Kindererziehung in Deutschland

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.
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Dietrich
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Dietrich »

bauplan hat geschrieben: Für so was kann man auf deutschen Universitäten Pädagogik und Psychologie studieren.
Aber heutzutage wird anscheinend jeder auf Kinder losgelassen.
Dann erklär mir mal, wieso die Kinder solcher Pädagogen und Psychologen (also zum Beispiel Lehrer) meist die sind, die am wenigsten erzogen sind? (Proletariat mal ausgenommen)?
Für Kinder braucht man gesunden Menschenverstand und kein Studium!
"Each one hopes that if he feeds the crocodile enough, the crocodile will eat him last."
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Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

Ich habe unter anderem Musikpädagogik studiert an einer deutschen Universität. Dort hat man uns beigebracht, wie man musikalische Inhalte je nach Altersstufe vermittelt. Das kann ich, das gehört auch zu meiner Arbeit. Ohne jetzt jemandem zu nahe treten zu wollen, gelte ich selbst als hochbegabt. Das belegten spezielle Tests der Psychologen, die mit mir als Kind und Erwachsene durchgeführt wurden. Es ist nicht immer einfach, hochbegabt zu sein. Ich kannte andere Hochbegabte, aus manchen ist nichts Besonderes geworden, denn Hochbegabung bedeutet nicht automatisch Erfolg. Aber wir alle waren imstande zu kommunizieren. Mit Autisten kenne ich mich nicht aus. Welche liebende Mutter setzt ihr autistisches Kind einem ungeschützten Kontakt mit einer fremden Lehrerin und 2 fremden Kindern aus? Das kann ich mir nicht vorstellen. Ich weiß nicht, was bei denen schiefgelaufen ist. Ich verstehe nicht, warum ich das in meinem Musikunterricht plattbügeln soll. Andere 2 Kinder wollen doch auch etwas lernen dürfen, zumal ihre Eltern den Unterricht bezahlt haben und sie selbst den Wunsch dazu haben. Es ist doch keine Pflicht, zu mir in den Unterricht zu gehen. Da muß man als Mutter (die in erster Linie für ihr Kind verantwortlich ist) einschätzen können, ob es einen Sinn macht, das Kind in den Klavierunterricht zu schicken, wenn es weder eine Sekunde ruhig sitzen kann, noch überhaupt zuhören oder seine Mitmenschen irgendwie wahrzunehmen.
@bauplan Das würde bedeuten, daß absolut jeder Pädagoge, sprich Ballettlehrer, Strickkursleiter, Gesangslehrer, Chinesischlehrer von der VHS, die sich mit dem Vermitteln von besonderen Fähigkeiten, die zum schulischen Pflichtprogramm nicht gehören, sich jahrelang auf ADS, Hyperaktivität und sonst was spezialisieren sollen, bevor sie auf Kinder mit ihren Stricknadeln oder Chinesisch-Wörterbuch losgelassen werden dürfen, sonst gelten sie als geringqualifizierte Jedermänner.
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zimdriver
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von zimdriver »

zimdriver hat geschrieben:
Naila hat geschrieben:Hallo.
Was mich bereits seit längerer Zeit beschäftigt, ist:
warum bekommen deutsche Kinder in ihren Familien so wenig Bescheidenheit vermittelt? Warum gibt es dieses Phänomen nur jenseits der polnischen Grenze (Richtung Westen)? ....
:idea: :idea:
Verstehe Dich überhaupt nicht. Wo ist Deutschland? Liegt es nicht westlich von Polen? Oder meinst Du deutsche Kinder im Ausland? Oder meinst Du mit Polen die ehemalige DDR? Oder ganz Deutschland?

Kannst Du Deine geographische Beschreibung verbessern? Ist das ein rein deutsches Phänomen, was Du entdeckt hast? Haben darüber nicht schon vor Jahrhunderten die Philosophen räsoniert, dass die Jugend sich nur dem Müssiggange, dem Genuss usw. hingäbe und die ältere Generation nicht achte? Irgendein Grieche war es ...
Zeppelin
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zeppelin »

bauplan hat geschrieben:Aber heutzutage wird anscheinend jeder auf Kinder losgelassen.
Eltern z.B.
Und die bitten nicht mal um die Erlaubnis "ausgebildeter Pädagogen" - um nicht zu sagen hochbegabter Pädagurken.
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

Ich meine deutsche Kinder in Deutschland und ich meine auch Kinder in anderen westlichen Ländern. Bin keine Statisikerin, deswegen keine Prozentangaben. Ich weiß, daß unsere Forumsmitglieder sehr allergisch auf die Wörter "alle", "Keine" etc. reagieren, deswegen habe ich mir Mühe gegeben, Verallgemeinerungen zu vermeiden. Aber wahrscheinlich ist es wieder nicht richtig rübergekommen. Ich habe, zum Beispiel, ganz bewußt auf die Erwähnung russischer Kinder verzichtet. Weil ich keine russischen Kinder kenne. Ich habe nur geschrieben, daß ich mit Kindern verschiener Herkunft arbeite, und das sich deren Verhalten in meinen Augen auf diese Weise unterscheidet. Natürlich kenne ich nicht jedes vietnamesische Kind, genauso, wie ich auch nicht jedes deutsche Kind kenne. Ist doch klar, oder? Aber bei den Kindern, die bei mir sind, sieht es halt so aus.
Zeppelin
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Zeppelin »

Naila hat geschrieben:... gelte ich selbst als hochbegabt. Das belegten spezielle Tests der Psychologen, die mit mir als Kind und Erwachsene durchgeführt wurden. Es ist nicht immer einfach, hochbegabt zu sein. ...
Das soll ja sehr schmerzhaft sein, wie man so hört und liest.

Kommt 'n Mann zum Arzt: "Herr Doktor! Niemand hört mir zu!"
Arzt zur Schwester: "Der nächste bitte."
"Wir brauchen Bürokratie, um unsere Probleme zu lösen. Aber wenn wir sie erst haben, hindert sie uns, das zu tun, wofür wir sie brauchen." (Ralf Dahrendorf)
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

Zeppelin hat geschrieben:
bauplan hat geschrieben:Aber heutzutage wird anscheinend jeder auf Kinder losgelassen.
Eltern z.B.
Und die bitten nicht mal um die Erlaubnis "ausgebildeter Pädagogen" - um nicht zu sagen hochbegabter Pädagurken.
Was soll das? Sag mal, was bist Du für eine Giftpflanze? Das ist weder lustig noch besonders intelligent. Außerdem& hör doch einfach auf, meine Biographie hier runterzuspulen, ok? Du wiederholst Dich, es ist nicht mehr prickeld und interessant und mit der Zeit auch nicht mehr verletzend, so wie Du es Dir vielleicht wünschst. Meine Hochbegabung ist schriftlich belegt, sie steht hier nicht zur Diskussion. Für mich selbst ist sie eine altbekannte Tatsache, etwas womit ich übrigens nie angegeben habe.
Naila

Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Naila »

Zeppelin hat geschrieben:
Naila hat geschrieben:... gelte ich selbst als hochbegabt. Das belegten spezielle Tests der Psychologen, die mit mir als Kind und Erwachsene durchgeführt wurden. Es ist nicht immer einfach, hochbegabt zu sein. ...
Das soll ja sehr schmerzhaft sein, wie man so hört und liest.

Kommt 'n Mann zum Arzt: "Herr Doktor! Niemand hört mir zu!"
Arzt zur Schwester: "Der nächste bitte."
Man nimmt sich manchmal als nicht normal wahr, man eckt an. Ich fühlte mich als Kind oft sehr einsam ohne objektiven Grund. Ich fühle mich immer noch manchmal richtig einsam, obwohl ich privat glücklich bin. Aber jetzt kann ich damit gut umgehen. Gott sei Dank hatte ich Glück mit meiner eigener Schulklasse. Ich wurde nie gemobbt, auch wenn ich nie viele Freunde hatte. Als ich mich nach 20 Jahren mit meinen Schulkameraden wieder getroffen habe, habe diese gesagt "So manche anderen konnte man vergessen, dich nicht". An mich konnten sich auf Anhieb sogar die Lehrer erinnern, die bei uns vielleicht einmal Vertretung gemacht haben". Das hat mich umgehauen.
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von Dave »

Naila hat geschrieben:@Dave Sind wir denn in diesem Forum nicht alle anonym? Habe ich den Namen des Kindes etc. preisgegeben? Und wie bezeichnet man ein Kind, das sich im Unterricht auf den Boden schmeißt und sich mit dem Kopf dagegen schlägt?
1. Nein, nicht wirklich.
2. Nein, nicht direkt.
3. Wie man das "neutral" umschreiben kann, fällt mir gerade auch nicht ein...

Ist ja schon gut, so langsam kann ich Dich verstehen - ohne dass ich gleicher Meinung sein muss.

Dave
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Re: Kindererziehung in Deutschland

Beitrag von bauplan »

Dietrich hat geschrieben:Dann erklär mir mal, wieso die Kinder solcher Pädagogen und Psychologen (also zum Beispiel Lehrer) meist die sind, die am wenigsten erzogen sind? (
Entschuldige, aber das ist nun doch eher eine Stammtischparole. Ich kenne aus meiner Laufbahn sicher mehr Pädagogen und Lehrer als viele Andere hier und kann diese abenteuerliche These nun wirklich nicht untermauern.

Das ist ungefähr so aussagekräftig, wie das alle antiautoritär erzogenen Kinder nie gelernt haben Rücksicht zu nehmen, Ordnung zu halten, was vernünftiges werden.
Dietrich hat geschrieben:...Für Kinder braucht man gesunden Menschenverstand und kein Studium!
Das sehe ich nun ganz anders. In meinen Augen gibt es nichts schlimmeres als „den gesunden Menschenverstand“.
Welcher ist denn da gemeint?
Der von meinen Großeltern, der von meinen Eltern, meiner oder deiner?
Oder der „gesunde Menschenverstand“ irgendwelcher Neonazis oder der „gesunde Menschenverstand“ der Kommunisten oder der von Westerwelle oder Merkel?

Nein, einen „gesunden Menschenverstand“ gibt es nicht, jeder hat seinen eigenen.

Ich finde es unerträglich, dass üblicherweise man für jeden Kleinkram einen Befähigungsnachweis braucht, aber für das Wichtigste ( Kindererziehung ) soll angeblich entweder ein „gesunder Menschenverstand“ reichen oder auch gar nichts.

In der Steinzeit, als es eine darwinsche Auslese gab, funktionierte das noch. Wer es da nicht gebacken bekommen hat, der ging unter.
In unserer nun Gott sei Dank humanistisch geprägten Gesellschaft findet zum Glück eine solche Auslese nicht mehr statt. Wir leben auch nicht mehr in Mehrgenerationenhaushalten, wo wenigstens die Älteren noch was vermitteln konnten.
Trotzdem ist es der Menschheit nicht gelungen, wenigstens Kindererziehung als Schulfach einzuführen, um die minimalsten Grundlagen dafür zu schaffen.

Nein, „gesunder Menschenverstand“ ist kein Erziehungsmodell. Wer sich darin nicht selber weiterbildet, ist verantwortungslos seinen Kindern gegenüber.
NaNa hat geschrieben:...
Welche liebende Mutter setzt ihr autistisches Kind einem ungeschützten Kontakt mit einer fremden Lehrerin und 2 fremden Kindern aus?
Vielleicht weiß die liebende Mutter nichts davon. Es gibt so viele Formen von Autismus, dass es nicht immer eindeutig ist.
Übrigens können auch Zucker und Weißmehlallergien solche Auswirkungen haben.
Deswegen studiert man ja auch als Lehrer üblicherweise wenigstens die Grundlagen von Psychologie.
NaNa hat geschrieben:...

Das würde bedeuten, daß absolut jeder Pädagoge, sprich Ballettlehrer, Strickkursleiter, Gesangslehrer, Chinesischlehrer von der VHS, die sich mit dem Vermitteln von besonderen Fähigkeiten, die zum schulischen Pflichtprogramm nicht gehören, sich jahrelang auf ADS, Hyperaktivität und sonst was spezialisieren sollen, bevor sie auf Kinder mit ihren Stricknadeln oder Chinesisch-Wörterbuch losgelassen werden dürfen, sonst gelten sie als geringqualifizierte Jedermänner.
Nein, aber er sollte die Fähigkeiten haben, den Eltern einen Tipp zu geben, wo die Probleme liegen könnten, um die Kinder an Spezialisten zu vermitteln.
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