Teilweise wusste ich das schon, teilweise ahnte/vermutete ich es, zum Teil aber war es vollkommen neu für mich.
Vielen Dank Käpt'n Blaubär (oder ist mein Englisch nicht gut genug für eine topgenaue Übersetzung?)...
Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
- Wladimir30
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Re: Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
Nach dem Kaffee ist vor dem Kaffee
- Zejtnot
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Re: Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
Aber bei Israel und Palästina wird es ja noch viel lustiger, weil ein nicht unerheblicher Teil es genau anders herum wahrnimmt, nämlich dass die deutschen Medien "1:1 israelische Propaganda weiterverbreiten" (ich übernehme Deine Formulierung ganz bewusst).
Und ich weiß sogar warum! In Israel gibt es 57 Hochschulen. Alle diese Hochschulen werden offiziell durch Israel finanziert oder kontrolliert. An 21 dieser 57 Hochschulen werden Ausbildung im Bereich Kommunikation angeboten. Das bedeutet nichts anderes, als dass Israel sich seit vielen Jahren einen Stab für Public Relations heranzüchten konnte. (Formulierung wieder bewusst übernommen, Zahlen auf die Schnelle von ChatGPT ermitteln lassen. Nicht eigenständig kontrolliert.)
Und ich weiß sogar warum! In Israel gibt es 57 Hochschulen. Alle diese Hochschulen werden offiziell durch Israel finanziert oder kontrolliert. An 21 dieser 57 Hochschulen werden Ausbildung im Bereich Kommunikation angeboten. Das bedeutet nichts anderes, als dass Israel sich seit vielen Jahren einen Stab für Public Relations heranzüchten konnte. (Formulierung wieder bewusst übernommen, Zahlen auf die Schnelle von ChatGPT ermitteln lassen. Nicht eigenständig kontrolliert.)
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Re: Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
Deshalb habe ich ja von "zum Beispiel" gesprochen. Natürlich gilt das inzwischen für jede Berichterstattung weltweit. Wenn man Fakten nicht selbst vor Ort prüft/ prüfen kann, kommt halt Desinformation raus. Wobei, zumindest in Israel gibt es ja noch eine Handvoll deutscher Journalisten. Der Rest, der gerne "vor Ort" berichtet, lebt in Dubai usw. Blöd nur dass es dort halt jetzt auch knallt.
Re: Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
Genial, 1871 war doch Reichsgründung und dann die schweren Jahre bis 1955.HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14
Vorweg: Buchmaessig haenge ich gerade in der Zeit von 1871 bis 1955 fest.
Wenn man in Zeitungen dieser Jahre blättert, ich habe noch Schulbücher und Lexika aus dieser Zeit, speziell ab 1933, lassen sich Parallelen finden. Damals ging es noch um Rassenkunde und das Wesen eben des Bolschewismus. Wobei wir wieder bei der Ideologie wären.HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14 Fuer mich ist die aktuelle deutsche Berichterstattung, soweit sie für mich sichtbar ist, stark von den deutschen Erfahrungen der Jahre 1930 bis 1945 geprägt. Wieder scheint "Die Gefahr aus dem Osten!" zu kommen. Entmenschlichung der Russen, der "Kreuzzug gegen den Bolschewismus"... Heute, so mein Eindruck, gegen Putin und damit gegen "den Russen" im Allgemeinen. Unterlegt mit Bildern und Berichten ueber die Brutalitaet des Russen, etwa aus Butscha.
Glaube mal nicht, dass es keine Westalgie in DE gibt. Es war doch immer schön, so mit Schwarzwaldklinik und Pril-Werbung bei ARD und ZDF. Und dann die vielen politischen Magazine. Wladimir30 hat das zu Beginn dieses jetzt umbenannten Themas „Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland“ sehr gut beschrieben. Sprich, dem Russen und Russland galten stets Verachtung und manchmal eben auch Mitleid. Darauf lässt sich bis heute aufbauen.HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14 Wer in Deutschland lebt und die dortigen Medien nutzt, nimmt meine Perspektive/Eindruck moeglicherweise kaum wahr. Man bewegt sich ueberwiegend innerhalb desselben medialen und politischen Rahmens. Von aussen betrachtet, das ist ausdruecklich mein persönlicher Eindruck, sehe ich eine gefaehrliche Entwicklung. Deutschland bewegt sich in eine Richtung, die an Propagandamuster aus der NS-Zeit erinnert. Nicht in jeder Hinsicht und (vielleicht) nicht mit denselben Mitteln, aber doch so deutlich, dass ich es beunruhigend finde.
Meine Frau nahm an einer Reha teil und war doch erstaunt, dass Patienten aus Hessen, um die 60, noch von Deutschland und Ossiland sprachen. Stolz erzählten sie Geschichten ihrer Eltern, ihrer Sympathie zur Sozialdemokratie nach dem Krieg, von F.J. Strauß und dem Spiegel und dem Standhalten gegen die drohende Dampfwalze aus dem Osten, damals... mit Hilfe der amerikanischen Freunde.
Bei dieser speziellen Aussage würde energischer Protest kommen, Willi Brandt engagierte sich schließlich als Widerstandskämpfer in der Nazizeit. Auch aktuelle deutsche Regierungen, ob nun GroKo, Ampel u.s.w., sie haben Lehren aus den Jahren 1933 bis 1945 gezogen. Deshalb warnen sie ja vor einer Partei AfD, die, wie sie meinen, erneut die Demokratie abwählen möchte…HJ52 hat geschrieben: 02 Nov 2026, 15:14Deutschland bewegt sich in eine Richtung, die an Propagandamuster aus der NS-Zeit erinnert. Nicht in jeder Hinsicht und (vielleicht) nicht mit denselben Mitteln, aber doch so deutlich, dass ich es beunruhigend finde.
Plumpe Propaganda, wie zur Nazizeit zieht heute in DE nicht mehr. Ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, Patriotismus, gibt es kaum. Und dann denke ich noch an das demografische Problem und die vielen Menschen mit Migrationshintergrund…
Wegen dem Krieg in der Ukraine ist übrigens in DE so gut wie keiner beunruhigt. Weit weg! Aber die Kosten? Super lag übrigens heute Vormittag unter 2 Euro. Was der Merz alles so hinkriegt...
Gib doch mal bitte einen link!Zejtnot hat geschrieben: 02 Nov 2026, 16:05 Interessant fand ich hier die aktuelle Unterhaltung von Paul Ronzheimer und Filipp Piatov.
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Re: Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
Würde ich genau so unterschreiben und hab's ja hier auch schon oft gesagt: Der Krieg in der Ukraine interessiert hier in Deutschland kaum jemanden.Jenenser hat geschrieben: 02 Nov 2026, 21:22 Wegen dem Krieg in der Ukraine ist übrigens in DE so gut wie keiner beunruhigt. Weit weg! Aber die Kosten? Super lag übrigens heute Vormittag unter 2 Euro. Was der Merz alles so hinkriegt...
Das war in den ersten beiden Kriegsjahren noch etwas anderes (Zeitenwende), aber mittlerweile ist das, zumindest im Westen Deutschlands, ein Nischenthema geworden und in meinem Alltag sehr selten Gesprächsstoff.
Der Krieg in Gaza, der Krieg im Iran, innenpolitisches Versagen der Regierung, die Proteste in Frankreich, Artificial Intelligence, Aufstieg der AFD, die Linke in Berlin oder aktuell die Midterms in den USA sind die Themen des letzten Jahres in den Diskussionen die ich führe.
Ukraine....ja, das läuft halt immer noch....reines Hintergrundrauschen. Von den Nachrichtenartikeln werden meist nicht einmal die Schlagzeilen gelesen. Ab und zu werd ich dann von Kollegen, Freunden oder meiner russischen Frau gefragt, wie es denn gerade aussehe. Von irgendwelchem geschürten Russenhass nehme ich da entsprechend nichts wahr.
Re: Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
"Fesselnd", fuer mich, die Jahre 1928 bis 1941 in der UdSSR. Wurde in der POS kaum vermittelt. 11. Klasse, im Schulbuch meiner Tochter, dem Zeitraum ist kaum eine halbe Seite gewidmet.Jenenser hat geschrieben: 02 Nov 2026, 21:22
Genial, 1871 war doch Reichsgründung und dann die schweren Jahre bis 1955.![]()
@Wladimir33. Wurde diese Epoche, nach 1991, aufgearbeitet in Russland?
Wir werden von Wahnsinnigen regiert.
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Re: Ost- und Westdeutschland, Beziehung zur Sowjetunion und Russland
Hier haben wir ein besonderes Phänomen der russischen Mentalität. Die geschichtliche Zeitwahrnehmung ist eine andere als "im Westen". Während es im Westen (in Deutschland) ein Kontinuum ist, das als solches empfunden und betrachtet wird, ist es im russischen Denken mehr ein blockweises Empfinden. Ein Block fängt an, und wenn er abgeschlossen ist, wird das Fenster zugemacht und ein neuer Block fängt an. Das mag merkwürdig klingen, ist aber in mehreren Untersuchungen so bestätigt worden.HJ52 hat geschrieben: 03 Nov 2026, 15:49 die Jahre 1928 bis 1941 in der UdSSR..... Wurde diese Epoche, nach 1991, aufgearbeitet in Russland?
So auch hier. Zunächst wurde die Zeit vor 1991 relativ schnell ausgeblendet. Dann wurden grob gesagt alle halbe Jahr die Geschichtsbücher komplett neu geschrieben. In der Chaosübergangszeit gab es andere Probleme, da hat man sich um die jüngste Vergangenheit kaum gekümmert, also wurde da auch nichts aufgearbeitet. Erst später begann man meinem Empfinden nach langsam mit einer Aufarbeitung, die aber eher zögernd vor sich ging. Na ja, wie Du ja auch schreibst, bis heute wird das eher wenig daran gearbeitet. Wie gesagt, der Block ist erstmal abgeschlossen.
Was sich geändert hat ist die Bildungsstruktur im Zuge des Bologna Prozesses. Hier wurde auch darauf bestanden, dass jedes Land (auch Russland) die Vergangenheit, also auch die jüngere und jüngste, aufarbeitet. Das wurde aber dennoch mehr halbherzig gemacht.
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