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Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 00:37
von GIN
Die Eltern sind schuld, doch den Preis dafür zahlt die Gesellschaft, also die Res Publica.
Subjektive Erfahrung......Aus meinem Abschlussjahrgang aus zwei Klassen habe ich eine Erhebung gemacht. Von 42 Personen konnten 34 gefunden werden, davon lebten nur 3 Personen ohne eine Trans-Leistung (AGII, AGI, Wohngeld, Zuschuss aus AGII usw) von der Res Publica und bestritten ihren Lebensunterhalt selber.
Aus dem Gym. eines Freundes mit dem ich in der Grundschule war, in der gleichen Stadt, konnten von 62 Personen 45 erfasst werden, nur 4 von den 45 lebten von einer Trans.zahlung. Der Migrationsanteil war bei ihm etwa 1/4.
Die Lösung für mich ist klar, der Staat muss einschreiten und zur Not auf die Kinder Einfluss ausüben, in der heutigen Zeit kann ein Deutschland ohne Erdöl und Rohstoffe sich solche Zukunftsrisiken nicht erlauben.
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 01:10
von manuchka
Grad in den Dörfern gibt es aber sicher auch sogar Schulen mit 100% Nicht-Migranten...
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 02:25
von Saboteur
pippie hat geschrieben:Doch primär die Eltern und nicht der deutsche Staat.
das möchte ich mal deutlich bezweifeln, dass man das so verallgemeinern kann.
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 12:37
von Dietrich
J.Eckel hat geschrieben:Die Lösung für mich ist klar, der Staat muss einschreiten und zur Not auf die Kinder Einfluss ausüben, in der heutigen Zeit kann ein Deutschland ohne Erdöl und Rohstoffe sich solche Zukunftsrisiken nicht erlauben.
Geht das auch noch etwas konkreter?
Wie einschreiten?
"Einfluss ausüben"? Wie? Druck? Gute Worte? Kürzungen von irgendwas?
"Der Staat muss was tun" ist zu wenig....
Oder bist du auch der Meinung wie letzte Woche der Artikel auf SPON, dass die deutschen Eltern an der Misere Schuld sind, die ihre Kinder extra auf Schulen mit niedrigem Migrantenanteil stecken? Wenn die nicht so egoistisch wären, dann wäre alles besser?
http://www.spiegel.de/schulspiegel/wiss ... 71,00.html
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 13:13
von Gunnar
Kürzlich gab es irgendwo eine Studie, dass die Leistung der Kinder in der Schule gar nicht so sehr davon abhängig sei, ob es einen Migrationshintergrund gibt oder nicht sondern vielmehr von dem sozialen Level der Familie. Dass beides häufig zusammentrifft ist bei vielen Konstellationen klar, rein wissenschaftlich betrachtet soll es sich aber wohl eben nicht bedingen. Ich kann das eigentlich auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Meine Kinder gehen in eine städtische Kita bei der ich mal sagen würde, dass bei 70% aller Kinder mindestens ein Elternteil nichtdeutscher Herkunft ist. Viele dieser Migrantenkinder in unserer KiTa kommen aus (wirtschaftlich und familiär) sehr stabilen Famillien und dementpsrechend scheint es mir auch so, als ob der Entwicklungsstand der Kinder nicht negativ auffällt. (Von Bildungsstand kann man in der Kita ja vielleicht noch nicht so recht sprechen ...)
Ich habe dort übrigens sogar schon Eltern erlebt, die sich geradezu als benachteiligte Minderheit fühlen, weil ihre Kinder nicht zweisprachig aufwachsen (gemeint sind dabei zwei Muttersprachen und nicht diese peinlichen Versuche, mit den Kindern in einer fremden Sprache zu kommunizieren). Mal sehen wie es dann in der Schule werden wird ...
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 13:52
von Saboteur
Der Schrei in Richtung der Migranten ist j nicht neu. Ich denke aber die deutsche Gesellschaft muss auch ihre Hausaufgaben machen und nicht so tun als wenn alles schön ist - die Fragen die sich mir stellen sind:
- warum sind die MigrantenInnen in den unteren Schichten überrepräsentiert?
- warum werden die Kinder in Kitas und Schulen diskriminiert?
- Warum wird Kindern mit -nichtdeustchen- Namen der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen verwehrt?
- warum gelingt es den Menschen aus ärmeren Familien nur schwer gesellschaftlich aufzusteigen?
- Warum haben viele Kinder aus beispielsweise Neukölln oder Kreuzberg praktisch KEINE berufliche Perspektive?
- Warum bekommen MigrantInnen so schwer eine Wohnung?
- Warum ist Sarrazins Buch so erfolgreich wo doch so viel Blödsinn da drin steht?
- warum gibt es in so vielen Ecken ausländerfeindliches Klima in Deutschland?
- Warum werden Hinweise und bitten in Bezug auf MigrantInnen nicht gehört bzw. ernst genommen?
- Warum gibt es fast nur "Weiße" Poliziten und eine "Weiße" Verwaltung?
- Warum werden so oft die Unterschiede betont und die Gemeinsamkeiten ausgeblendet?
- Warum gibt es bei der NSU Mordserie bisher keine Rücktrittsforderung bzw. ähnliches mediales Interesse wie bei der Wulff Kampagne?
und warum werden MigrantInnen bzw. Das "Maß der Integration" immer an Bildung und Kriminalität gemessen? Was ist mit gesellschaftlicher Teilhabe, Ehrenamt, Diskriminierung...
hier zu den rechten in Bayern:
http://www.taz.de/Rechtsextremisten-in-Bayern/!86177/
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 15:57
von GIN
Dietrich hat geschrieben:J.Eckel hat geschrieben:Die Lösung für mich ist klar, der Staat muss einschreiten und zur Not auf die Kinder Einfluss ausüben, in der heutigen Zeit kann ein Deutschland ohne Erdöl und Rohstoffe sich solche Zukunftsrisiken nicht erlauben.
Der Staat sollte neben einer massiven Schulbildung die Grundrechte und die mitteleuropäischen Werte in die Kinder einhämmern. Das ganze Umfeld muss stimmen, ein Lernumfeld mit viel Lesen und Denken, ohne Erfahrungsberichte über yezidische Blutrache oder Angst vor Schweinefleisch, so etwas muss einfach nicht Thema sein.
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 16:05
von GIN
Saboteur hat geschrieben:Der Schrei in Richtung der Migranten ist j nicht neu. Ich denke aber die deutsche Gesellschaft muss auch ihre Hausaufgaben machen und nicht so tun als wenn alles schön ist - die Fragen die sich mir stellen sind:
Die Bringschuld muss von den Einwanderern kommen, der Staat die Strukturen schaffen damit diese Bringschuld eingetrieben wird.
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 17:46
von Gunnar
Ich habe in meiner Jugend als Austauschschüler ein Jahr in Frankreich gelebt. Das war wirklich brutal, da bei den Lehrern und der Schulleitung null Bereitschaft bestand, mich als Mitläufer zu tolerieren. Ich mußte vom ersten Tag an trotz miserabelster Französischkenntnisse (bis dahin war Franz zweite und sehr ungeliebte Fremdsprache

) volle Leistung abliefern (la litérature francaise du XVIII siècle und solche Scherze). Ansonsten wäre ich postwendend rausgeflogen. Wie das in einer russischen Schule ist, weiß ich nicht. In D haben damals die Lehrer jedenfalls immer Rücksicht auf ausländische Austausschüler genommen, da ja die Erlernung der Sprache im Vordergrund steht.
In Frankreich freute ich mich allerdings immer sehr auf den Deutschunterricht 8) Lückentexte ausfüllen und Aufsätze schreiben war natürlich in 1/3 der vorgesehenen Zeit erledigt. Ich hab allerdings nie volle Punktzahl bekommen, weil es sowas aus Prinzip nicht gab. Es reichte schon ein fehlendes Komma im Zweiseitigen Aufsatz
In diesem Punkt kann ich mir allerdings vorstellen, dass es in Russland anders läuft. Die Pädagogik ist in Russland nach meinem Eindruck noch sehr stark vom schematischen Lernen und weniger vom spielerischen Lernen geprägt. Ich habe es jetzt gerade wieder erlebt, wie gut meine Nichte Deutsche Vokabeln und Regel herbeten kann. Für eine Siebenjährige gerdadezu sensationell. Konversation auf Deutsch geht dafür aber praktisch noch überhaupt nicht. Der Schwerpunkt liegt in der russischen Schule offensichtlich eher auf Materie und weniger auf praktischer Anwendung. Dazu passt, dass Grammatik stark geprüft wird, und zwar eben nicht nur in der Anwendung sondern als Regel. Und da hat der Muttersprachler dann tatsächlich schnell ein Problem mitzuhalten ...
Re: Russische Schulen und Jugendliche
Verfasst: 23 Jan 2012, 18:31
von pippie
Saboteur hat geschrieben:Der Schrei in Richtung der Migranten ist j nicht neu. Ich denke aber die deutsche Gesellschaft muss auch ihre Hausaufgaben machen und nicht so tun als wenn alles schön ist - die Fragen die sich mir stellen sind:
- warum sind die MigrantenInnen in den unteren Schichten überrepräsentiert?
- warum werden die Kinder in Kitas und Schulen diskriminiert?
- Warum wird Kindern mit -nichtdeustchen- Namen der Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen verwehrt?
- warum gelingt es den Menschen aus ärmeren Familien nur schwer gesellschaftlich aufzusteigen?
- Warum haben viele Kinder aus beispielsweise Neukölln oder Kreuzberg praktisch KEINE berufliche Perspektive?
- Warum bekommen MigrantInnen so schwer eine Wohnung?
- Warum ist Sarrazins Buch so erfolgreich wo doch so viel Blödsinn da drin steht?
- warum gibt es in so vielen Ecken ausländerfeindliches Klima in Deutschland?
- Warum werden Hinweise und bitten in Bezug auf MigrantInnen nicht gehört bzw. ernst genommen?
- Warum gibt es fast nur "Weiße" Poliziten und eine "Weiße" Verwaltung?
- Warum werden so oft die Unterschiede betont und die Gemeinsamkeiten ausgeblendet?
- Warum gibt es bei der NSU Mordserie bisher keine Rücktrittsforderung bzw. ähnliches mediales Interesse wie bei der Wulff Kampagne?
und warum werden MigrantInnen bzw. Das "Maß der Integration" immer an Bildung und Kriminalität gemessen? Was ist mit gesellschaftlicher Teilhabe, Ehrenamt, Diskriminierung...
hier zu den rechten in Bayern:
http://www.taz.de/Rechtsextremisten-in-Bayern/!86177/
Saboteur, du tust so, als wären alle deine "Warums" allein schon Fakt.
Viele deiner Behauptungen sind Verallgemeinerungen, die so nicht stimmen.
Nur ein Beispiel, gerade in Berlin versucht die Polizei angestrengt, Migranten zur Ausbildung im Polizeidienst zu gewinnen.