Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Welche Unterlagen werden für ein Visa nach Russland benötigt, was ist eine Migrations-Karte, Probleme mit der Registrierung ... Hilfe findest Du hier.
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Axel Henrich
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von Axel Henrich »

HJ52 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 11:58Reflexartig wollte ich - Wessi! - antworten.
Was die Arroganz damals betrifft, hättest du auch sicher Recht!
Ansonsten haben z.B. auch Ossis Bilder von den schlimmsten Orten gemacht und haben die dann mit dieser fremdschäm-Überheblichkeit rumgereicht und damit den Eindruck erweckt, es sähe überall so aus ... :roll:
Spielt Neid auf den Wohlstand des Westens eine Rolle?
Neid? Nö, überhaupt nicht! Wir (Ossis) haben nebenbei fast allein die Kriegslasten und Reparationen getragen. Russland hat zur Reparation bestimmt ein Viertel (?) der Industrie abgebaut und nach Russland verbracht und auch ein Teil der Produktion beansprucht. Dazu das System an sich, Verträge innerhalb unserer "Wirtschaftsunion" ... ;)

Dafür haben wir es nicht so schlecht gemacht, nicht so schlecht gelebt, wie das heuer oft gesagt wird. Womit wir wieder beim Stolz wären ... ;)

Auf der anderen Seite Marschallplan (wobei auch der eher ein Vorteil für die Amis war), Industrien verblieben im Land ..?
Dafür haben Sie dann nach der Wende gelöhnt...

-ah-
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Wladimir30
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von Wladimir30 »

Nun wird es wirklich spannend.

Ich denke mal, dass sich die Meinungen hierzu individuell stark unterscheiden werden und, was oft vergessen wird, auch bei ein und derselben Person sich im Laufe der Zeit ändern (zumeist unmerklich). Was vor gut 20 Jahren unser aller Meinung war, ist sicher nur noch teilweise kongruent mit dem, was wir heute denken.

Ich geb ehrlich zu, mir wurde damals immer das Bild vermittelt, dass die Leute aus dem "Osten" arme Schweine sind, keine Ahnung, was in der Welt vor sich geht, da weder Nachrichten (freie, d.h. richtige) noch eigene Reisemöglichkeiten bestanden. "Sie können ja nix dafür....". So der Tenor. Und obwohl das offizielle Ziel der Politik die Einheit war, wurde alles dafür getan, dass nimmermüde erklärt wurde, dass "die da" irgendwie ganz anders seien, so nicht so deutsch irgendwie.

Sprich es war schon ein erhebliches Überlegenheitsgefühl den Ossis gegenüber. Und damit dann natürlich der UdSSR gegenüber erst recht.

Allein dass heute noch aktiv von Ossis und Wessis gesprochen wird, zeigt ja, dass diese Kategorien immer noch im Denken verankert sind.

Und als dann die Grenze geöffnet wurde, na, klar, die kommen jetzt alle mit ihren Trabis, verstopfen die Autobahnen (Frevel, und was für einer!) wollen unseren sauer verdienten Wohlstand für umsonst bekommen. Begrüßungsgeld? Ok, geschenkt, wir müssen den armen Kerlen ja helfen. Aber noch mehr? Da müsst ihr erstmal lernen, richtig zu arbeiten.

Dem entsprechend war das Bild "den Russen" gegenüber nochmal potenziert so. Und ist es bei vielen heute sicher immer noch so.

Ich will das in keinster Weise verharmlosen, verniedlichen, verteidigen. Dies war die Denke, wie sie bei vielen Leuten im Westen im Vordergrund stand. Nicht bei allen! Aber, ja, auch ich war nicht frei davon. Und mir wurde erst viel später klar, was für einer üblen Masche ich da ins Nerzr gegangen war. Oder mich selber dort hab reinfallen lassen, was wohl mindestens genauso richtig ist. Parallelen zur heutigen Meinung vieler über die Rolle Russlands in der modernen Geschichte, wie diese Meinung gesteuert wird und von vielen absolut kritiklos an- und übernommen wird, drängen sich da auf.
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HJ52
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von HJ52 »

Nach der Wende waren die „Wessis“ in unserer Familie zunächst eine willkommene Einnahmequelle. Von meinen Eltern habe ich jedenfalls nicht bewusst mitbekommen, dass sich ein aktiver Hass auf sie (Wessis) breitgemacht hätte – auch nicht im Zusammenhang mit dem Gefühl, zu den „Wendeverlierern“ zu gehören. Ab und zu gab es zwar Bemerkungen darüber, dass manche versucht hätten, wegen des verlockenden Westgeldes noch bessere Bedingungen auszuhandeln, das wars aber.

Meine tief verwurzelte Abneigung gegen einen bestimmten Menschenschlag – nennen wir sie einmal „Geschäftemacher“ – kann also wohl kaum in meiner Jugend entstanden sein.

Bleibt die spätere Lebenserfahrung. Wurde ich von Westdeutschen übervorteilt, bewusst betrogen oder als dummer Ossi hingestellt? Auch hier lautet die ehrliche Antwort: nein. Während meiner Selbstständigkeit habe ich überwiegend mit westdeutschen Firmen gearbeitet. Wenn etwas schiefging, lag die Ursache, soweit ich das beurteilen konnte, meist bei mir selbst.
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von Bluewolf »

Meine ersten Erfahrungen mit "Ossis" -> sind anders. Aber ohne direkte Wertung.
Als Kind in einer Stadt mit gleich drei Garnisonen groß geworden, war zwar ein gewisser Militarismus da, aber gar nicht mal in der Art "Sowjetunion böse". Eher, wir können euch noch nicht aus den Augen lassen, also Westdeutschland. Ich behaupte, für die meisten ohne direkten Familienbezug oder näher als 100 km an der Grenze wohnend, war in den 70/ 80er Jahren die DDR, und noch mehr die Sowjetunion, etwas fremdes, über das man mal im Geschichtsunterricht gehört hat. In meinem Gymnasium war das Thema Warschauer Pakt/ Eiserner Zaun in 4 Stunden abgehakt, gegenüber einem ganzen Schuljahr 1. WK, Weimarer Republik, 2. WK, mit expliziten Vorträgen zum Holocaust. Ich hätte, mitten in der Nacht geweckt, die Namen sämtlicher KZs aufsagen können, aber sicher nicht mehr als drei der damaligen Namen ostdeutscher Städte.
Mein bester Freund hatte einen Handwerksbetrieb. Alles dabei, von der Schreinerei, Malerbetrieb und Dachdecker. Als die Mauer fiel, war er eine Woche später in Thüringen und hat ein Lager in Zella-Mehlis gekauft. Danach ein Gebäude in Suhl, dass zum Büro umgebaut wurde. Wie die Jungs danach drauf waren, Stichwort "Drückerkolonnen" (du brauchst dringend ein neues Dach, und ich habe sogar einen Kredit dazu), hat mein Bild vom kapitalistischem Wessi nachhaltig geprägt. Das war, als hätte sich ein Rudel Orcas auf eine Kolonie Robben gestürzt. Diese Naivität bei ihren "Kunden" an manchen Stellen, tat fast körperlich weh. Meine Kumpels haben sich in dieser Zeit eine goldene Nase verdient. Das Geschäftsmodell ging irgendwann so weit, das sich die Jungs drei Tanklaster im Osten kauften, sie in Rumänien betankt haben und den Sprit auf dem Weg verkauft haben. Mit dem "Reichtum" kam dann die Überheblichkeit und Arroganz, und man hat sich ganz schnell zerstritten und gegenseitig Konkurrenz gemacht. Nachdem mein Freund mit 35 gestorben ist, war auch die Firma schnell Geschichte. Funfact: Der damalige Mann meiner Frau aus Russland hatte mit seinen Kumpels Autos in Westdeutschland gekauft und in Russland vertickt. Das war deren erste Erfahrung mit Westdeutschland ;)
Dann kam noch das Thema Treuhand auf und das Ganze erreichte ein neues Level.
Also ja, ich verstehe speziell die Antipathie von heute 60/70 jährigen gegenüber Wessis. Jeder machte seine eigenen Erfahrungen, die meisten waren aber wohl nicht gut.
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von Zejtnot »

Also mir war als Dresdner schon in den späten 1990ern fremd, über "die Wessis" zu sprechen. Also nicht aus Prinzip nicht, ich sah es schlicht nicht. Und ich verstehe auch nicht, wie meine Generation vereinzelt noch heute so denkt. In meiner Denke sind die Unterschiede zwischen Berlin und Dresden teils größer als zwischen Aachen und Dresden.

Verstehen kann ich es bei den zwei Generationen über mir - deren Lebensläufe komplett umgeworfen wurden.

Ich habe doch nur profitiert: Von der behüteten DDR-Kindheit und der grandiosen Freiheit der wilden 1990er als Jugendlicher. Meine Eltern haben sich schnell zurechtgefunden, ihre Karrieren in anderen Branchen fortsetzen können, wir haben die Welt erkundet - ich will es nicht missen.
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg ?

Beitrag von HJ52 »

HeadMaster hat geschrieben: 03 Okt 2026, 02:10

Kanadier siedelt nach Russland um und beschwert sich, dass er für die unbefristete Aufenthaltserlaubnis zum russischem Militär gehen muss.

Laut einem deutschsprachigen Telegram-Kanal, scheint sich das Thema in Wohlgefallen aufgeloest.
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Jenenser
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von Jenenser »

Passt das eigentlich noch zum Thema?
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22 Nun wird es wirklich spannend.
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22
Ich geb ehrlich zu, mir wurde damals immer das Bild vermittelt, dass die Leute aus dem "Osten" arme Schweine sind, keine Ahnung, was in der Welt vor sich geht, da weder Nachrichten (freie, d.h. richtige) noch eigene Reisemöglichkeiten bestanden.
Im Urlaub erzählte ein Schwabe mal, in den 1980ern gab es ja nur 3 Fernsehprogramme. Meine Antwort: Wir hatten 5, Deine 3 und 2 von uns.

Im Geographieunterricht hing damals so `ne Reliefkarte aller sozialistischer Länder mit ihren entsprechenden Staatsgrenzen. Ringsherum war alles weiß, dort existierte einfach nichts. Die Erde ist halt doch eine Scheibe, war so ein Witz. Heute denke ich, die Karte zeigte doch recht viel. Schon damals hatte ich den Wunsch, da überall mal hinzureisen.
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22 Und obwohl das offizielle Ziel der Politik die Einheit war, wurde alles dafür getan, dass nimmermüde erklärt wurde, dass "die da" irgendwie ganz anders seien, so nicht so deutsch irgendwie.
Kennt noch jmd. den Franz Schönhuber. Die Partei Republikaner in der BRD schien Ende der 1980er im Aufwind. In der Umbruchphase 1989/1990 resümierte er in einem Interview: Die DDR sei weniger russifiziert worden, als die Bundesrepublik amerikanisiert. Im Grundsatz sei sie deutsch geblieben… Na das ging ja runter, wie Öl. Der Schönhuber und seine Partei wurden bei der Volkskammerwahl im März 1990, der sogenannten ersten freien Wahl in der DDR, übrigens nicht zugelassen. Der Kohl lachte sich damals ins Fäustchen…
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22
Allein dass heute noch aktiv von Ossis und Wessis gesprochen wird, zeigt ja, dass diese Kategorien immer noch im Denken verankert sind.
Wann kamen diese Begriffe eigentlich auf? Hermsdorfer Kreuz, Transitautobahn, Rastplatz, Westautos, Ende der 1980er. Die Insassen galten damals als Bundis. Und wir waren die Zonis. (Vorsicht, diese Bezeichnung durften die Zonis nur untereinander benutzen!).
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22 Aber noch mehr? Da müsst ihr erstmal lernen, richtig zu arbeiten.
Die Bereitschaft war grundsätzlich da, Es gab sichtbar ja auch einiges zu tun. Überhebliche Kolonialarroganz hat sich recht schnell ausgebreitet und deren Auswirkungen in ganze Familien eingebrannt. Und, jetzt gab es keine Fluchtmöglichkeit mehr, wenn einem die „Gesellschaft“ oder der „äußere Umstand“ nicht mehr gefiel.
Wladimir30 hat geschrieben: 26 Okt 2026, 14:22
Sprich es war schon ein erhebliches Überlegenheitsgefühl den Ossis gegenüber. Und damit dann natürlich der UdSSR gegenüber erst recht.
Mir kommen nochmal die Städtepartnerschaften Russland – Deutschland in den Sinn. Es gab doch auch in Zeiten des Kalten Krieges bis 1991 ausreichend Handelsembargos, Sanktionen seitens des „Westens“ gegenüber der Sowjetunion. Nicht zu vergessen, der Rüstungswettlauf. Waren sie nicht insgesamt auch eine Ursache des „darbenden Wladimirs“ Anfang der 1990er Jahre? Die einsetzende Hilfe, „Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport, regelmäßigen Schüler- und Studentenaustausch“ kamen doch erst so richtig in Fahrt, nachdem der Gegner bezwungen wurde. Und erfolgten garantiert nicht selbstlos.

Seit 2014 gibt es schon wieder Sanktionen gegen Russland seitens des "Westens". Die guten Taten der Städtepartnerschaften griffen nun spätestens ab dem Jahr 2022 auch nicht mehr, um Russland erneut in eine bestimmte Richtung zu treiben.
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von Wladimir30 »

Jenenser hat geschrieben: 27 Okt 2026, 17:56 Kennt noch jmd. den Franz Schönhuber. Die Partei Republikaner in der BRD schien Ende der 1980er im Aufwind. In der Umbruchphase 1989/1990 resümierte er in einem Interview: Die DDR sei weniger russifiziert worden, als die Bundesrepublik amerikanisiert. Im Grundsatz sei sie deutsch geblieben…
Klar kenn ich den noch. Und ich vermute mal, er hatte recht in seinem Resümee.
Mir kommen nochmal die Städtepartnerschaften Russland – Deutschland in den Sinn.... Waren sie nicht insgesamt auch eine Ursache des „darbenden Wladimirs“ Anfang der 1990er Jahre? Die einsetzende Hilfe, „Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport, regelmäßigen Schüler- und Studentenaustausch“ kamen doch erst so richtig in Fahrt, nachdem der Gegner bezwungen wurde. Und erfolgten garantiert nicht selbstlos.
Was nun speziell Wladimir und Erlangen betrifft, so stimmt das nicht so ganz. Sie kam 1986 auf persönliche Initiative des OB in Erlangen zustande, der eben gerade eine Basis schaffen wollte für Völkerverständigung. Es geb damals erheblich Widerstände hüben wie drüben. Aber er hat sich durchgesetzt, und langsam folgten weitere. Die ganzen Austauschprogramme, von denen Du sprichst, waren dann die angestrebte Frucht. In den 90ern kam dann humanitäre Hilfe dazu, ein komplettes Heizkraftwerk aus Erlangen, Busse für den Stadtverkehr und viele viele Hilfspakete, das Rote Kreuz wurde komplett von Null auf gegründet und lange begleitet.

Leider war der Städtepartnerschaftsbeauftragte der Stadt Erlangen, ein ehemals glühender Verfechter dieser Partnerschaft, ein strikter Feind des Kriegsausbruches und auf sein Betreiben oder zumindest mittels seiner aktiven Unterstützung wurde diese Vorzeigepartnerschaft abgesägt und sofort durch eine solche mit einer ukrainischen aus dem Kriegsgeebiet ersetzt. In der Sache nachvollziehbar, aber das Wie hat vielen ins Herz gestochen (ich bitte, das Pathos zu entschuldigen).
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von AnGro »

Wladimir30 hat geschrieben: 27 Okt 2026, 18:55 Leider war der Städtepartnerschaftsbeauftragte der Stadt Erlangen, ein ehemals glühender Verfechter dieser Partnerschaft, ein strikter Feind des Kriegsausbruches und auf sein Betreiben oder zumindest mittels seiner aktiven Unterstützung wurde diese Vorzeigepartnerschaft abgesägt und sofort durch eine solche mit einer ukrainischen aus dem Kriegsgeebiet ersetzt. In der Sache nachvollziehbar, aber das Wie hat vielen ins Herz gestochen (ich bitte, das Pathos zu entschuldigen).
Ein Bedauern dass die Vorzeigepartnerschaft abgesägt wurde könnte ich gut nachvollziehen, aber zu Bedauern, dass jemand ein strikter Feind des Kriegsausbruchs war ist doch etwas befremdlich. Ich hoffe, dass ist nur eine unglückliche Formulierung und nicht wirklich so gemeint.
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Re: Ausländer müssen für den russischen Pass in den Krieg?

Beitrag von Wladimir30 »

Ja, Du hast recht. Es war in der Tat sehr unglücklich ausgedrückt.

Was alle vor den Kopf gestoßen hat war, dass dieser Beauftragte 30 Jahre lang für diese Partnerschaft gelebt hat, seine Freizeit dafür hergegeben hat, für alle ein offenes Ohr hatte, allem und jedem geholfen hat, immer einen (Aus)weg fand. Und plötzlich wurde die Enttäuschung, Verbitterung über diesen Kriegsbeginn (und hier hast Du recht, das ist durchaus verständlich) direkt auf die Partnerschaft übertragen. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Kontakte abgebrochen, auch offiziell. Die Wladimirer Stadt- und Gebietsführung hat sich zu keiner Zeit als heißblütiger Befürworter dieses Krieges hervorgegangen, man bat oft um bilaterale Gespräche, um einen Meinungsaustausch aufrecht zu erhalten, man wollte seine eigene Position klar machen ind die andere Seite verstehen. Ich war direkt involviert in diese Versuche, den Kontakt nicht abreißen zu lassen, zumindest auf Sparflamme sozusagen weiter köcheln zu lassen. Die Wladimirer Seite stieß auf eine Wand der Ablehnung. Was noch verständlich wäre, wären da nicht lauthals Ehr- und Treuebezeugungen auf allen Kanälen viele viele Jahre lang kolportiert. Gemeinsame Auszeichnungen, vom Bundespräsidenten persönlich überreicht für diese Vorzeigepartnerschaft waren plötzlich nichts mehr wert.

Und das ging eben so weit, das praktisch über Nacht keinerlei Gespräche und kein Austausch mehr erwünscht und zugelassen wurde. Obwohl die Wladimirer Seite es immer wieder versucht hatte, weil einfach keiner den Gesprächsfaden abreißen lassen wollte. Bis man es dann aufgegeben hat.
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