Passt das eigentlich noch zum Thema?
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22
Nun wird es wirklich spannend.
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22
Ich geb ehrlich zu, mir wurde damals immer das Bild vermittelt, dass die Leute aus dem "Osten" arme Schweine sind, keine Ahnung, was in der Welt vor sich geht, da weder Nachrichten (freie, d.h. richtige) noch eigene Reisemöglichkeiten bestanden.
Im Urlaub erzählte ein Schwabe mal, in den 1980ern gab es ja nur 3 Fernsehprogramme. Meine Antwort: Wir hatten 5, Deine 3 und 2 von uns.
Im Geographieunterricht hing damals so `ne Reliefkarte aller sozialistischer Länder mit ihren entsprechenden Staatsgrenzen. Ringsherum war alles weiß, dort existierte einfach nichts. Die Erde ist halt doch eine Scheibe, war so ein Witz. Heute denke ich, die Karte zeigte doch recht viel. Schon damals hatte ich den Wunsch, da überall mal hinzureisen.
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22 Und obwohl das offizielle Ziel der Politik die Einheit war, wurde alles dafür getan, dass nimmermüde erklärt wurde, dass "die da" irgendwie ganz anders seien, so nicht so deutsch irgendwie.
Kennt noch jmd. den Franz Schönhuber. Die Partei Republikaner in der BRD schien Ende der 1980er im Aufwind. In der Umbruchphase 1989/1990 resümierte er in einem Interview: Die DDR sei weniger russifiziert worden, als die Bundesrepublik amerikanisiert. Im Grundsatz sei sie deutsch geblieben… Na das ging ja runter, wie Öl. Der Schönhuber und seine Partei wurden bei der Volkskammerwahl im März 1990, der sogenannten ersten freien Wahl in der DDR, übrigens nicht zugelassen. Der Kohl lachte sich damals ins Fäustchen…
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22
Allein dass heute noch aktiv von Ossis und Wessis gesprochen wird, zeigt ja, dass diese Kategorien immer noch im Denken verankert sind.
Wann kamen diese Begriffe eigentlich auf? Hermsdorfer Kreuz, Transitautobahn, Rastplatz, Westautos, Ende der 1980er. Die Insassen galten damals als Bundis. Und wir waren die Zonis. (Vorsicht, diese Bezeichnung durften die Zonis nur untereinander benutzen!).
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22 Aber noch mehr? Da müsst ihr erstmal lernen, richtig zu arbeiten.
Die Bereitschaft war grundsätzlich da, Es gab sichtbar ja auch einiges zu tun. Überhebliche Kolonialarroganz hat sich recht schnell ausgebreitet und deren Auswirkungen in ganze Familien eingebrannt. Und, jetzt gab es keine Fluchtmöglichkeit mehr, wenn einem die „Gesellschaft“ oder der „äußere Umstand“ nicht mehr gefiel.
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22
Sprich es war schon ein erhebliches Überlegenheitsgefühl den Ossis gegenüber. Und damit dann natürlich der UdSSR gegenüber erst recht.
Mir kommen nochmal die Städtepartnerschaften Russland – Deutschland in den Sinn. Es gab doch auch in Zeiten des Kalten Krieges bis 1991 ausreichend Handelsembargos, Sanktionen seitens des „Westens“ gegenüber der Sowjetunion. Nicht zu vergessen, der Rüstungswettlauf. Waren sie nicht insgesamt auch eine Ursache des „darbenden Wladimirs“ Anfang der 1990er Jahre? Die einsetzende Hilfe, „Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport, regelmäßigen Schüler- und Studentenaustausch“ kamen doch erst so richtig in Fahrt, nachdem der Gegner bezwungen wurde. Und erfolgten garantiert nicht selbstlos.
Seit 2014 gibt es schon wieder Sanktionen gegen Russland seitens des "Westens". Die guten Taten der Städtepartnerschaften griffen nun spätestens ab dem Jahr 2022 auch nicht mehr, um Russland erneut in eine bestimmte Richtung zu treiben.