Von Deutschland nach Russland trampen.
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Lucas Oliver
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Von Deutschland nach Russland trampen.
- Packerowski
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Re: Von Deutschland nach Russland trampen.
Hallo Lucas,
ein paar grundsätzliche Einschätzungen zur Situation, wie ich sie wahrnehme.
eine Mitfahrgelegenheit für die Strecke zu finden, ist wahrscheinlich nicht schwer. Es gibt zu allen Nachbarländern und Grenzen der Russischen Föderation sehr aktive (russischsprachige) Social-Media-Gruppen auf Facebook, VK und Telegram, wo auch Autofahrer freie Plätze anbieten, auch grenzüberschreitend. In der Regel wird wohl eine Gegenleistung erwartet.
Du kannst vielleicht auch Glück haben, mit einem Laster mitzukommen. Die Fahrer sind auf ihren Touren - teilweise bringen sie Waren von China per Lkw bis nach Westeuropa und zurück - oft monatelang unterwegs. Dem einen oder anderen dürfte es unterwegs sehr langweilig sein.
In Russland selbst sind Fahrten per Taxi-App sehr preisgünstig. Daher ist das klassische Fahren per Anhalter nicht mehr ganz so populär wie vor 20 Jahren. In dünn besiedelten Gegenden wird man auch mal einfach so mitgenommen, weil die Einheimischen es interessant finden, einen Ausländer zu treffen und weil man sich eben einfach gegenseitig eher hilft. Im Moskauer Umland z.B. würde ich aber nicht unbedingt darauf setzen.
Wenn Du Russisch verstehst, solltest Du im Netz nach Beiträgen von Anton Krotow bzw. seinen Büchern Ausschau halten. Der ist der "Papst" des Reisens per Anhalter. Ich habe im Regal einen sehr interessanten Sammelband, in dem er u.a. beschreibt, wie er ohne Geld per Anhalter aus Moskau bis Magadan am Pazifischen Ozean und wieder zurück gereist ist. Es geht also irgendwie alles, (wenn man genug Zeit hat).
ein paar grundsätzliche Einschätzungen zur Situation, wie ich sie wahrnehme.
eine Mitfahrgelegenheit für die Strecke zu finden, ist wahrscheinlich nicht schwer. Es gibt zu allen Nachbarländern und Grenzen der Russischen Föderation sehr aktive (russischsprachige) Social-Media-Gruppen auf Facebook, VK und Telegram, wo auch Autofahrer freie Plätze anbieten, auch grenzüberschreitend. In der Regel wird wohl eine Gegenleistung erwartet.
Du kannst vielleicht auch Glück haben, mit einem Laster mitzukommen. Die Fahrer sind auf ihren Touren - teilweise bringen sie Waren von China per Lkw bis nach Westeuropa und zurück - oft monatelang unterwegs. Dem einen oder anderen dürfte es unterwegs sehr langweilig sein.
In Russland selbst sind Fahrten per Taxi-App sehr preisgünstig. Daher ist das klassische Fahren per Anhalter nicht mehr ganz so populär wie vor 20 Jahren. In dünn besiedelten Gegenden wird man auch mal einfach so mitgenommen, weil die Einheimischen es interessant finden, einen Ausländer zu treffen und weil man sich eben einfach gegenseitig eher hilft. Im Moskauer Umland z.B. würde ich aber nicht unbedingt darauf setzen.
Wenn Du Russisch verstehst, solltest Du im Netz nach Beiträgen von Anton Krotow bzw. seinen Büchern Ausschau halten. Der ist der "Papst" des Reisens per Anhalter. Ich habe im Regal einen sehr interessanten Sammelband, in dem er u.a. beschreibt, wie er ohne Geld per Anhalter aus Moskau bis Magadan am Pazifischen Ozean und wieder zurück gereist ist. Es geht also irgendwie alles, (wenn man genug Zeit hat).
- Norbert
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Re: Von Deutschland nach Russland trampen.
Ich bin in Deutschland früher viel per Anhalter gefahren, mit guten Erfahrungen. Blablacar hat dies natürlich stark zurückgedrängt.
In Russland hatte ich es vereinzelt versucht, aber es war selbst damals deutlich schwerer bis unmöglich. An Stellen, wo man in Deutschland wohl 30 Minuten gestanden hätte, kam ich selbst nach drei Stunden nicht weg. Teilweise hielt am Ende ein regulärer Bus an und ich habe ein Ticket gekauft. Und auch in Russland gab es inzwischen Blablacar (und nun russische Alternativen), so dass es eher noch komplizierter geworden ist. In besagten Telegram-Gruppen für Fahrten nach Russland ist eine Kostenbeteiligung meiner Erfahrung nach Grundverständnis. Deutschland-Russland meist zwischen 80 und 100 Euro.
Gute Erfahrungen habe ich gemacht, wenn man in irgendeiner Seitenstraße läuft, die nur noch eine Sackgasse ins nächste Dorf ist. Dort wiederum wird man sogar ungefragt mitgenommen, weil man ja offensichtlich "zum Dorf gehört". Da erwartet auch niemand einen Obolus.
Auch ich habe mal einem Vortrag von Anton Krotov gelauscht und war erstaunt, dass er es geschafft hat, an dieser Reiseart in Russland Freude zu finden. Aber für ihn gehörte dieses stundenlange Warten auch dazu und es war "Teil des Programms". Auch er hat berichtet, dass man von vorn herein die Erwartung klären sollte und das Wort für "kostenlos" kennen sollte.
Kurz gesagt: Erwarte, dass es um ein Vielfaches der Geduld gegenüber Deutschland abverlangen wird. Eine Kultur des Trampens, wie in Deutschland einst üblich, gibt und gab es schlicht nicht.
In Russland hatte ich es vereinzelt versucht, aber es war selbst damals deutlich schwerer bis unmöglich. An Stellen, wo man in Deutschland wohl 30 Minuten gestanden hätte, kam ich selbst nach drei Stunden nicht weg. Teilweise hielt am Ende ein regulärer Bus an und ich habe ein Ticket gekauft. Und auch in Russland gab es inzwischen Blablacar (und nun russische Alternativen), so dass es eher noch komplizierter geworden ist. In besagten Telegram-Gruppen für Fahrten nach Russland ist eine Kostenbeteiligung meiner Erfahrung nach Grundverständnis. Deutschland-Russland meist zwischen 80 und 100 Euro.
Gute Erfahrungen habe ich gemacht, wenn man in irgendeiner Seitenstraße läuft, die nur noch eine Sackgasse ins nächste Dorf ist. Dort wiederum wird man sogar ungefragt mitgenommen, weil man ja offensichtlich "zum Dorf gehört". Da erwartet auch niemand einen Obolus.
Auch ich habe mal einem Vortrag von Anton Krotov gelauscht und war erstaunt, dass er es geschafft hat, an dieser Reiseart in Russland Freude zu finden. Aber für ihn gehörte dieses stundenlange Warten auch dazu und es war "Teil des Programms". Auch er hat berichtet, dass man von vorn herein die Erwartung klären sollte und das Wort für "kostenlos" kennen sollte.
Kurz gesagt: Erwarte, dass es um ein Vielfaches der Geduld gegenüber Deutschland abverlangen wird. Eine Kultur des Trampens, wie in Deutschland einst üblich, gibt und gab es schlicht nicht.
Re: Von Deutschland nach Russland trampen.
In Russland konnte man früher gut mit den Elektritschkas "trampen" - schwarzfahren. Das war einfacher und sicherer als richtiges trampen. Gen Westen war dann in Brest Schluss, ab da dann auf der Straße.
- Wladimir30
- Globaler Moderator

- Beiträge: 6521
- Registriert: 07 Okt 2014, 11:14
- Wohnort: Celle / Wladimir
Re: Von Deutschland nach Russland trampen.
Erschwert wird das ohnehin nicht einfache Trampen in Russland (s.o.) noch dadurch, dass es immer häufiger Fälle gibt, wo harmlos aussehende Leute (z.B. Mutter mit Kleinkind auf dem Arm) Drogen im Auto verstecken, und paar hundert Meter, nachdem diese Perspn ausgestiegen ist, eine Verkehrskontrolle stattfindet, die diese dann findet. Deshalb schrecken viele an sich freundlich gesonnene Fahrer davor zurück, überhaupt anzuhalten.
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee