Da gibt es sicher auch unterschiedliche Beweggründe. Von der Familie meines Opas (Schlesien) weiß ich so gut wie nichts, nur, dass sie in der Umgebung von Breslau gelebt haben. Bei meiner Oma (Böhmen) bin ich mir durch viele Gespräche in einigen Dingen bei ihrer Meinung sicher:m1009 hat geschrieben: 05 Jul 2022, 15:31Ich war ab Ende der Siebziger und in den Achtzigern, auch waerend des Kriegsrechts, mind. 3 x im Jahr in Schlesien. Wenn die Opas und Omas auf Deutsch so erzaehlten, sind die vorm Russen gefluechtet. So zumindest mein Eindruck.
https://landsmannschaft-schlesien.de/fl ... 1945-1947/
- Schuld an den Erfrierungen meines Opas im Ostkrieg war nicht Russland, sondern das NS Regime, vor allen Dingen unfähige Logistikoffiziere. Daher keinerlei Vorurteile gegenüber RU.
- Wie Du auch am Beispiel der Grundbesitzer/ Landwirte dargelegt hast, ging es gegen Ende des Krieges um viel Neid. "Die "besten" Nachbarn und Freunde kamen schon Wochen vor der "Befreiung" und wollten den Besitz meiner Vorfahren aufteilen. Mein Urgroßvater starb bei einer dieser Debatten, als jemand seine Kühe abtransportieren wollte. Da war der Punkt erreicht, wo es nur noch um das eigene Leben ging. Bis "die Russen" da was hätten verteilen können, wäre niemand mehr da gewesen, um zu protestieren.
Normalerweise spricht man ja bei solchen Reisen in die Vergangenheit auch mit Nachbarn, Schulkameraden usw. Ehrlich gesagt hatte ich Angst davor. Insbesondere, da meiner Frau bei den Begegnungen mit Einheimischen wesentlich freundlicher entgegen gekommen wurde, als mir.

