Seite 2 von 5
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 12:18
von pippie
Kultgrieche hat geschrieben:Und wie rücksichtsvoll erst im kinderfreundlichen Deutschland die Mitmenschen sind: Gestern mit meiner Frau und unseren beiden Kleinkindern inden vollen Naheverkehrszug eingestiegen. Sie die Tochter auf dem Arm, ich den Sohn. Wir durften die ganze Zeit stehen, weil die in der Demokratie aufgewachsenen Deutschen nicht die Bohne rücksichtsvoll waren und ihre Hintern nicht hochbekommen haben, um uns mit den Kindern die Plätze anzubieten.
Wenn Ihr mal gefragt hättet, hätte das sicher anders ausgesehen. Eine höfliche Bitte wird einem selten abgeschlagen. Aber wer lieber eingeschnappt stehen bleibt...
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 12:22
von CSB_Wolf
Deutschland ist nicht mehr das Deutschland das es einmal war. Es ist fast nur noch eine Ellenbogengesellschaft. Die Rücksichslosigkeit nimmt immer mehr zu.
Gruss
wolf
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 12:36
von Sibirier
pippie hat geschrieben:Wenn Ihr mal gefragt hättet, hätte das sicher anders ausgesehen. Eine höfliche Bitte wird einem selten abgeschlagen. Aber wer lieber eingeschnappt stehen bleibt...
Also pippie....bei so etwas braucht man in Russland nicht fragen, da wird der Platz "aufgedrängelt".....
Ich meine es ist schon traurig, dass letzte oder vorletzte Woche per Gesetz festgeschrieben werden musste, dass Kinderlärm in Kindergärten oder auf Kinderspielplätzen nicht unter "Lärm" einzuordnen ist und daher deswegen nicht mehr geklagt werden kann......
Nun denke ich aber auch, dass was Kultgrieche in dem Zug erlebt hat, war wohl ein Einzelfall und ich kann mir auch vorstellen, dass so etwas in Russland manchmal gibt.....
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 12:46
von pippie
Sibirier hat geschrieben:pippie hat geschrieben:Wenn Ihr mal gefragt hättet, hätte das sicher anders ausgesehen. Eine höfliche Bitte wird einem selten abgeschlagen. Aber wer lieber eingeschnappt stehen bleibt...
Also pippie....bei so etwas braucht man in Russland nicht fragen, da wird der Platz "aufgedrängelt".....
Das stimmt, aber in Russland wird man auch nach wie vor aller Nase lang darauf per Lautsprecher hingewiesen. Das wäre vielleicht mal ne gute Idee für deutsche Züge.
Aber lieber im deutschen Zug mit Kind stehen, als auf Russlands Fußgängerüberwegen überfahren zu werden.
Sibirier hat geschrieben:Ich meine es ist schon traurig, dass letzte oder vorletzte Woche per Gesetz festgeschrieben werden musste, dass Kinderlärm in Kindergärten oder auf Kinderspielplätzen nicht unter "Lärm" einzuordnen ist und daher deswegen nicht mehr geklagt werden kann......
Stimmt dass das traurig ist, aber gut ist, dass es gemacht wurde und dass sich jetzt JEDER dran halten muß.
Sibirier hat geschrieben:Nun denke ich aber auch, dass was Kultgrieche in dem Zug erlebt hat, war wohl ein Einzelfall und ich kann mir auch vorstellen, dass so etwas in Russland manchmal gibt.....
So ist das.
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 13:05
von Kultgrieche
Am besten ist es doch in D., wenn sich Wenig-Behinderte mit Viel-Behinderten streiten: Letztens im Stadtbus in Wiesbaden, Platz hinter Busfahrer ist ja für Behinderte reserviert. Saß dort ein Opa, kam 'n anderer an. "Ich bin behindert, lassen Sie mich bitte auf den Platz" - "Ich bin aber auch behindert." - "Aber ich habe 70% Behinderung und bleibe sitzen." - "Ich aber habe 80% Behinderung und möchte dorthin".
Weit und breit viele freie Plätze, aber das Greisengekeife musste eben unbedingtsein....
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 13:21
von pippie
Kultgrieche hat geschrieben:Am besten ist es doch in D., wenn sich Wenig-Behinderte mit Viel-Behinderten streiten: Letztens im Stadtbus in Wiesbaden, Platz hinter Busfahrer ist ja für Behinderte reserviert. Saß dort ein Opa, kam 'n anderer an. "Ich bin behindert, lassen Sie mich bitte auf den Platz" - "Ich bin aber auch behindert." - "Aber ich habe 70% Behinderung und bleibe sitzen." - "Ich aber habe 80% Behinderung und möchte dorthin".
Weit und breit viele freie Plätze, aber das Greisengekeife musste eben unbedingtsein....
Ist doch schön, wenn unsere Rentner sonst keine Probleme haben...

Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 14:32
von harald63
pippie hat geschrieben:Sibirier hat geschrieben:pippie hat geschrieben:Wenn Ihr mal gefragt hättet, hätte das sicher anders ausgesehen. Eine höfliche Bitte wird einem selten abgeschlagen. Aber wer lieber eingeschnappt stehen bleibt...
Also pippie....bei so etwas braucht man in Russland nicht fragen, da wird der Platz "aufgedrängelt".....
Das stimmt, aber in Russland wird man auch nach wie vor aller Nase lang darauf per Lautsprecher hingewiesen. Das wäre vielleicht mal ne gute Idee für deutsche Züge.
In den Karlsruher Straßenbahnen wurde vor ein paar Jahren die Durchsage: "Bitte machen sie Platz für Mobilitätseingeschränkte" eingeführt. Der Begriff hört sich so künstlich und politisch korrekt an, dass es am Anfang immer Gelächter in der Bahn und Diskussionen auf den Leserbriefseiten gab. Im Prinzip ist man ja schon als Nicht-Automobil-Besitzer mobilitätseingeschränkt... Es gab dann bald noch eine zweite Version, in der Art "Bitte machen sie Platz für diejenigen, die ihn nötiger brauchen"
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 14:58
von arghmage
Kultgrieche hat geschrieben:Am besten ist es doch in D., wenn sich Wenig-Behinderte mit Viel-Behinderten streiten: Letztens im Stadtbus in Wiesbaden, Platz hinter Busfahrer ist ja für Behinderte reserviert. Saß dort ein Opa, kam 'n anderer an. "Ich bin behindert, lassen Sie mich bitte auf den Platz" - "Ich bin aber auch behindert." - "Aber ich habe 70% Behinderung und bleibe sitzen." - "Ich aber habe 80% Behinderung und möchte dorthin".
Weit und breit viele freie Plätze, aber das Greisengekeife musste eben unbedingtsein....
Hoffentlich kriegt das keiner unserer regelwütigen Politversager spitz, sonst steht bald "nur für Schwerbehinderte mit GdB>XX%" an den Sitzen.
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 06 Jun 2011, 23:25
von Roland
Kultgrieche hat geschrieben:Letztens im Stadtbus in Wiesbaden, Platz hinter Busfahrer ist ja für Behinderte reserviert. Saß dort ein Opa, kam 'n anderer an. "Ich bin behindert, lassen Sie mich bitte auf den Platz" - "Ich bin aber auch behindert." - "Aber ich habe 70% Behinderung und bleibe sitzen." - "Ich aber habe 80% Behinderung und möchte dorthin".
Ich musste laut lachen. Total lustig. Schade, dass das keiner gefilmt hat.
CSB_Wolf hat geschrieben:Deutschland ist nicht mehr das Deutschland das es einmal war. Es ist fast nur noch eine Ellenbogengesellschaft. Die Rücksichslosigkeit nimmt immer mehr zu.
Trotzdem:
Es könnte sein, dass in wohlhabenden Ländern wie Deutschland die Menschen mehr Rücksicht aufeinander nehmen, weil sie die „Muße“ und Zeit dazu haben. In ärmeren Ländern wie Russland ist die Rücksicht geringer, weil der tägliche „Überlebenskampf“ ausgeprägter ist. Die Menschen denken dann eher nur an sich.
Ich weiß aber nicht, ob sich meine Annahme verallgemeinern und auf andere Staaten übertragen lässt.
Re: Russische Bürger und eigene Meinung: Diktatur-Nachwirkun
Verfasst: 07 Jun 2011, 10:30
von pippie
Roland hat geschrieben:
Es könnte sein, dass in wohlhabenden Ländern wie Deutschland die Menschen mehr Rücksicht aufeinander nehmen, weil sie die „Muße“ und Zeit dazu haben. In ärmeren Ländern wie Russland ist die Rücksicht geringer, weil der tägliche „Überlebenskampf“ ausgeprägter ist. Die Menschen denken dann eher nur an sich.
Ich weiß aber nicht, ob sich meine Annahme verallgemeinern und auf andere Staaten übertragen lässt.
Ich denke, dass nicht die, die den "Überlebenskampf" führen, grundsätzlich ein Problem mit der Achtung vor dem Anderen und der Rücksichtnahme haben, sondern das Problem besteht eher im schlechten Vorbild derer, die das Sagen in diesen Ländern haben. Wenn die Gesellschaft so strukturiert ist, dass es den Skrupellosesten am Besten geht und Moral nur hinderlich beim beruflichen Aufstieg ist, was soll dabei rauskommen?
"Der Fisch fängt beim Kopf an, zu stinken" - osteuropäisches Sprichwort.