Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Debatte zu den Konflikten in der Ukraine. Wir bitten insbesondere hier um eine zivilisierte Kommunikation. Aus schlechter Erfahrung beschränken wir jedoch auch bei diesem Thema die Zugriffe auf jene Benutzer, die explizit an der Diskussion teilnehmen möchten, wie bereits im "Politischen Forum".
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Bobsie
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von Bobsie »

fugen hat geschrieben: 14 Jun 2022, 01:38 Entschuldige, aber vielleicht mal den eigenen Standpunkt verlassen?
Ob ich im Monat 100,- für Tanken ausgeben muss oder 200
Und zzgl Einkaufen, wo der Einkaufswagen täglich leerer wird bei gleicher Summe.
Sind bei diesen 100 bzw. 200 Euro die Arbeitsweg Kilometer mit enthalten?
Da möchte ich dann mal an die Kilometerpauschale erinnern.
Da kommt doch auch einiges zurück. Das positive wird aber gerne vergessen.
kamensky
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von kamensky »

Ich will die angespannte, finanzielle Situation einiger Personengruppen in europaeischen, wie auch anderen Staaten nicht dementieren, doch im Anbetracht dessen, was ein Teil der ukrainischen Bevoelkerung (mit Bezug auf die Zivilbevoelkerung vorwiegend in den umkaempften Gebieten) unschuldig an Leiden, Einschraenkungen nicht nur finanzieller Natur erleben muss und ausgesetzt sind, ist eine "nur" finanzielle Einschraenkung ( die hier momentan erwaehnten und erhoehte Benzin-, Diesel-, Heizoel -, Gas- und Strompreise) wohl noch ertraeglicher, wenn auch nicht unbedingt angenehm. Ein wenig Solidaritaet, oder solidarisches Denken mit den Hauptbetroffenen wuerde bestimmt auch keinem, einen zusaetzlich materiellen Schaden zufuegen.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
Nikolaus
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von Nikolaus »

kamensky hat geschrieben: 14 Jun 2022, 11:33 ... Ein wenig Solidaritaet, oder solidarisches Denken mit den Hauptbetroffenen wuerde bestimmt auch keinem, einen zusaetzlich materiellen Schaden zufuegen.
Welche Scheinheiligkeit! Schreib doch mal, wieviel Du solidarisch fuer Ukrainer gespendet hast. Es geht sicherlich direkt oder indirekt mittlerweile in die -zig Tausend Euro ... Deine durch die russische Inflation gewachsenen Kosten sind ja da eher kontraproduktiv! Aber Du hast ja als wohlhabender Auslaender andere Moeglichkeiten ... :)

@fugen
Ich verstehe Deine Nachdenklichkeiten schon. Insbesondere da ja die Lage sich selbstverstaendlich weiter verschlechtern wird. Weisst Du natuerlich selbst - das Embargo auf Energietraeger, ... ist ja noch gar nicht richtig in Gang gekommen.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/oe ... g-101.html
Uebrigens ganz bemerkenswerte Zahlen. Da unsere Politiker ja die Ursachen im Ukraine-Krieg sehen, nicht in den Sanktionen und ihrer Energiepolitik, gibt es auch keinerlei Aussicht auf Verbesserung. Scheint mir.
kamensky
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von kamensky »

Nikolaus hat geschrieben: 14 Jun 2022, 12:43
Schreib doch mal, wieviel Du solidarisch fuer Ukrainer gespendet hast.
Seit dem 10.03.2022 lebt eine ukrainische Familie (2 Erwachsene plus 1 Kind) in meiner privaten und vollmoebelierten 3 Z-Einlieger-Wohnung voellig umsonst und so wie es aussieht bis auf Weiteres. Saemtliche Nebenkosten (Wasser, Strom, TV-Gebuehren, usw.) werden mir per Lastschriftverfahren belastet. Zudem habe ich der Familie ein Auto (VW-Golf 3 ) kostenlos (ohne Benzin) zur Verfuegung gestellt. Versicherung und Steuer zu meinen Lasten.

Im weiteren unterstuetzen meine Lebenspartnerin und ich 2 Familien (Verwandte vaeterlicherseits), welche aus Cherson gefluechtet sind.

Und wie sieht deine finanzielle Unterstuetzung und Solidaritaet fuer unschuldige Ukrainer aus?
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kamensky
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von kamensky »

Nikolaus hat geschrieben: 14 Jun 2022, 12:43
Deine durch die russische Inflation gewachsenen Kosten sind ja da eher kontraproduktiv! Aber Du hast ja als wohlhabender Auslaender andere Moeglichkeiten ... :)
Betreffend Inflation:

Als 2 Personenhaushalt, faellt diese nicht wirklich verheerend ins Gewicht. Benzin ist praktisch gleichgeblieben wie Anfangs Jahr. Und Lebensmittel und Haushaltprodukte wuerde ich pro Monat mal mit ca. 2000 Rubel Mehrausgaben beziffern. Also, durchaus ertraeglich.

Du bist doch auch Auslaender, also muesstest du doch die gleichen Moeglichkeiten haben?

Betreffend "Wohlhabend"

Ist immer relativ und je nach Sicht des Betrachters! Zudem ist moegliches "wohlhabend sein " auch eine Errungenschaft von und durch eigene Investitionen unter Einbezug von Risiko minimieren. Bedachter Umgang mit bestehenden, oder schon vorhandenen finanziellen Ressourcen und deren Werterhalt bzw. moeglicher Wertvermehrung (Investitionen).
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Nikolaus
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von Nikolaus »

kamensky hat geschrieben: 14 Jun 2022, 13:13 Du bist doch auch Auslaender, ...?
Nein, ich bin Deutscher und habe auch (schon laenger wieder) meinen Lebensmittelpunkt in D, zahle hier ausgiebig Steuern, bin hier von der rasanten Inflation unmittelbar betroffen. Auch in meinem Namen liefert die Bundesregierung (ohne mich freilich auch nur einmal zu fragen - bisher jedenfalls gab es nicht einen Volksentscheid) reichlich Waffen an die Ukraine, unterstuetzt den Krieg in der Ukraine mit Milliarden finanziell, finanziert wohl mittlerweile um die 400.000 ukrainische Gefluechtete (sowie etliche tausend russische Dissidenten) allumfassend, verhaengt fuer mich sehr kostspielige Sanktionen bzw. Embargo-Massnahmen gegen Russland und bringt damit viele deutsche Firmen in zusaetzliche Schwierigkeiten, legt ein Sondervermoegen von ueber 100 Mrd. fuer zusaetzliche Ruestung auf, ...
Ich war dafuer, den Krieg durch eine ausgeglichene Russland-Politik und im Sinne der Minsker Vereinbarungen zu verhindern, und bin jetzt dafuer, ihn nicht durch Waffenlieferungen zu eskalieren und zu verlaengern, sondern auf Verhandlungen zu draengen, um ihn schnellstmoeglich zu beenden.
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von kamensky »

Nikolaus hat geschrieben: 14 Jun 2022, 14:28
kamensky hat geschrieben: 14 Jun 2022, 13:13 Du bist doch auch Auslaender, ...?
Nein, ich bin Deutscher und habe auch (schon laenger wieder) meinen Lebensmittelpunkt in D, zahle hier ausgiebig Steuern, bin hier von der rasanten Inflation unmittelbar betroffen. Auch in meinem Namen liefert die Bundesregierung (ohne mich freilich auch nur einmal zu fragen - bisher jedenfalls gab es nicht einen Volksentscheid) reichlich Waffen an die Ukraine, unterstuetzt den Krieg in der Ukraine mit Milliarden finanziell, finanziert wohl mittlerweile um die 400.000 ukrainische Gefluechtete (sowie etliche tausend russische Dissidenten) allumfassend, verhaengt fuer mich sehr kostspielige Sanktionen bzw. Embargo-Massnahmen gegen Russland und bringt damit viele deutsche Firmen in zusaetzliche Schwierigkeiten, legt ein Sondervermoegen von ueber 100 Mrd. fuer zusaetzliche Ruestung auf, ...
Ich war dafuer, den Krieg durch eine ausgeglichene Russland-Politik und im Sinne der Minsker Vereinbarungen zu verhindern, und bin jetzt dafuer, ihn nicht durch Waffenlieferungen zu eskalieren und zu verlaengern, sondern auf Verhandlungen zu draengen, um ihn schnellstmoeglich zu beenden.
Kann deinen Bedenken und dein Unmut durchaus verstehen. Btw. Ich bezahle in der Schweiz ebenfalls Steuern und wurde ebenfalls nicht gefragt, ob ich mit den durch den Bundesrat verabschiedeten finanziellen Hilfen, wie auch mit der Aufnahme von ueber 50000 Fluechtlingen ( im Verhaeltnis zu den Einwohnern CH vs. DE sind dies mehr) einverstanden bin. Auch betreffen die von der CH uebernommenen EU-Santktionen wurde ich ebenfalls nicht gefragt, wenn diese mich auch momentan nur indirekt betreffen. All dies hindert mich jedoch nicht daran, dass Schicksal von unschuldigen Menschen zu unterstuetzen, dies auch wen es nur einen kleinen Tropfen auf einen heissen Felsblock ist. Ich bin bekennender Atheist, doch heisst dies nicht, dass ich deshalb auf "Naechstenliebe" verzichte. Es geht mir um das "Menschliche" und deshalb bin ich auch bereit, einen meines Erachtens kleinen (finanziellen) Teil beizusteuern bzw. auf diesen kleinen Teil zu verzichten. Keiner weiss, was Morgen, Uebermorgen oder in den naechsten Monaten passieren wird. Und vielleicht, je nach Situation, koennte auch ich einmal zu Dankbarkeit verpflichtet sein, bei einer Hilfeleistung und situativem Verstaendnis. Das Leben ist nun oft einmal ein Geben und Nehmen und dies unabhaengig vom "Wohlstand" .

Verhandlungen und Diplomatie ist sicherlich das A und O zu einer Beilegung. Doch dienen solche Verhandlungen meist der staerkeren Partei, welche sich in Verhandlungspositionen oft im Kontext mit Erpressungen, Vorteile aushandeln will, oder gar darauf besteht. Dies wiederum zum Nachteil des Schwaecheren und deren Zivilbevoelkerung, welche dadurch oft jahrelang an so einem "undemokratischem Ungleichgewicht" weiterhin zu leiden haben. Sicherlich ist und waere es fuer die Momentane eine Erleichterung, jedoch mit schleichender Einbusse von Lebensqualitaet auf lange Sicht (schon
verursachte Kollateralschaeden), welche durch eine Kriegsverlaengerung logischerweise nicht abnehmen werden. Oft wird leider auch das Psychologische und Mentale vergessen, denn jede Bevoelkerung hat zu seinem Staat/Land einen gewissen Stolz und eine moralische Naehe. Ein Land kann noch so "mausarm" und "rueckstaendig" sein, doch im Herzen vieler Bewohner ist es eben das "Heimatland" , welches man, oder Teile davon bis zum bitteren Ende versucht zu verteidigen. Ist wohl der Instinkt, wie in der Tierwelt oft auch anzutreffen ist.
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von willi »

kamensky hat geschrieben: 14 Jun 2022, 13:06
Nikolaus hat geschrieben: 14 Jun 2022, 12:43
Schreib doch mal, wieviel Du solidarisch fuer Ukrainer gespendet hast.
Seit dem 10.03.2022 lebt eine ukrainische Familie (2 Erwachsene plus 1 Kind) in meiner privaten und vollmoebelierten 3 Z-Einlieger-Wohnung voellig umsonst und so wie es aussieht bis auf Weiteres. Saemtliche Nebenkosten (Wasser, Strom, TV-Gebuehren, usw.) werden mir per Lastschriftverfahren belastet. Zudem habe ich der Familie ein Auto (VW-Golf 3 ) kostenlos (ohne Benzin) zur Verfuegung gestellt. Versicherung und Steuer zu meinen Lasten.

Im weiteren unterstuetzen meine Lebenspartnerin und ich 2 Familien (Verwandte vaeterlicherseits), welche aus Cherson gefluechtet sind.

Und wie sieht deine finanzielle Unterstuetzung und Solidaritaet fuer unschuldige Ukrainer aus?
Meine Hochachtung Kamensky, da zieh ich den Hut.
Ich habe in meinem Haus in D zwei Wohnungen leerstehen und das bleibt auch so.
Am Anfang des Krieges sind alle nach Europa geflüchtet, weil man der Meinung war, dass Russland die ganze Ukraine überrollt. Inzwischen wissen wir dass dem nicht so ist und von mir aus dürfen die Leute jetzt auch gerne wieder zurückkehren.
In Wirklichkeit ist die Realität ganz anders
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von kamensky »

willi hat geschrieben: 14 Jun 2022, 16:30
Meine Hochachtung Kamensky, da zieh ich den Hut.
Ich habe in meinem Haus in D zwei Wohnungen leerstehen und das bleibt auch so.
Am Anfang des Krieges sind alle nach Europa geflüchtet, weil man der Meinung war, dass Russland die ganze Ukraine überrollt. Inzwischen wissen wir dass dem nicht so ist und von mir aus dürfen die Leute jetzt auch gerne wieder zurückkehren.
Nun ja, Hochachtung ist dies m.E. nicht wert. Es ist lediglich "nur" (auf meine Lebenseinstellung- und Philosophie) bezogen eine menschliche Entscheidung, nicht zu verwechseln mit einem Helfersyndrom.

Eigentlich ist die Wohnung "mein ganz persoenlicher Aufenthaltsort", wenn wir in der CH und angrenzendem Ausland im Urlaub sind. Die kantonale Fluechtlingsbetreuung erstellte vor Einzug und im Beisein der Familie eine Inventar-, wie auch eine Maengelliste. Diese wurden von beiden Parteien gegenseitig unterzeichnet. Diese Listen werden wieder angewandt, wenn die Familie auszieht/ ausziehen muss. Eigentlich ist die Dauer (Fluechtlingsstatus) in der CH auf 90 Tage beschraenkt. Also war der 10. Juni "deadline". Da die besagte Familie jedoch angeblich in der CH bleiben will, habe ich mit der Fluechtlingsbetreuung eine Verlaengerung vereinbart. Dies aus dem Grund, dass die Erwachsenen bereits arbeitstaetig sind (Frau 50%/ Mann 100%) und das Kind die Elementarschule 5. Klasse besucht. Sie bemuehen sich tatsaechlich mit der Eingliederung, welche ihnen dann moeglicherweise den Status S erlaubt. Ich habe schon ein paar mal mit der Fluechtlingsmutter via Skype eine Videotelefonie abgehalten. Nun werden sie also die angebrochenen 3 Monate weiter kostenlos in der Wohnung leben. Meine Ueberlegung: Die Erwachsenen haben sich sehr schnell versucht so gut wie moeglich zu integrieren und das Kind 10 o. 11 jaehrig geht zur Schule und hat sicherlich auch schon ein paar freundschaftliche Kontakte geknuepft und Alle haben sich ein wenig von dem physischen und psychischen Stress erholt. Weshalb soll ich die Familie nun nach den 3. Monaten mit einem Rauswurf in moegliche erneute Probleme stuerzen? Ich denke, die sind nach wie vor noch geplagt genug mit dem Status Quo, auch wen sich die Wohnsituation sicherlich verbessert hat. Ich habe bis heute mit der Mutter (sie spricht akzeptables Englisch und mittelmaessig Deutsch) noch kein Wort ueber die Spezoperation gesprochen, wie auch sie nicht. Einzig was ich erwaehnt habe, ist mein Aufenthaltsland. Im Weiteren ist die Wohnung so quasi seit Mitte Sept. 2019 unbewohnt, bis auf ein paar kurze Ausnahmen von jeweils einer knappen Woche in welcher mein Patenbube (eher Patenmann) mal benutzt, bei Klassenzusammenkunft usw. Der alte Golf 3 habe ich noch 4 Tage vor meiner Rueckreise im Sept. 19 vom Vater eines Schulkameraden erworben, welcher mit 91 Jahre den Sehtest nicht mehr bestand. Schulfreund lebt in Equador (Guayaquil). Die Karre ist Jahrgang 98 und hat jedoch erst 56000 Km auf dem Zaehler. Sieht aus wie neu, ausser den Fahrersitz musste ich wechseln. Lybanesen hatten ihm CHF 500 angeboten, doch seinem Sohn in der Ferne war das zu wenig. In guter Erinnerung kontaktierte er mich und ich bot CHF 2000 ungesehen und erhielt den Zuschlag. Gedacht fuer mich bei einem moeglichen Winteraufenthat als ein billiger und fahrbarer Untersatz.
Zuletzt geändert von kamensky am 14 Jun 2022, 17:44, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Einschränkungen infolge UA / RUS Krise

Beitrag von Norbert »

willi hat geschrieben: 14 Jun 2022, 16:30 Am Anfang des Krieges sind alle nach Europa geflüchtet, weil man der Meinung war, dass Russland die ganze Ukraine überrollt. Inzwischen wissen wir dass dem nicht so ist und von mir aus dürfen die Leute jetzt auch gerne wieder zurückkehren.

Nun, es fliegen immer noch genug Raketen Richtung Ukraine, und nicht nur im Donbass. (Und ja, auch genug Raketen Richtung Donbass.) Sicher hat sich die im Februar angenommene Gefahr verringert, aber die Zahl der täglichen Opfer ist seitdem nicht gesunken. Wer aktuell eine sofortige Rückkehr fordert, hat sich offensichtlich nicht für die Betroffenen engagiert.

Wir helfen einer Familie hier vor Ort in Deutschland. Ein paar Tage waren sie privat bei uns, später haben wir ihnen bei der Suche einer staatlichen Flüchtlingsunterkunft geholfen, dann bei der Suche einer Arbeitsstelle und selbst finanzierten Unterkunft. Ich bin auch mächtig stolz, dass "unsere Flüchtlinge" den einfachen Weg der staatlichen Unterstützung verlassen haben und nun wirklich mit Mindestlohn als Küchenhilfen und Putzkräfte ihre Kosten finanzieren. Natürlich kamen auch ihnen die Gedanken: Ich gehe 40 Stunden arbeiten und habe nach allen Abgaben wenige Euro mehr als in der Tasche als mit der Flüchtlingshilfe.

So oder so halte ich es vermessen nun zu sagen: "Давайте обратно в Днепропетровск, на Ваш город же редко стреляют ..." Das schreibt sich vielleicht einfach von der Wolga in einem Forum, aber sag es mal einer Person ins Gesicht!
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