Meine lieben Heiratskundigen,
im Sommer steht nun auch unsere Hochzeit an. Wir haben uns entschieden, in Petersburg zu heiraten. Seit einiger Zeit suche ich nun in in diesem und anderen Foren notwendige und unterstützende Informationen zusammen. Ich habe schon viel gefunden, aber leider fehlt mir noch der Aspekt der Zeitplanung, mit der man rechnen sollte für die ganzen Gänge zu den Ämtern. Außerdem denke ich, eine kleine Zusammenfassung wäre mal nötig, damit kommende Hochzeitswillige nicht auch soviel zwischen den Meinungen suchen müssen. Ich gebe hier mal wieder, wie mein Informationsstand ist, vielleicht könnt ihr da noch meine Wissenslücken füllen. Ganz besonders weiss ich nicht so genau, was alles an Papierkram auf uns zukommt, wenn wir erstmal in Petersburg verheiratet sind. Unsere Planung ist eigentlich, dass ich dann etwa zwei Jahre in Piter bleibe, bis meine Liebste die Uni beendet hat. Danach wollen wir wohl in die EU ziehen, welches Land, steht in den Sternen.
ERSTE ÜBERARBEITUNG, Vielen Dank an Dietrich und Zejtnot
Also, los gehts, in die Hochzeitsplanung
Fakten:
- Hochzeitstermin soll Mitte August sein
- 5 Monate noch Zeit bis zum gewünschten Zeitraum des Termins
- Hochzeitsort: Petersburg
- ich zur Zeit hier, sie zur Zeit dort, wollen möglichst nicht soviel hin und her reisen müssen.
4-5 Monate vor der Hochzeit
1) Gang zum Standesamt
- in diesem Fall Hauptstandesamt Petersburg / Zweck: Informationsbeschaffung über geforderte Dokumente von möglichst wichgstem Standesbeamten (Russischer Partner)
- Organisation von Geburtsurkunde und Ledigkeitsnachweis, Passkopien des Partners sowie Geburtsurkunden(?) und Passkopien der künftigen Schwiegereltern alles beglaubigt und dann übersetzt von staatl. anerkanntem Übersetzer (?).
- Diese Dokumente müßen zügig nach Deutschland geschickt werden.
4 Monate vor der Hochzeit
2) Organisation in Deutschland:
- Geburtsurkunde vom zuständigen Standesamt ausstellen lassen.
- Auszug aus dem Melderegister (Meldebescheinigung) mit Angaben über meinen Familienstand und meiner Religionszugehörigkeit.
- Da manche russ. Standesämter hartnäckiger sind und wir nun schonmal hier sind: Ehefähigkeitszeugnis (dafür benötige ich von meiner zukünftigen Frau ein Ledigkeitszeugnis und die Geburtsurkunde sowie Daten Ihrer Eltern (siehe 1.). NORBERT: Welche Daten bzw. sind das genau? Geburts- und Ledigkeits-/Hochzeitsnachweise? Passkopien? In wie weit müssen die apostolliert/beglaubigt/übersetzt sein?)
- Bei der zuständigen Regierungsbehörde, in meinem Fall: Berliner Standesamt I, diese drei Dokumente per Apostille ("diplomatischer Beglaubigungsstempel") beglaubigen lassen.
- Beantragung meines russischen Visum.
(!) All diese Dokumente sollten bei der Anmeldung zur Hochzeit nicht älter als 3 Monate sein.
3 Monate vor der Hochzeit
3) Organisation in Russland
- Reise nach Russland mit allen oben erwähnten Dokumenten.
- Registrierung am Ort der Hochzeit (neues System per Postformular).
- Reisepass, Geburtsurkunde, Auszug aus dem Melderegister, Ehefähigkeitszeugnis, selbst oder von staatlich bestellten Übersetzer übersetzen und in beiden Fällen von eben jenem bestätigen lassen.
2 Monate vor der Hochzeit
4) Anmeldung beim Standesamt in Petersburg mit folgenden Dokumenten
A Partner: muss nur den Russischen Inlandspass vorlegen, er enthält alle notwendigen Informationen.
B Ich:
- apostillierte und anerkannte übersetzte Dokumente (Geburtsurkunden, Meldebescheinigung, Ehefähigkeitszeugnis aus Dtl.),
- meinen Reisepass mit Visum und
- Registrierungsbescheingung (also den Abschnitt, den ich vom Postformular einbehalte),
C Wir:
- Neuen Familiennamen festlegen und auf richtige Transliteration achten.
- Termin gesagt bekommen.
St. Petersburg soll etwa 6 Wochen Wartezeit haben, also: Zeit nutzen um Freunde einzuladen, die ggf. Visa und Flugtickets für den Termin jetzt organisieren können.
Hochzeitstermin
5) Heiraten, und Tag geniessen!
Eigentlich wird zur Hochzeit nur noch die aktuelle Registrierung am Hochzeitsort benötigt. Zur Sicherheit kann aber gern all die unter 4) erwähnten Dokumente nochmals mitbringen, soweit sie nicht einbehalten wurden.
bald nach der Hochzeit
6) Heiratsurkunde im Hauptstandesamt des Subjekts (Oblast, Republik...) apostillieren lassen.
7) Pässe des frischen Ehegatten umschreiben lassen (in unserem Fall also nach Perm zum Hauptwohnsitz reisen)
- dabei den In- und Auslandspass des Partners vorlegen, sowie die Heiratsurkunde - dabei wieder speziell beim Auslandspass auf die richtige "Rück"transliteration achten (wie ist das eigentlich genau, wenn mein Familienname am Anfang ein St und in der Mitte ein H hat, muss dann nach den gesetzlichen Regeln in Sht und Kh übersetzt werden? Das verunstaltet meinen schönen Namen ungemein und bringt doch später sicher Probleme mit sich, wenn unsere Pässe unterschiedliche Namen haben! Oder können wir uns die "richtige" Übersetzung, nämlich so wie mein Familienname ist, aussuchen? Offensichtlich hat man darauf keinen Einfluß und kann den Namen später auch nicht in der Schreibweise ändern. Es wird also nach offiziellen Transliterationstabellen übersetzt.)
- Ausstellungsdauer etwa einen Monat
sagen wir, etwa zwei Monate nach der Hochzeit
8 ) Vorbereitung der Reise nach Deutschland
- Geburtsurkunden und Eheurkunde der Eltern übersetzen (fürs Familienbuch)
- Ein Ein-Jahres-Multi-Visum (kostenlos) mit üblichen Unterlagen plus der Heiratsurkunde und dem neuen Auslandspass am Konsulat anstehen, und um touristische Einreise nach Deutschland bitten. (Nur falls man jetzt zusammen nach Dtl für die weiteren Formalitäten reisen möchte, geht aber auch allein oder gar per Postweg).
- (gemeinsame) Reise nach Deutschland
3 Monate nach der Hochzeit
9) Organisation in Deutschland
- von staatlich bestelltem Übersetzer (oder selbst) Heiratsurkunde mit Apostille in (mehrfacher) übersetzter Ausfertigung beglaubigen lassen.
- Zum Hauptstandesamt gehen, in meinem Fall Berliner Standesamt I im Roten Rathaus (oder per Post schicken) und die Hochzeit in Deutschland anerkennen lassen, sowie Familienbuch beantragen. Dazu sind Pässe bzw. deren (beglaubigte?) Kopien, übersetzte Geburts- und Heiratsurkunden (auch der Eltern) sowie die eigene apostillierte und beglaubigt übersetzte Heiratsurkunde notwendig.
- Nun wäre mit diesem Dokument (z.B. in unserem Falle) in Deutschland auch eine Kirchliche Trauung möglich.
- Für die Aufenthaltsgenehmigung in Russland ein Polizeiliches Führungszeugnis beantragen und apostillieren lassen (dauert etwa 6 Wochen).
4 Monate nach der Hochzeit
10) Organisation in Rußland: mein Aufenthaltsstatus - wremennoje proschiwanije (Einjährige Aufenthaltserlaubnis)
Diese beantrage ich beim lokalen russ. Einwohnermeldeamt UWD, das in jedem Bezirk, Stadtteil, ... zu finden ist.
Dazu benötige ich
- meinen Reisepass mit Registrierung (siehe oben)
- die russische Heiratsurkunde
- ein deutsches apostilliertes, übersetztes und russ.-notariell beglaubigtes (und russisches, falls es das gibt?) polizeiliches Führungszeugnis. Dieses sollte möglichst nicht älter als 3 Monate sein und keinesfalls älter als 6 Monate.
- Gesundheitstests, alle in Russland von lokalen Amtsärzten (die einem im UWD mitgeteilt werden) durchgeführt und nur wenige Wochen alt: 1) Drogen; 2) HIV; 3) TBC; 4)Hautarzt. Die Organisation dieser Tests dauert etwa eine Woche. (Da die Bluttests am längsten dauern, fängt man am Besten damit an.)
- Einkommensnachweise
- Unterkunftsnachweis, also vom Vermieter ausgestellter und vom Notar beglaubigter Mietvertrag
- eine Sammlung Passfotos
Die Erteilung der w.p. dauert laut Gesetz nicht länger als ein halbes Jahr. Wenn man aber Pech wie Zejtnot hat kann man auch mit einem Jahr rechnen (Bist mir doch nicht böse Zejtnot
Für die, die kein/kaum Russisch können: Einen Sprachtest gibt es nicht. Aber man sollte schon jemanden dabei haben, der fließend die Sprache versteht und übersetzen kann, auf welche Körperstellen z.B. der Amtshautarzt schauen möchte.
Allgemeine Fragen:
- Wie lange etwa benötige ich unter in Russland optimalen Umständen, um all diese Unterlagen zusammenzutragen?
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So... einige Fragen und Unklarheiten sind ja noch dazwischen. Ich hoffe auf Eure Unterstützung. Vielleicht kommt ja dann wirklich ein zusammenfassender brauchbarer Leitfaden heraus, den man irgendwo ins Netzstellen kann (zum Beispiel gleich hier?).
Mein Dank gilt Euch allen hier im R-A.RU-Forum, durch deren bisherige Postings ich viele Informationen schon sammeln konnte.
Besonders sei Gedankt:
- Zejtnot, der hier schon einige Fragen beantwortet hat und dessen privater Bericht zu diesem Thema aus Novosibirsk unbedingt lesenswert ist (etwas runterkurbeln) (http://www.deutsche-novosibirsk.de/gesc ... vosibirsk/,
- Dietrich, der ebenso an Unklarheiten ausgeräumt hat.
Marek.


