Schon manchmal spannend, aktuelle, der Öffentlichkeit zugängliche, Beiträge des ehemaligen Städtepartnerschaftsbeauftragten Erlangens zu lesen. Und was Sozialisierung in der BRD in den 1970ern und 1980ern aus Menschen so gemacht hat. Das jetzt mal ohne Wertung.Wladimir30 hat geschrieben: 27 Okt 2026, 18:55
Leider war der Städtepartnerschaftsbeauftragte der Stadt Erlangen, ein ehemals glühender Verfechter dieser Partnerschaft, ... und auf sein Betreiben oder zumindest mittels seiner aktiven Unterstützung wurde diese Vorzeigepartnerschaft abgesägt und sofort durch eine solche mit einer ukrainischen aus dem Kriegsgeebiet ersetzt. In der Sache nachvollziehbar, aber das Wie hat vielen ins Herz gestochen (ich bitte, das Pathos zu entschuldigen).
Die heutigen Ossis, ungefähr in der gleichen Zeit aufgewachsen, tun sich immer noch schwer im Umgang mit solchen Leuten, wenn es um Themen, wie DDR, Sowjetunion oder das heutige Russland geht.
Auf einer Urlaubsreise lernten wir übrigens ein Pärchen aus dem bayerischen Regensburg kennen. Sie hatten in Nürnberg einst studiert und sind 1991 mit einem Hilfstransport „nach Russland“ in die Partnerstadt Charkow gereist. Viel hat sich seither verändert, sogar der Name der Stadt ist wohl ein anderer. Aber es gibt heute jedoch wichtigeres. Und das ist, denke ich, auch „okay“.
Hatte die deutsche Außenministerin im Jahr 2022 nicht angekündigt, Russland mit Sanktionen zu ruinieren? Worin lagen eigentlich die Ursachen, dass Wladimir, wie Du schreibst, Anfang der 1990er Jahre darbte? War nur das Gesellschaftssystem schuld oder Schlamperei? Was bringen wohlgemeinte Völkerverständigung mit den beschriebenen Früchten, wenn gleichzeitig Druckmittel gegen den Partner aufrecht erhalten werden?
So sind sie halt, die Russen! Bin mir sicher, die einst politisch organisierte Städtepartnerschaft hat in privaten- und geschäftlichen Bereichen Spuren hinterlassen, Beziehungen, die weiterhin bestehen.Wladimir30 hat geschrieben: 27 Okt 2026, 20:50 ...Die Wladimirer Seite stieß auf eine Wand der Ablehnung. Was noch verständlich wäre, wären da nicht lauthals Ehr- und Treuebezeugungen auf allen Kanälen viele viele Jahre lang kolportiert. Gemeinsame Auszeichnungen, vom Bundespräsidenten persönlich überreicht für diese Vorzeigepartnerschaft waren plötzlich nichts mehr wert.
Und das ging eben so weit, das praktisch über Nacht keinerlei Gespräche und kein Austausch mehr erwünscht und zugelassen wurde. Obwohl die Wladimirer Seite es immer wieder versucht hatte, weil einfach keiner den Gesprächsfaden abreißen lassen wollte. Bis man es dann aufgegeben hat.
«К чёрту политику!»

