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knutella2k
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von knutella2k »

Zejtnot, du hast Recht! Das habe ich in meinem schnellen Überflug übersehenen/überlesen. Danke!
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst ...
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von L. Jasminovič »

EDIT: Doppelpost - Inhalt siehe unten!
Zuletzt geändert von L. Jasminovič am 02 Mär 2021, 13:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von L. Jasminovič »

Ich bin wie vbajo auch IT-Spezialist und suche eine Stelle mit HQS, allerdings um bleiben zu dürfen (ich bin schon in Moskau vor Ort). Und wie vbajo hatte ich letztes Jahr meine Freundin (bzw. dann schon Verlobte) 5 Monate lang nicht gesehen. Wir hatten uns im Sommer in Kroatien getroffen und hatten es geschafft im Expressverfahren dort zu heiraten - zwei Tage bevor ihr Schengenvisum abgelaufen ist. Ich bin jetzt als Familienmitglied auf meinem zweiten 3-Monate Privatvisum.

Nach meiner bisherigen Erfahrung gestaltet sich überhaupt die Jobsuche selbst als Hochqualifizierter sehr schwierig. Ich hatte zum Beispiel bei einem traditionsreichen russischen Unternehmen, dass heute Teil einer EU-Gruppe ist, ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch für eine Stelle in genau dem Umfeld, in dem ich in Deutschland mein ganzes Arbeitsleben tätig war. Es wäre sogar eine direkte Fortsetzung meines letzten Jobs in D gewesen. Ich konnte aber nicht eingestellt werden, weil ihre Personalabteilung kürzlich entschieden hat keine HQS auszustellen - es ist ihnen zu viel Arbeit. Und das war eine der "erfolgreicheren" Bewerbungen.
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knutella2k
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Re: Arbeitsvisum für "Spezialisten"

Beitrag von knutella2k »

Hallo L. Jasminovic [welcome]

ich kann mir gut vorstellen, dass es als IT-ler schwieriger ist, in RU an ein HQS zu kommen als in anderen Brachen (Maschinen-/Anlagenbau, Chemie...).

In Russland gibt meiner Einschätzung nach genug sehr gut qualifizierte IT-Profis, da kann sich ein russisches Unternehmen den organisatorischen (und u.U. auch finanziellen) Mehraufwand, den ein HQS-ler mit sich bringt (in deinem Fall leider) sparen.

Immerhin wurde kürzlich der Vorschlag gemacht, eine zeitlich unbegrenzte WID für HQS einzuführen. Würde das umgesetzt, würde das zumindest den Verwaltungsaufwand etwas reduzieren:

https://www.rbc.ru/business/17/02/2021/ ... 7c6f5c5259

Übrigens sieht gleicher Vorschlag einen saftigen Anstieg des "Mindestlohns" für HQS-ler auf 250.000 Ru/Monat vor...

Nichtsdestotrotz, viel Erfolg bei der Jobsuche, und manchmal geht es dann auch plötzlich schneller als man denkt: Ich hatte mich selbst ca. 2 Jahre lang von Deutschland aus erfolglos bei verschiedenen russischen Unternehmen beworben. Letztlich kam die Firma über Headhunter.ru dann zu mir.

EDIT: Ich will noch hinzufügen, dass ich auch in der IT-Branche bin, bei meiner Einstellung in Russland aber auch Deutschkenntnisse eine Voraussetzung für die Besetzung der Stelle waren. Das hat dann vielleicht doch noch etwas geholfen.

Ansonsten fällt mir noch ein (aber darauf bist du wahrscheinlich selbst schon gekommen) gezielt nach global aufgestellten und tech-affinen Firmen zu suchen, die in Russland Niederlassungen besitzen (Google, Spotify, Netflix(?), Huawei, sowas in der Richtung). Die sind von multi-nationalen Teams vielleicht etwas weniger abgeschreckt.
Die Lage ist hoffnungslos, aber nicht ernst ...
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