Re: Strafvollzug in Russland
Verfasst: 20 Sep 2011, 00:23
Das Gefängnis für Ausländer ist die IK-22 (also Strafkolonie Nr. 22) in Leplej in Mordwinien.
Als ich in Moskau im Sprachendienst der dt. Botschaft gearbeitet habe, ist regelmäßig (1-2x im Jahr) ein Dolmetscherkollege mit dem Konsularbeamten auf Haftbesuch dorthin gefahren. Natürlich nur, wenn sich Deutsche dort in Haft befanden, was aber in den 8 Jahren, die ich an der Botschaft verbracht habe (1995-99, 2006-2010) eigentlich immer der Fall war. Und mit Dolmetscher aus dem Grund, weil die deutschen Staatsangehörigen, die dort einsaßen, zwar durchweg einen deutschen Pass, aber keine (oder kaum) deutsche Sprachkenntnisse besaßen - dafür aber russisch(klingende) Namen und einen russischen bzw. sowjetischen Geburtsort.
Mir ist aber auch noch ein Fall geläufig von einem "echten" (sorry, ich weiß nicht, wie ich das sonst ausdrücken soll) Deutschen, der auch mit Drogen (Haschisch oder irgendwas anderes zum Rauchen) erwischt worden war und dann dort ein paar Jahre absitzen durfte. Der hat unter anderem von seinen deutschen Angehörigen Geld überwiesen bekommen (über die Botschaft) und dafür hat der Konsularbeamte dann im Moskauer Großmarkt Lebensmittel und andere Dinge, die dort gut als Währung zu gebrauchen sind, für ihn eingekauft und ihm 1-2x im Jahr gebracht.
Die Zustände in dem Knast sind, den Erzählungen meines Kollegen zufolge, kein Zuckerschlecken, aber ich denke mal, dass die Tatsache, dass doch immer mal ein offizieller ausländischer Beamter dort zum Haftbesuch vorbeischaut, wenigsten ein bissel Garantie dafür ist, dass es nicht ganz so schlimm zugeht wie in den Strafkolonien, wo ausschließlich Russen sitzen und keine Ausländer - ob nun als Insasse oder Besuch - reinkommen.
Es gibt ein Buch eines Briten, der dort einsaß: Zone 22 von Tig Hague. Hier gibt es auch einen russischen Bericht darüber: http://laxness.ru/news/Zona-22-istorija ... jurme.html
Ich hab es aber nicht gelesen und kann demzufolge keine Angaben dazu machen, wie es geschrieben ist und ob es realitätsnah anmutet. Also: Keine Gewähr, nur zur Info.
Gruß
Barbara
Als ich in Moskau im Sprachendienst der dt. Botschaft gearbeitet habe, ist regelmäßig (1-2x im Jahr) ein Dolmetscherkollege mit dem Konsularbeamten auf Haftbesuch dorthin gefahren. Natürlich nur, wenn sich Deutsche dort in Haft befanden, was aber in den 8 Jahren, die ich an der Botschaft verbracht habe (1995-99, 2006-2010) eigentlich immer der Fall war. Und mit Dolmetscher aus dem Grund, weil die deutschen Staatsangehörigen, die dort einsaßen, zwar durchweg einen deutschen Pass, aber keine (oder kaum) deutsche Sprachkenntnisse besaßen - dafür aber russisch(klingende) Namen und einen russischen bzw. sowjetischen Geburtsort.
Mir ist aber auch noch ein Fall geläufig von einem "echten" (sorry, ich weiß nicht, wie ich das sonst ausdrücken soll) Deutschen, der auch mit Drogen (Haschisch oder irgendwas anderes zum Rauchen) erwischt worden war und dann dort ein paar Jahre absitzen durfte. Der hat unter anderem von seinen deutschen Angehörigen Geld überwiesen bekommen (über die Botschaft) und dafür hat der Konsularbeamte dann im Moskauer Großmarkt Lebensmittel und andere Dinge, die dort gut als Währung zu gebrauchen sind, für ihn eingekauft und ihm 1-2x im Jahr gebracht.
Die Zustände in dem Knast sind, den Erzählungen meines Kollegen zufolge, kein Zuckerschlecken, aber ich denke mal, dass die Tatsache, dass doch immer mal ein offizieller ausländischer Beamter dort zum Haftbesuch vorbeischaut, wenigsten ein bissel Garantie dafür ist, dass es nicht ganz so schlimm zugeht wie in den Strafkolonien, wo ausschließlich Russen sitzen und keine Ausländer - ob nun als Insasse oder Besuch - reinkommen.
Es gibt ein Buch eines Briten, der dort einsaß: Zone 22 von Tig Hague. Hier gibt es auch einen russischen Bericht darüber: http://laxness.ru/news/Zona-22-istorija ... jurme.html
Ich hab es aber nicht gelesen und kann demzufolge keine Angaben dazu machen, wie es geschrieben ist und ob es realitätsnah anmutet. Also: Keine Gewähr, nur zur Info.
Gruß
Barbara