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Re: Erstes eignes Unternehmen
Verfasst: 25 Okt 2011, 08:34
von Norbert
domizil hat geschrieben:Ich brauche für meine Steuererklärung jährlich rund 15 Minuten: 5 Minuten Kaffee kochen, 5 Minuten 3 Seiten Steuererklärung ausfüllen, 5 Minuten Kaffee trinken.
Und wie lange benötigst Du für die ganzen Berechnungen von Löhnen, Lohnersatz im Krankheitsfall, Urlaubsgeld, etc.? Wer erstellt die Planungslisten für Urlaub? Wer die ganzen korrekten Ukase, die gefordert werden?
Bei meinem ersten Arbeitgeber haben wir versucht, dass alles selber zu machen. Hatten dafür eine eigene Buchhalterin und sind dennoch ständig in Fallen getappt und mussten Strafen zahlen. (Bei pauschalen Überprüfungen, die bei allen Firmen im Bürogebäude gemacht wurden - scheinbar hatte unser Vermieter einen Konkurrenten, der Ärger bestellte.) Nun arbeite ich mit einer Agentur, die kostet ein Viertel der festangestellten Buchhalterin und klärt für mich all diesen Mist. Die volle Kontrolle habe ich bei Wunsch dennoch - ich muss diese Zettelwirtschaft ja sowieso unterschreiben. Aber nicht mehr selbst erstellen!
Re: Erstes eignes Unternehmen
Verfasst: 25 Okt 2011, 09:22
von domizil
... wenn man ein Einzelunternehmen hat mit vereinfachter Steuerveranlagung gibt es keine Zettelwirtschaft. Man bezahlt sechs Prozent vom Umsatz und fertig. Es werden keinerlei Belege irgendwohin eingereicht außer einmal im Jahr die Steuererklärung auf drei Seiten.
Ich selber versuche ohne eigene Mitarbeiter auszukommen. Sämtliche Dienstleistungen die ich benötige (Hausmeister, Straßenfeger, Reinigungskräfte, Instandsetzungen aller Art) schließe ich Serviceverträge ab. Aber, Du hast schon recht, jeder muß für sich entscheiden welche Rechtsform für ihn die beste ist. Manchmal ist es einfach aus Prestigegründen notwendig eine GmbH zu gründen.
Uwe Niemeier
Re: Erstes eignes Unternehmen
Verfasst: 25 Okt 2011, 10:21
von Norbert
domizil hat geschrieben:Ich selber versuche ohne eigene Mitarbeiter auszukommen. Sämtliche Dienstleistungen die ich benötige (Hausmeister, Straßenfeger, Reinigungskräfte, Instandsetzungen aller Art) schließe ich Serviceverträge ab. Aber, Du hast schon recht, jeder muß für sich entscheiden welche Rechtsform für ihn die beste ist. Manchmal ist es einfach aus Prestigegründen notwendig eine GmbH zu gründen.
Sobald man für die Produktion oder den Verkauf eigene Mitarbeiter braucht, kommt man mit Serviceverträgen nicht mehr aus. Und dann geht die Zettelwirtschaft los, allein, weil das russische Personalwesen dies so fordert. Allein wenn man sich den Ablauf der Urlaubsplanung und die Rechenlogik für das Urlaubsgeld mal verinnerlicht ... (
http://deutsche-novosibirsk.de/geschich ... ibirsk/#19, dort "III. Bürokratie")
Re: Erstes eignes Unternehmen
Verfasst: 25 Okt 2011, 13:06
von domizil
... Norbert, Du hast ja so Recht. Als ich mich in Russland selbstständig gemacht habe, habe ich auch lange überlegt WAS ich denn machen will und WIE ich es machen will. Ich hatte in Kaliningrad schon 10 Jahre praktische Erfahrung im Aufbau einer Firma hinter mir und habe mir gesagt: "Nee, meine Nerven sind dafür zu schwach". Kurz habe ich nachgedacht eventuell eine Lawka auf dem Zentralbasar aufzumachen und mit Tomaten und Gurken zu handeln - war mir aber zu stressig - ich suchte was wo man nichts tun muss und viel Geld verdient. Und so habe ich mich entschlossen Immobilien zu vermieten ... Das System so wie es ich organisiert habe ist (Einzelunternehmen mit vereinfachten Steuerverfahren) in diesem Fall dann vorteilhaft wenn die Auslastung bei mindestens 70 Prozent liegt. In Krisenzeiten hat man ein wenig zu knabbern, da man ja die ständigen laufenden Kosten zwar tätigt, aber nicht von der Steuer absetzen kann. Ein Wechsel der Steuerart ist auch nicht möglich - bleibt also nur durchzuhalten in den Zeiten wo das Geschäft nicht ganz so gut läuft.
Uwe Niemeier