AnGro hat geschrieben: 08 Sep 2026, 16:22
Aber bitte nicht abschweifen. Hier geht es immer noch um das Agieren Russlands: was wollten die Regierenden mit dem Krieg wirklich erreichen bzw. verhindern, was solch einen Ressourceneinsatz rechtfertigt?
Nun, diese Frage wurde hier oft und lange diskutiert, sehr kontrovers und mit wenig Bereitschaft von beiden Seiten, diese seine eigene Position zu ändern. Deshalb wollte ich das nicht wieder aufwärmen.
Es geht primär um die eigenen Sicherheitsinteressen, die jahrelang eingefordert, aber stets ignoriert wurden. Die Gründe für dieses Ignorieren sind in den Beiträgen vorher benannt. Wenn eine Bedrohung immer größer wird, musst du irgendwann reagieren.
Die Ziele wurden im Laufe der letzten Jahre an die sich laufend, zum Teil rasant ändernden geopolitischen realen Gegebenheiten angepasst. Von diesen Änderungen, den Verschiebungen in den politischen, wirtschaftlichen, vor allem aber finanzpolitischen Einflusszonen wird in der westlichen Presse in der Regel sehr wenig berichtet. Wobei bei all dem das o.g. Primärziel immer noch unverrückt bestehen bleibt.
So die Kurzform.
Nun kann man trefflich darüber diskutieren, ob diese Ziele nicht auch auf anderen Wegen, die weniger Menschenleben gekostet hätten, hätten erreicht werden können. Auf dem Sofa sitzend vorm Fernseher und die Zeitung in der Hand geht das naturgemäß am besten. Diskussionen auf dieser Basis bringen aber nichts, weil viele relevante Infos unbekannt bleiben und vieles stark verkürzt und vereinfacht wird. Zudem die Geschichte den Konjunktiv noch nie vertragen hat. Hätte hätte usw.... Wir können nur ausgehen von dem, was ist und versuchen, Schlüsse zu ziehen und Ereignisse zu steuern. Das gelingt nur sehr selten. Die Menschenketten beim NATO Doppelbeschluss haben vermutlich etwas bewegt, aktuell bleibt abzuwarten, ob Wahlen wie die vom letzten Sonntag etwas zu ändern imstande sind.