Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Erlebinsse einer Wolga-Kreuzfahrt und Abenteuer-Reisen nach Kamtschatka können hier diskutiert werden. Aber natürlich auch, ob Aeroflot die wirklich günstige Flugverbindung nach Moskau ist.
Tatjana aus Bonn
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von Tatjana aus Bonn »

Ich füge mal meinen Erfahrungsbericht ein, ist vielleicht für andere Reisende interessant.
Ich habe in der Nacht vom 25. auf den 26. August die estnisch-russische Grenze in Luhamaa/Schumilkino überquert, per Reisebus von Riga aus.
Die estnischen Zöllner haben bei allen Buspassagieren das Gepäck kontrolliert, d.h. durch den Scanner gejagt und manche Koffer/Taschen mußten geöffnet werden. Ich hatte eine Kamera, ein professionelles Objektiv, einen Laptop dabei - aber das war okay, sie haben sich nur die Kamera zeigen lassen und gesehen, daß sie nicht neu war. Was ihnen nicht gefallen hat, war, daß ich eine externe Festplatte hatte. Beim nächsten Mal ginge das nicht (auch sie ist nicht neu, sondern mit meinen persönlichen Daten gefüllt). Eine Flasche Wein war ok (Geschenke im Wert von bis zu 300 Euro sind möglich, sagte man mir). Sie haben nach Euro gefragt, ich hatte noch ein paar Münzen, die nicht beanstandet wurden.

Auf der russischen Seite wurden 15 Passagiere, darunter auch ich, ca. zweieinhalb Stunden aufgehalten. Es waren wohl fast alle Ausländer und Doppelstaatler. Wir wurden nicht verhört, aber mussten einen Antrag ausfüllen (ich hätte auf die entsprechende Frage vielleicht nicht sagen sollen, daß ich Russisch spreche. lese und schreibe, denn ein Mann aus Singapur, der nur Englisch sprach, wurde so durchgelassen). In den Antrag musste man z.B. den Zweck der Reise, die Adresse am Zielort, die Identifikationsnummer des Mobiltelefons eintragen. Unsere Pässe verschwanden in einem Hinterzimmer (vermutlich zum Ablgeich mit einer Datenbank). Schließlich wurden alle nacheinander aufgerufen, mußten den Antrag abgegeben (den niemand auch nur anschaute), bekamen den Paß zurück und durften einreisen. Die Zollkontrolle war harmlos, Scanner und die Frage, was man an Bargeld dabei habe.
Insgesamt dauerte der Grenzübertritt 4,5 Stunden.
Ich bin sonst immer über Narva gereist, aber wegen der ewig langen Schlangen dort habe ich diesen anderen Weg gewählt, obwohl ich immer wieder von den Verhören auf russischer Seite in Schumilkino und Kunitschina Gora gehört habe.

Auf dem Rückweg habe ich meine Standartroute über Ivangorod/Narva genommen und beide Grenzen innerhalb von 30 Minuten überquert (in Russland gab es etwas Wartezeit, weil der Bus voll war und entsprechend viele Leute gleichzeitig ankamen).

Grundsätzlich kann ich mich nicht beschweren, sowohl die estnischen als auch die russischen Grenzbeamten und Zöllner haben sich mir gegenüber immer korrekt verhalten. Ein FSB-Verhör mit Telefonkontrolle hatte ich nur ein einziges Mal im Mai 2022 bei der Einreise über Moskau Scheremetjevo.
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Axel Henrich
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von Axel Henrich »

Thx für deine ausführliche Schilderung! ;)

-ah-
surfdonegal
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von surfdonegal »

Guten Abend,

so, hier der vorläufige Rest unserer Büchergeschichte, die ich so ausfühlich geschildert habe .

Obwohl man uns im Hauptzollamt Pskov gesagt hatte, daß ich auf keinen Fall vor Gericht erscheinen muß und es nur darum gehe, daß man feststellt, ob man die Bücher zurückgibt, einbehält ohne Strafe oder einbehält mit Strafe , habe ich zwischenzeitlich eine Vorladung vor das Statdgericht in Pskov bekommen, zunächst per Email, jetzt mit Einschreiben und Rückschein ( der Versand aus Rußland hat etwa 14 Tage gedauert ) .

Ich habe nun zurückgeschrieben, daß das Erscheinen vor Gericht in Pskov für mich mit Fähre eine Mindestabwesenheit von zuhause von 6 Tagen und nur mit Auto von 8 Tagen bedeutet und insgesamt Kosten von 180000 Rubel enstehen, da ich selbstständig bin, kann ich mir das nicht leisten . Ich habe denen meine Eingebungen an den Zoll und an das Gericht geschickt, weil ich glaube, daß der Zoll das überhaupt nicht wietergeleitet hat, weil es ihn ja selbst belasten würde .

Parallel hatte ich diese Unterlagen auch an die russische Botschaft in Berlin, mit der Bitte um Weiterleitung an die überwachenden Behörden und Überprüfung meines Vorgangs, geschickt, habe aber außer der Empfangsbestätigung noch keine weitere Reaktion bekommen .

Irgendwie macht sich das Gefühl breit, daß man hier jetzt krampfhaft versucht, aus einer Mücke einen Elefanten zu bauen, das alles ist so widersinnig und sinnlos .

Viel schlimmer ist aber aus meiner Sicht dieser Gerichtstermin und meine Nichteilnahme, eine Anwältin in Russland sagte zu mir , um einem Gerichtstermin fernzubleiben gibt es nur zwei Gründe, entweder ist man im All oder tot .

Ich hoffe ja, daß sich das alles nicht auf meinen Visastatus auswirkt, das wäre sehr schade ....
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Norbert
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von Norbert »

Also ich habe schon eine Gerichtsvorladungen verpasst und hatte keinerlei Probleme deswegen. Da ging es um ein Verkehrsvergehen und die Richterin meinte zuvor am Telefon zu mir, ich müsse unbedingt kommen, denn wenn ich nicht komme, entscheide man ohne mich, und deswegen müsse ich unbedingt kommen. Ich kam nicht, wurde milde verurteilt und als Grund wurde explizit meine Einsicht genannt. Das einzige, wo Einsicht zu erkennen war, muss das Wort "согласен" im Protokoll der Polizei gewesen sein.

Zweite Erfahrung war ein Zollvergehen meiner Frau - wir hatten eine Pflanze mit Wurzeln eingeführt. Meine Frau hat das Gericht angerufen und ebenso mitgeteilt, dass sie nicht anreisen kann. Ihr wurde das Urteil per E-Mail zugestellt und sie hat die Strafe brav bezahlt.
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von HJ52 »

surfdonegal hat geschrieben: 30 Sep 2025, 22:49

Irgendwie macht sich das Gefühl breit, daß man hier jetzt krampfhaft versucht, aus einer Mücke einen Elefanten zu bauen, das alles ist so widersinnig und sinnlos .
Fuer die Gold-Geschichte im letzten Jahr ist uebrigens auch der Zoll Pskov zustaendig.

Und der Russe ist nun doch nicht so bloed, wie der Westen denkt. Wenn ein Reisender oder Neubuerger in Foren oder Gruppen mitteilt, wie geil, wieder einmal, die Beamten in Buratchki oder Ubylinka "verarscht" wurden, sollte jedem klar sein, warum Dienst nach Vorschrift geschoben wird.
Je stärker die Nato, desto sicherer der Weltfrieden.
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von surfdonegal »

Hallo,

den Kommentar verstehe ich nicht so richtig !?

Wenn ich die Aussagen mal so auf mich beziehe, dann kann ich nur dazu sagen, vielleicht glaubt man in den Kreisen der Menschen, die an den Grenzen arbeiten, daß alle Reisenden blöd sind und man mit ihnen machen kann , was man will . Wobei in diesem Fall auch so etwas zum Tragen kommt , wie es auch in Deutschland sehr bekannt und verbreitet ist, gib einem einfachen Menschen eine Uniform , dann wird er sofort zum Untier ...
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von fugen »

surfdonegal hat geschrieben: 02 Okt 2025, 14:34 Hallo,

den Kommentar verstehe ich nicht so richtig !?

Wenn ich die Aussagen mal so auf mich beziehe, dann kann ich nur dazu sagen, vielleicht glaubt man in den Kreisen der Menschen, die an den Grenzen arbeiten, daß alle Reisenden blöd sind und man mit ihnen machen kann , was man will . Wobei in diesem Fall auch so etwas zum Tragen kommt , wie es auch in Deutschland sehr bekannt und verbreitet ist, gib einem einfachen Menschen eine Uniform , dann wird er sofort zum Untier ...
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von AnGro »

fugen hat geschrieben: 02 Okt 2025, 15:25 Gib einem Menschen Macht und Du erkennst seinen Charakter ;-)
Ist überall so, egal wieviel Macht und egal an welchem Ort
Ist wohl so. Zum Glück ist der Charakter selbst bei Zöllnern offenbar bei 80% dieser recht in Ordnung. Meistens sind die Kontrollen menschlich ganz ok, wenn auch inhaltlich total nervig. Die anderen 20% sind die Grundlage für die Abenteuerberichte. Über die Jahre haben sich da auch bei mir einige Erlebnisse angesammelt.
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von Packerowski »

Tatjana aus Bonn hat geschrieben: 05 Sep 2025, 03:39 Wir wurden nicht verhört, aber mussten einen Antrag ausfüllen (ich hätte auf die entsprechende Frage vielleicht nicht sagen sollen, daß ich Russisch spreche. lese und schreibe, denn ein Mann aus Singapur, der nur Englisch sprach, wurde so durchgelassen).
Das kann funktionieren, muss aber nicht. Es ist ja auch vorstellbar, dass sich dort, sagen wir, fünf Leute um die eingehender zu "befragenden" Reisenden kümmern, von denen nur einer Englisch spricht. Und dann wartet man eventuell sogar noch länger.

Ich habe das noch nie ausprobiert, weil ich glaube, es ist eh keine gute Idee, so zu tun, als würde man die Sprache nicht verstehen, wenn man vorher im Visumantrag ein Studium an der Moskauer Staatsuniversität angegeben hat. :roll:
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Re: Warnung vor dem Grenzübergang Koidula - Kunitschina Gora

Beitrag von Norbert »

Ich glaube es ist auch nicht banal, seine Kenntnisse nachher zu verbergen. Ich meine die Emotionen völlig zurückzuhalten, wenn irgendetwas besprochen wird, was man ja angeblich nicht versteht.
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