germanisator hat geschrieben:Den russisch stämmigen Namen Кузнецов transkripiert man richtig ins Deutsche als Kuznecov. Man kann es auch einfach nach deutschen grammatischen Regeln aufschreiben: Kuznezow. Das ist aber keine Transkription.
Setzen Sechs! Садиться единица!
Transliteration heißt jedem (russischen) Buchstaben ist
eineindeutig ein (lateinischer) Buchstabe zugeordnet.
Maßgebliches Merkmal der Transliteration ist die eindeutige 1: 1 Rückübertragbarkeit ohne tiefergehende Kenntnisse der russischen Sprache.
Die für das russische (ukrainische, belarussische) am weitesten verbreiteten Normen sind
1. DIN 1460, die sog. deutsche Bibliothekentransliteration: Ячмель - Jačmel' [dritter Buchstabe c mit Hatschek], nach ihr sind in deutschen wissenschaftlichen Arbeiten Literaturverzeichnisse zu erstellen und russische u. a. Namen in Bibliothekskatalogen zu führen.
2. ISO 9 (1995): nach ihr sind in Urkundenübersetzungen ins Deutsche russische u. a. Namen zu übertragen: Ячмель - Ačmel.
Transkription ist an der Phonetik der Zielsprache orientiert und versucht, den Namen jeweils vom Lautwert her anzupassen:
Ячмель - DE: Jatschmel, EN: Yachmel, ES Iachmel oder Yachmel
Eine eindeutige Rückübertragung ist dabei ohne tiefergehende Sprachkenntnisse oder Recherchen nicht möglich.
Bei der
Urkundenübersetzung muss die ISO 9 (1995) angewandt werden; jedoch müssen
auch Schreibweisen nach anderen Urkunden, z. B. dem Reisepass, angegeben werden. An andere Normen (z. B. die in russischen Reisepässen nicht verwandte Dudentranskription) sind die Behörden idR nicht gebunden, auch wenn der Übersetzer sie mit aufführt, mit * gekennzeichnet.
Beispiel:
Kuznecova, Ludmila Vačeslavovna
[Name laut Reisepass Serie 60 Nr. 123456789 ausgestellt am 2003-02-31 durch die Russische Föderation, UVD-999, gültig bis 2008-02-30:
Kuznetsova, Ludmila;
laut altem Pass Serie 42 Nr. 123456789, ausgestellt am laut 1998-02-31 durch die Russische Föderation, UVD-888, gültig bis 2003-02-30:
Kouznetsova, Lioudmila;
Duden-Transkription: Kusnezowa, Ljudmila Wjatscheslawowna*]
Der Übersetzer ist regelmäßig nicht für die Lösung der daraus entstehenden Probleme zuständig, das ist Sache der Behörden. Ausweg: z. B. Namensänderung bei Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft, kostet aber ein Heidengeld.
In der Tat ist es häufig eine unbefriedigende Situation, da gerade die russischen Passbehörden deutsche Namen häufig nicht korrekt wiedergeben:
Müller -> Мюллер -> Myuller
Aber das ist Sache der Behörden.
In Belarus z. B. geht man m. E. bei der Frage genauer auf die Bürger ein, die lateinische Schreibweise entspricht der ausländischen Urkunde, bereits zweimal so gesehen.
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