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Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 05 Mai 2010, 14:03
von bella_b33
heino hat geschrieben: eigene Fachkräfte
Wo? In Russland??? Stimmt, die können alles alleine......kaputtmachen ;). Erlebte ich im Maschinenbau sowie der Baubranche so......und erlebe es leider immernoch! Das macht europäische Techniker "gefragt"

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 05 Mai 2010, 15:26
von opag78
... Mal abgesehen davon, dass heino natuerlich ein Troll ist, den man ja eigentlich nicht fuettern sollte ..

Die Ausgangsbehauptung von heino ist natuerlich Bloedsinn.

Russland hat , wie wir eigentlich alle wissen sollten , natuerlich nicht genug Fachkraefte und importiert daher einen guten Prozentsatz seiner Arbeitskraefte.

Russland ist ein Wachstummarkt und ein Schwellenland. D.h. es befindet sich vom Uebergang von einer Industriewirtschaft in eine Dienstleistungswirtschaft.
Der Effekt ist bekannt, es werden Hilfkraefte in der reinen Produktion durch Effizienzgewinne eingespart, aber gleichzeitig steigt der Bedarf an qualizifierten Fachkraeften aller Art.

Die Akademikerquote ist in Russland erheblich geringer, als in Dtl. insofern ist es voellig normal, dass Russland Akademiker aus Dtl. importiert, weil es nicht genuegend eigene Akademiker hat. Darueberhinaus werden in den Ballungsraeumen (insbesondere Moskau, SPB) und fuer Infrastrukturprojekte (Krasnodar,bzw. Sotchi) jede Menge Arbeiter aus dem Kaukasus und Zentralasien benoetigt, weil die meisten Moskowiter oder St.Peterburger bereits den Sprung in qualifizierte Beschaeftigungsverhaeltnisse vollzogen haben.

Nur in den Regionen sieht die Situation etwas anders aus, da es nicht sonderlich schnell gelingen kann (wenn ueberhaupt), ehemalige Fabrikarbeiter in Ingenieure und Techniker umzuschulen, dass funktioniert erst bei der naechsten Generation.

Jedenfalls haben die meisten Firmen in Moskau und SPB stetig Personalbedarf. In meiner eigenen Division haben wir bereits seit Sep letzten Jahres 8% offene Stellen, welche budgetiert sind, aber bisher nicht besetzt wurden. Der Grund dafuer ist simpel, wir haben die budgetierten Einstiegsgehaelter auf Vorjahresniveau angesetzt, welche offensichtlich nicht mehr den Marktbedingungen entsprechen.
Die Gehaelter steigen z.Zt. ungefaehr 6-10 % pro Jahr (oder auch mal 30% bis 50%, bei besonders gesuchten Fachleuten oder im Sales), was glaube ich der beste Indikator fuer den Bedarf an Arbeitskraeften in Russland ist.

Was machen wir Deutschen in Russland .. Wir arbeiten ..

In Dtl. dem Land der arbeitslosen Akademiker und Ingenieure kann man sich das immer schlecht vorstellen, aber ja wir haben hier in Russland zuviel Arbeit .. :)

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 05 Mai 2010, 17:16
von zimdriver
Ich denke, heino wollte nur vorbereitend auf einen Beitrag auf der Mutter- Website dieses Forums aufmerksam machen:

http://www.aktuell.ru/russland/wirtscha ... _2080.html

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 05 Mai 2010, 19:06
von bella_b33
Da fällt mir immerwieder auf, daß ich so gut wie nie auf RA(oder anderen Newsseiten) lese.

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 06 Mai 2010, 02:18
von GIN
heino hat geschrieben:Hallo,

Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren und wie kommt es dazu ?
Russland hat doch mehr als genug eigene Fachkräfte, die die Arbeit sicher nötiger haben ?

Was machen die Deutschen dort überhaupt ?

VG

Heino
Lieber Heino,

1) Wir alle pflegen ca. 300 Jahre Deutsche in Russland & ca. 300 Jahre Russen in Deutschland. Wir machen hier europäische Tradition
Ich habe in Russland Deutsche getroffen die von EU Firmen geschickt wurden... von russischen Firmen eingekauft wurden...., von Behörden und Organisationen gesenden wurden............. andere haben keinen Job in Deutschland gefunden und sind nach Russsland.. andere wollen in Russland leben wegen der Liebe zum Land, Frau usw......

2) Russland hat einen grossen Mangel an Arbeitskräften... nicht in jedem Bereich kann mich einhemischen Kräften der Bedarf gedeckt werden. In der Lebensmitteltechnik und in der Verpackung, im Bau und im Anlagenbau gibt es einen massiven Bedarf an Arbeitskräften. Da aber die Löhne in Russland nicht wirklich gut sind, wird es wohl keine Masseneinwanderung von EU Bürgern in Russland geben, hier reichen der russischen Wirtschaft aber die "Gastarbeiter" aus den anderen GUS Ländern.

3) meistens Schlafen.. + Arbeiten .. genau wie in Deutschland

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 06 Mai 2010, 02:24
von GIN
zimdriver hat geschrieben:Ich denke, heino wollte nur vorbereitend auf einen Beitrag auf der Mutter- Website dieses Forums aufmerksam machen:

http://www.aktuell.ru/russland/wirtscha ... _2080.html
ich sehe hier das "Deutschland" als Vorbild gedient haben soll? .. denke eher Deutschland hat wie so oft vom kleinen Nachbarn Schwyz gekupfert.. Seit 1989 gibt es schon so ein Modell in der Schwyz... der Informatik-Inder ist ja erst viel später in Deutschland aufgetaucht.
Hier sollte die Eidgenossenschaft ein Copyright entwickeln.. gute politische Arbeit sollte gewürdigt werden.
Ich unterstütze dieses Vorhaben sehr! hier ist Russland vollkommen auf der richtigen Seite..

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 06 Mai 2010, 03:37
von GIN
Die Akademikerquote ist in Russland erheblich geringer, als in Dtl. insofern ist es voellig normal, dass Russland Akademiker aus Dtl. importiert, weil es nicht genuegend eigene Akademiker hat.

hier musste ich schön meine Mundwinkel verziehen.... es ist ja nicht so das Russland mit seinen 16% weit weg ist von Deutschlands 19% , 18% oder 20%.......
beide Länder sind hier nicht wirklich super...... hat aber wohl in Deutschland eher mit dem schlechten Schulsystem zu tun + Duale-Ausrede und in Russland mit den Spätfolgen des Zusammenbruches der Sowjetunion,,,. In der Schweiz halte ich die geringe AQ für die Folge von massiver Faulheit + DualeAusrede.

Denke auch das Ziel der Russischen Regierung ist wohl auch nicht das Werben auf nicht_russophile Deutsche, Schweden + X,.... sondern es werden wohl die 20 bis 30 Millionen russophil"en ExUDSSR Bürger angesprochen sein, die mit dem Gedanken spielen wieder in ein russischsprachiges Land zu gehen. Hier habe ich einige Bauingenieure, Maurer.... und Architekten aus Deutschland in Russland kennengelernt.. die in den 80ern und 90ern als ausgebildete Aussiedler und Juden nach Deutschland ausgewandert sind, keinen russischen Pass haben und auch nicht mehr die Option besitzen einen russischen Pass zu machen. Diese Bewegung gibt es schon... vor 10 Jahren wer das noch ein Unding gewesen, meine erste Auswanderung (Fluchtbewegung) 1994 wurde als Wahnsinn meiner Mutter angesehen :lol: .
Viele Aussiedler-Kinder sehen in Russland keine Perspektive.. sie gehen lieber nach Kannada, Neuseeland, USA, Frankreich usw......meine Familie ist das beste Beispiel dafür. Fast alle haben Raumschiffe, FLugzeuge, U Boote, Landwirtschaftsmaschinen usw gebaut...... und sind in den 70ern, 80ern hauptsächlich nach Westdeutschland gezogen. Für jede Person hat die SU von Deutschland eine schöne Entschädigungszahlung bekommen.. für die Ausbildung die in der UdSSR dem "Aussiedler" gezahlt wurde..
Die wenigen Landwirte in unserer Familie (Zentralasiaten seit Anno 1941-1945)) sind wegen dem "Platzmangel" schon in den späten 80ern nach Australien, Südafrika usw gezogen.., die Technologen haben alle gute Jobs in Deutschland gefunden und das obligatorische Eigenheim wurde gebaut. Die Kinder haben fast alle eine Hochschulausbildung in den 90ern, früher 00ern abgeschlossen und sind nun in die europäischen Nachbarstaaten, USA und Kannada am werken. Mein Vetter (Bautechniker) hat es auf folgende Bewegung die letzten 10 Jahre gebracht.. Deutschland-Kannada-Lettland-Kanada-Kaliningrad....... eine andere Bewegung ging von den USA wieder zurück nach Deutschland und hängt jetzt ohne Job...., Bruderherz hats von Deutschland nach England, dann Deutschland und mit mir Schwyz und nun schaut er Europaweit (nicht aber Russland). Sollte Russland den Kindern der "Ausbezahlten" es schaffen gute Wohnungen, Sicherheit, ein Auto und viel Kohle zu bieten, so ist vielleicht auch Russland wieder sehr Interessant... aber erst einmal sehen......

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 06 Mai 2010, 09:21
von Zejtnot
J.Eckel hat geschrieben:
Die Akademikerquote ist in Russland erheblich geringer, als in Dtl. insofern ist es voellig normal, dass Russland Akademiker aus Dtl. importiert, weil es nicht genuegend eigene Akademiker hat.
hier musste ich schön meine Mundwinkel verziehen.... es ist ja nicht so das Russland mit seinen 16% weit weg ist von Deutschlands 19% , 18% oder 20%.......
Wir hatten die Diskussion etliche Male ... deswegen nur ganz kurz: Viele Akademiker in Russland haben ein Diplom, welches in Deutschland allenfalls als abgeschlossene Berufsausbildung taugen würde. Ich habe russische Diplomverteidigungen erlebt - die Studenten hätten in Deutschland definitiv kein Diplom erhalten. Auch was ich bei Einstellungsgesprächen an diplomierten Kandidaten gesehen habe, entspricht desöfteren nicht einem deutschen Akademiker.

Natürlich gibt es auch andere Beispiele - aber diese sind meiner Meinung nach leider nur rühmliche Ausnahmen.

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 06 Mai 2010, 09:25
von Marco
Zejtnot hat geschrieben:Viele Akademiker in Russland haben ein Diplom, welches in Russland allenfalls als abgeschlossene Berufsausbildung taugen würde.
Freudsche Fehlleistung? 8)

Re: Was haben Deutsche arbeitsmäßig in Russland verloren ?

Verfasst: 06 Mai 2010, 09:50
von zimdriver
... mach´s halblang, statt Freud nenn ich´s einen Tiffpehler