Wassermangel auf der Krim

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Norbert
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Re: Wassermangel auf der Krim

Beitrag von Norbert »

Jenenser hat geschrieben: 12 Jun 2026, 12:55Schon nicht so einfach, die passenden Worte zu finden.
Achtung, UN-Völkerrecht war bereits mir ein Zitat. Ich habe die Formulierung nur um Kontext genutzt und sehe das selbst differenzierter.

Ich meine Russland kann das auch selbst nicht so richtig greifen, welche Gebiete nun welchen Status haben. Die Krim ist schon lange faktisch integriert, und dennoch sind nicht alle Banken und alle Mobilanbieter vollumfänglich vor Ort. Die RZD fährt nicht selbst dahin, sondern nur Tochterfirmen. Warum wohl?

Die seit 2014 kontrollierten Teile von Donetsk und Lugansk, nochmals anders. Die seit 2022 kontrollierten Gebiete wieder anders. Und die gar nicht kontrollierten aber laut Verfassung dennoch russischen Gebiete sind völlig unklar.
Jenenser hat geschrieben:In der Ukraine dieser Jahre gehörte zum festen Bestand der Sowjet-Nostalgie immer der öffentliche Nahverkehr. Geschwärmt wurde u.a. von den tschechoslowakischen Straßenbahnen und O-Bussen, die doch regelmäßig bis zum bitteren Ende der Sojus ausgetauscht und erneuert wurden.

Und das blieb dann ab dem Jahr 1991 eben aus. Schaue ich mal in den heutigen Bestand in Kiew, Charkow, Odessa... scheint die Möglichkeit immer noch recht groß, eine Straßenbahn, Baujahr 1983, zu entern…

Im Jahr 2009 bin ich übrigens die längste Trolleybus-Strecke der Welt von Simferopol nach Jalta abgefahren, natürlich noch in einem betagten Skoda-Bus.
Und genau das meine ich ... bis 2014 fuhren da noch die Fahrzeuge aus den 19070ern und 1980er, inzwischen eben aber hochmoderne. In Odessa bis heute das, was aus der Sowjetunion überdauert hat oder vom Westen verschenkt wurde.
Jenenser hat geschrieben:Denke mal an das ZB-Fest in Balaklawa im Jahr 2017 und den Auftritt von Scooter! Was war das für ein Skandal! Was ist eigentlich mit dem Frontmann H. P. Baxxter?
Scooter hat demnächst ein Konzert im Dyyynamo-Stadion in Dräsdn.
AnuLeB
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Re: Wassermangel auf der Krim

Beitrag von AnuLeB »

Norbert hat geschrieben: 12 Jun 2026, 12:22 .....

Die Ukraine hat diese Entwicklung verpasst. Juschtschenko, Poroschenko, Timoschenko, Selensky haben es alle nicht vermocht, daran etwas zu ändern. ......
Hm, auch wenn das jetzt ein wenig aus dem Ruder läuft:

Du hast schon absolut recht, dass die genannten Präsidenten es versäumt haben, die wirtschaftliche Lage der Menschen in der Ukraine zu verbessern. Sie hatten es allerdings auch extrem schwer. Schließlich war die gesamte Wirtschaft der Ukraine kompatibel mit der russischen, aber eben nicht mit der westlichen Wirtschaft. Diesen Umstand hatte sich Russland schon zu nutze gemacht, um die ukrainische Wirtschaft unter Druck zu setzen. Erst unter Poroschenko wurde die Wirtschaft auch Richtung Westen geöffnet, was dazu führte, dass recht viele Unternehmungen von westlichen Investoren und der Zentral- und Westukraine gegründet worden sind. Diese Unternehmungen waren schon recht erfolgreich, und haben es möglich gemacht, dass sich regional sowas wie Wohlstand breit machte. Natürlich hatte sich Poroschenko darum nach Kräften bemüht, dass diese Investoren nur wenig Bekanntschaft mit der Korruption, oder unter den von den vorherigen Präsidenten willkürlich erlassenen und sich widersprechenden Steuergesetzen zu leiden hatten. Poroschenko war nicht nur Willens und Wollens in der Ukraine aufzuräumen, er wollte das Land auch stärker an den Westen anlehnen, um ein wenig von dem wirtschaftlichen Erfolg der EU in die Ukraine bringen zu können. Nicht richtig daran partizipieren konnten die Ukraine im Osten und Südosten der Ukraine. Die Wege für die westlichen Investoren waren eben zu lang, und Russland fing da ja schon an, die Krim zu besetzen und den "Bürgerkrieg" im Donbas zu starten. Da war in diesen Regionen eben keine Rechtssicherheit mehr gegeben, und überhaupt das Risiko zu groß, dass die dortigen "Konflikte" eskalieren und sich ausweiten.

Wie wir ja alle Wissen hatte Poroschenko dann die Wahlen gegen Selenskyj verloren. Eigentlich dem typischen Wechselspiel zwischen pro-russischen und pro-ukrainischen Präsidenten, müsste Selenskyj eigentlich wieder ein pro-russischer Präsident sein. Wie und wo ich ihn verorten soll, weiß ich selber noch nicht. Schließlich wurden unter seiner Regentschaft Minenfelder an den russischen Grenzen geräumt und Truppen aus grenznahen Bereichen weiter ins Landesinnere verlegt. Es gibt daher Kritiker, welche meinen, dass er den Weg für die russische Vollinvasion freigemacht hat. Zeitgleich hat er aber auch, nachdem die Vollinvasion tatsächlich gestartet ist, eine Strategie und Taktik entwickelt, entwickeln lassen, welche von den westlichen Militäranalysten belächelt wurde, nun aber die Russen vor massive Probleme stellt.

Irgendwann, wenn der sinnlose Krieg vorbei ist, werden sich, so hoffe ich, die richtigen Leute mit der Aufarbeitung dieser schlimmen Zeit beschäftigen, und hoffentlich Licht ins Dunkel bringen.
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