Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Debatte zu den Konflikten in der Ukraine. Wir bitten insbesondere hier um eine zivilisierte Kommunikation. Aus schlechter Erfahrung beschränken wir jedoch auch bei diesem Thema die Zugriffe auf jene Benutzer, die explizit an der Diskussion teilnehmen möchten, wie bereits im "Politischen Forum".
arghmage
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von arghmage »

Wenn aber Kujat das "weiß" ... der ist ja nun nicht im inner circle unserer Regierung und auch sonst nicht mit einem der Akteure verbandelt (der ist Pensionär).
Hört sich durchaus schlüssig an, nur ohne Quelle ist das auch wieder nur Gerede.
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lausi
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von lausi »

arghmage hat geschrieben: 22 Jan 2023, 00:16 Hört sich durchaus schlüssig an, nur ohne Quelle ist das auch wieder nur Gerede.
Eine Quelle: Don’t back down, Britain urges Ukraine
Government fears western allies will push Zelensky to settle for early peace deal
Demnach sei London besorgt darüber, dass Washington, Paris und Berlin bereit seien, die Ukraine zu erheblichen Zugeständnissen an den Kreml zu drängen. Die britische Regierung unterstütze nicht die Bestrebungen ihrer Verbündeten nach einem kurzfristigen Abkommen zwischen Russland und der Ukraine. London sei der Ansicht, dass ein Abkommen erst dann unterzeichnet werden sollte, wenn die Ukraine "in der stärkstmöglichen Position ist".
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von willi »

arghmage hat geschrieben: 21 Jan 2023, 23:46 Was ich ja ganz interessant fand
https://zeitgeschehen-im-fokus.ch/de/ne ... -2023.html
Also Johnson hat den Daumen gesenkt und das war es? Kann man für sowas noch irgendeine andere valide Quelle auftreiben?
Anders als beispielsweise die amerikanischen Medien. «Foreign Affairs» und «Responsible Statecraft», zwei renommierte Zeitschriften, veröffentlichten dazu sehr informative Berichte.

Ist mir heute zu spät und die nächsten Tage bin ich auf Achse, aber vielleicht hat ja einer von euch Zeit zum googeln.
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Norbert
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von Norbert »

Jenenser hat geschrieben: 16 Jan 2023, 13:16 Naja, ein Ortschronist unserer Stadt schrieb am 19. März 1945 folgendes: „Nach 15.00 Uhr herrschte Stille, die Sirenen gingen nicht mehr und wir wagten uns aus dem Keller. Wie wir von unserem erhöhten Standort erkenn konnten, brannten die Innenstadt und Zeiss lichterloh, eine große Rauchwolke lag über der Stadt.“...
Was hatten die Einwohner unserer Stadt den Amerikanern getan? - galt als eine weitverbreitete Aussage dieser Zeit.
(Den Schutt räumten später übrigens Kriegsheimkehrer und Russen weg)

In Erinnerung bleiben mir noch Gedenktafeln aus meiner Kindheit in der Innenstadt:
„Die Opfer der anglo-amerikanischen Bombenangriffe im Frühjahr 1945 auf die Stadt Jena mahnen uns: Es gibt nichts wichtigeres, als den Frieden zu erhalten.“ An einer anderen Stelle sprach man sogar von „amerikan. Terrorbomben“...

45 Jahre später verschwanden diese Inschriften in einer Nacht- und Nebelaktion. Im Jahr 1998 lud ein ehemaliger Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, seit einigen Jahren in Thüringen als Regierungschef eingesetzt, den aktuellen US-Präsidenten nach Eisenach ein. In seiner Willkomensrede sprach er dem Mann aus Übersee seinen Dank für die Befreiung im Jahr 1945 aus und bedauerte, dass die Amerikaner so schnell sich danach wieder aus Thüringen verabschieden mussten (Juli 1945)…
Heute hat sich die Sichtweise: „die Amerikaner sind hier, weil wir sie brauchen“ ebenfalls bei uns in der Stadt durchgesetzt.
Der einstige Stadtchronist ist tot und die Anzahl der „Jammerossis“ geht beständig zurück…
In Dresden ist dies ja auch so ein Thema. Eine ähnliche Tafel hängt noch immer im Zwinger, wurde auch zwischenzeitlich saniert. Und natürlich kenne ich als Kind der DDR auch diese Variante der Geschichte, wonach die Amerikaner bewusst die Sowjetzone in Schutt und Asche gelegt hätten, etc.

Interessanterweise wird an Dresden aber auch deutlich, dass auch diese Angriffe für eine anti-amerikanische Stimmung instrumentalisiert wurden. So hat man in der DDR die von den Nazis hochgejazzten Opferzahlen nie hinterfragt, bis zu 200.000 Opfer wurden uns erzählt - passte halt gut ins Bild. Inzwischen zeigen seriöse Forschungen, dass es wohl rund 20.000 Opfer waren, maximal jedoch 25.000. Und Köln und viele andere Städte in Westdeutschland wurden genauso zerbombt, haben jedoch nicht diesen Opferstatus bekommen. Viel mehr war dort aber von der Innenstadt auch nicht übrig.

Insofern bin ich bei solchen Darstellungen inzwischen auch vorsichtig und versuche zu verstehen: Wer wollte uns wann, warum, was damit einreden? Fakt ist, wir Dresdner waren bis zum Ende überzeugte Nazis, auch als das Ende absehbar war. Die letzten Fotos meines Uropas zeigen in in schicker Uniform. Zu sagen: Auch ohne diese Angriffe hätten die Deutschen aufgegeben - naja, eben auch recht simpel.
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Jenenser
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von Jenenser »

Norbert hat geschrieben: 23 Jan 2023, 00:46 Interessanterweise wird an Dresden aber auch deutlich, dass auch diese Angriffe für eine anti-amerikanische Stimmung instrumentalisiert wurden. So hat man in der DDR die von den Nazis hochgejazzten Opferzahlen nie hinterfragt, bis zu 200.000 Opfer wurden uns erzählt - passte halt gut ins Bild. Inzwischen zeigen seriöse Forschungen, dass es wohl rund 20.000 Opfer waren, maximal jedoch 25.000. Und Köln und viele andere Städte in Westdeutschland wurden genauso zerbombt, haben jedoch nicht diesen Opferstatus bekommen. Viel mehr war dort aber von der Innenstadt auch nicht übrig.

Insofern bin ich bei solchen Darstellungen inzwischen auch vorsichtig und versuche zu verstehen: Wer wollte uns wann, warum, was damit einreden?
- die sowjetische Besatzungsmacht, auch als „Russen“ bezeichnet im Auftrag „Moskaus“, also der sowjetischen Führung – vom Georgier Stalin über den Ukrainer Breschnew bis zum Russen Gorbatschow, die Staatsoberhäupter der DDR von W. Pieck bis E. Honecker mit angeschlossenen Strukturen bis nach Dresden.
- spätestens ab 1948 mit Beginn des Kalten Krieges
- Teilung Deutschlands, Systemauseinandersetzung mit dem „Westen“ (EWG kontra RGW), feindliche, militärische Gegenüberstellung der zwei Blöcke (NATO kontra Warschauer Vertrag), Verbleib sowjetischen Militärs u.a. in Dresden
- völlig richtig: anti-amerikanisches Klima erzeugen, Amis und Nazis in Bezug auf Menschenverachtung und Brutalität auf eine Stufe stellen

Keine Ahnung, wie die Kölner, die überlebten, moralisch mit den anglo-amerikanischen Bombardierungen umgegangen sind. Ich kenne da niemanden.
Norbert hat geschrieben: 23 Jan 2023, 00:46Fakt ist, wir Dresdner waren bis zum Ende überzeugte Nazis, auch als das Ende absehbar war. Die letzten Fotos meines Uropas zeigen in in schicker Uniform.
Mein Opa: begeisterte Teilnahme an Kampfhandlungen gegen Russen in Witebsk. Kriegsgefangenschaft in Frankreich, Rückkehr in die Sowjetische Besatzungszone, Zusammenarbeit mit Russen im Schacht der WISMUT, zahlreiche Reisen nach Russland,
Unterstützung des Enkels beim Erlernen der russischen Sprache und der Neugier gegenüber Russen...
Er wollte nie wieder was mit Parteien, Ideologie oder gar „Tierpanzern“ zu tun haben.
Norbert hat geschrieben: 15 Jan 2023, 23:12 Ich ertappe mich immer mal wieder bei folgendem Gedanken: 2014 gab es eine Rede Putins zur Angliederung der Krim. Der Wortlaut dieser Rede wurde damals von einigen Gegnern an konkreten Beispielen mit dem Wortlaut der Rede Hitlers nach der Angliederung der Tschechoslowakei verglichen. In dieser Form absurd.
Nur ging Putin in dieser Rede nicht auf die Sudetendeutschen ein, dafür verglich er die Angliederung der Krim mit dem Beitritt der DDR zur BRD. Und das auch noch im positiven Zusammenhang.
Norbert hat geschrieben: 15 Jan 2023, 23:12
Und wer hat nun angefangen.
...
Erreicht wurde damit in meinen Augen einzig die Wasserversorgung der Krim, aber in allen anderen Aspekten geht es der russischsprachigen Minderheit in der Ukraine nur noch schlechter als zwischen 2014 und 2022. Statt diese Minderheit zu beschützen, wird ihr Leben nun auf beiden Seiten der Front endgültig zur Qual. Beide Seiten töten die Menschen, die sie angeblich beschützen wollen - wie absurd.
Wie viele haben bereits ihren ukrainischen Pass gegen einen russischen eingetauscht?
Warum haben Einwohner der Krim, Lugansk, Donezk, Cherson, Saporoschje überhaupt diesen Schritt unternommen? Welche Möglichkeiten bestehen für die Einwohner dieser Gebiete, sich diesem Prozess zu entziehen? Können sie diese Gebiete vorübergehend verlassen oder auf Nimmerwiedersehen? Das sind doch ganz praktische Fragen!
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von kamensky »

Jenenser hat geschrieben: 23 Jan 2023, 14:13
Warum haben Einwohner der Krim, Lugansk, Donezk, Cherson, Saporoschje überhaupt diesen Schritt unternommen?
Keine Ahnung wieviel Fakt ist, oder eben nicht!

https://meduza.io/feature/2023/01/22/kt ... na-ukrainu
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von Axel Henrich »

Buchtipp:

1. Wie der Westen den Krieg in die Ukraine brachte:
Die Rolle der USA und der Nato im Ukraine-Konflikt

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2. Ein willkommener Krieg? NATO, Russland und die Ukraine

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Leider beides nicht auf Kindl ...

-ah-
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Re: Wer hat denn nun tatsächlich angefangen????

Beitrag von arghmage »

Axel Henrich hat geschrieben: 24 Jan 2023, 16:47 Buchtipp:

1. Wie der Westen den Krieg in die Ukraine brachte:
Die Rolle der USA und der Nato im Ukraine-Konflikt

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In einer Rezension kann man zumindest die Quellen einsehen.
Wobei der bestimmt Girkin nicht gefragt hat, der reklamiert das ja mehr oder weniger für sich.
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