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Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 08 Feb 2012, 22:49
von Jochen
Freiwillig zur Prävention wird dies doch niemand tun! Ich denke schon so wie Saboteur: die meisten werden arme Teufel sein, die mit Bildchen nackig vor dem Rechner hocken. Viele werden wissen, dass es verkehrt ist, vielen wirds egal sein. Aber eine Tat ausführen, dazu gehört schon mehr. Und wenn da jetzt so ein bisher unauffälliger zur Kastration ankommt, ist doch sofort Alarm! Mit Sicherheit wird alles bei allen Behörden, Revieren und Meldestellen registriert, Klatsch&Tratsch usw. Das tut sich doch niemand an.

Männer betrügen Frauen und umgekehrt. Da wird aus Eifersucht auch nicht jeder 2. totgeschlagen. Diese letzte soziale Hemmung fallen zu lassen gelingt zum Glück nicht jedem. Sonst wäre die Menschheit längst ausgelöscht.

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 08 Feb 2012, 23:08
von manuchka
Jochen, nochmal: Wir reden hier nicht von Leuten, die bisher unauffällig waren! Wir reden von rechtskräftig verurteilten Kinderschändern. Und wenn jemand die Schwelle vom Denken zum Tun einmal überschritten hat, dann plädiere ich für weitaus härtere Maßnahmen als ein bisschen Therapie. Handeln muss Konsequenzen haben, schlimmes Handeln muss schlimme Konsequenzen haben. Kastration wäre so eine, von mir aus chemisch - aber notfalls auch gegen den Willen das Betroffenen. Damit er das nie wieder tun kann. Damit dann hinterher keiner sagen kann: Oh, hätten wir gar nicht gedacht, der hat so lieb bei allen Therapiesitzungen mitgemacht und hatte so eine positive Sozialprognose... Und was das betrifft, dass alle dann Bescheid wissen: Darüber muss man sich vorher im Klaren sein, bevor man ein Kind missbraucht, wie Scheiße das ist, wenn man erwischt wird und dann öffentlich gebrandmarkt ist. Warum sollen sich solche Leute verstecken dürfen? So ein Kind ist auch für sein Leben lang geschädigt! Und ich bin auch dagegen, dass solche Taten nach paar Jahren verjähren - gerade dann, wenn die Opfer endlich alt genug sind, dass sie die Sache verarbeiten und anzeigen können.

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 08 Feb 2012, 23:17
von Axel Henrich
Jochen hat geschrieben:[...] die meisten werden arme Teufel sein, die mit Bildchen nackig vor dem Rechner hocken. Viele werden wissen, dass es verkehrt ist, vielen wirds egal sein. Aber eine Tat ausführen, dazu gehört schon mehr.
Die Tat beginnt bereits beim fotografieren der Krabben zu diesem Zweck und diese Beduerfnisse beim Konsumenten/Kunden bleiben nicht auf diesem Level. Die Nachfrage steuert diesen perversen Markt ...

@Saboteur, thx fuer die Links, das lese ich mir noch durch.

-ah-

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 09 Feb 2012, 08:54
von bauplan
manuchka hat geschrieben: - aber notfalls auch gegen den Willen das Betroffenen. Damit er das nie wieder tun kann.
Also ich denke diese Büchse der Pandorra sollte nicht geöffnet werden. Wer einmal so anfängt, wird die Grenzen immer weiter verschieben.

Wie bei Folter.
Natürlich ist menschlich der Kriminalbeamte zu verstehen, der ein Kind retten will, dem mutmaßlichen Täter Schmerzen anzudrohen. Aber wo hört das auf? Die Amis haben die Grenzen deutlich verschoben.
Selbst Deutschland war in den 70er Jahren soweit Grenzen zu öffnen.
Helmut Schmidt sagte bei der Schleyerentführung, man muss auch dass unaussprechbare mit einbeziehen und Strauss hatte sogar die Idee, Terroristen Stück für Stück hinzurichten bis Schleyer freikommt.

Ich denke, weder Politik, noch Justiz noch die Gesellschaft ist fähig und verantwortungsvoll genug so etwas zu beschließen.

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 09 Feb 2012, 09:19
von Zejtnot
Man sollte sich erst einmal vor die Augen führen, was Kastration bedeutet - die operative Entfernung der Keimdrüsen (Gonaden) bzw. die Unterdrückung deren Funktion durch chemische Mittel. Ein kastrierter Mann hat aber weiterhin seine primären Geschlechtsorgane und der Geschlechtstrieb wird allenfalls verringert, aber nicht vollkommen unterdrückt. Zitat aus der Wikipedia: "Jedoch ist diese Therapie wesentlich weniger wirksam, als vielfach in der Öffentlichkeit angenommen wird: Es hat eine ganze Reihe von Fällen gegeben, wo chemisch oder körperlich Kastrierte dennoch weiterhin Sexualstraftaten begingen."

In meinen Augen ist ein Gesetz zur Zwangskastration* also reine Augenwischerei und hilft den betroffenen Kindern überhaupt nicht.

Ferner schließe ich mich hier Saboteur an - am besten wäre eine klare Chance auf Hilfe für die Männer, bevor (!) sie sich an Kindern vergreifen. Das Programm der Berliner Charite finde ich hier sehr vorbildlich.

Meine ganz private Einstellung dazu: Ich bin mehr als froh, dass ich als Mann "ganz gewöhnliche" Neigungen habe und keinerlei Interesse an kindlichen Körpern verspüre. (Etwas brutaler ausgedrückt: Ohne weibliche Brüste finde ich einen Körper grundsätzlich nicht sexuell anziehend.) Ich merke ja selbst, dass man als Mann, der sexuelle Lust verspürt, ab und zu nicht logisch schaltet. Man weiß genau, dass heute definitiv nicht der richtige Tag für Sex ist, und gibt dennoch Signale, dass man doch gern würde. Mein Vorteil ist aber, dass ich einfach meine Frau anziehend finde und weiß, dass die Erlösung ja eine Frage von ein paar Tagen ist. Aber welche Aussicht hat da ein Pädophiler? Er will, sagt sich selber "nein", kann aber nicht sagen "warte bis morgen"! Deswegen finde ich Programme von der Charite sehr wichtig, damit solche Männer selber Wege lernen, mit dieser lebenslangen Last so umzugehen, dass keine Kinder darunter leiden werden! Denn dies ist, im Gegensatz zu "uns normalen, wo sie vielleicht heute mal Migräne hat", ein lebenslanger Kampf mit sich selbst.

Würde man solche Projekte mehr in der Öffentlichkeit fördern anstelle sich mit populistischer Zwangskastration zu beschäftigen, wäre viel mehr Kindern geholfen.

Strafen halte ich dennoch für richtig, auch Haft und notfalls psychiatrische Einweisung - sowohl zur Abschreckung (damit hilft man auch jenen, die ihren Trieb erfolgreich unterdrücken) als auch zur Gerechtigkeit gegenüber den Opfern. Und nicht zuletzt auch zum Schutz weiterer Opfer. Eine Chance zur Rehabilitierung muss es dennoch irgendwie geben.

* "solches Gesetz" nachträglich ersetzt durch "Gesetz zur Zwangskastration"

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 09 Feb 2012, 09:57
von Saboteur
WOW - du hast den Nagel auf den Kopf getroffen- ganz genauso sehe ich das auch!

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 09 Feb 2012, 11:40
von pippie
Zejtnot, leider gibt es hier keinen "Danke-Button". Sonst häte ich ihn jetzt gedrückt. Deshalb so: [Danke]

PS:
Zejtnot hat geschrieben: Ich merke ja selbst, dass man als Mann, der sexuelle Lust verspürt, ab und zu nicht logisch schaltet. Man weiß genau, dass heute definitiv nicht der richtige Tag für Sex ist, und gibt dennoch Signale, dass man doch gern würde.
Das geht Frauen ganz ähnlich ;)

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 09 Feb 2012, 11:46
von Zejtnot
pippie hat geschrieben:Das geht Frauen ganz ähnlich ;)
Das freut mich, ich wollte es nur nicht unterstellen. ;)
pippie hat geschrieben:leider gibt es hier keinen "Danke-Button"
Doch, haben wir nun auch. Der gelbe Daumen rechts unten im Beitrag: Bild (kann im anderen Layout leicht anders aussehen).

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 09 Feb 2012, 12:08
von Admix
Dieses Thema war vorher in der Kaffeebar (Dort kann man kein Danke vergeben, da es beim automatischen Löschen zum Schluckauf der Datenbank kommt). Ich habe es mal in die allgemeine Diskussion verschoben, da es spätestens seit Zejtnots Beitrag zum Thema schade wäre, wenn dieses Thema im Nirwana verschwindet.

Re: Freiwillige Kastration von Paedofilen

Verfasst: 09 Feb 2012, 12:38
von Axel Henrich
Zejtnot hat geschrieben:Man sollte sich erst einmal vor die Augen führen, was Kastration bedeutet
Darauf wurde doch in den verlinkten Artikeln eingegangen ...
Zejtnot hat geschrieben:In meinen Augen ist ein solches Gesetz also reine Augenwischerei und hilft den betroffenen Kindern überhaupt nicht. [...] Würde man solche Projekte mehr in der Öffentlichkeit fördern anstelle sich mit populistischer Zwangskastration zu beschäftigen, wäre viel mehr Kindern geholfen.
Toll so ein pauschaler Watschen ... :roll:
Die Ueberarbeitung der vorhandenen- und an die aktuellen Begenbenheiten angepasste Gesetzgebung als Augenwischerei und wenig hilfreich zu bezeichnen, finde ich sehr viel populistischer, zumal hier die freiwillige Kastration nur ein Punkt von vielen ist. Auch das Programm der Charite ist neben der Gesetzgebeung nur ein Punkt unter vielen, aber es gibt ihn. Das ist zwar gut, hilft aber vergewaltigten und/oder dabei sogar getoeteten Kindern natuerlich nicht mehr.
Im Gegenteil, das Problem wird groesser und nicht weniger, schau dir im Link von Saboteur an, wieviel Personen das Programm freiwillig nutzen und die Rueckfallquote der Zwangsverpflichteten.
Zejtnot hat geschrieben:Strafen halte ich dennoch für richtig, auch Haft und notfalls psychiatrische Einweisung
Auf welcher Grundlage, wenn du die sachliche, gesetzliche pauschal als Augenwischerei abtust?
Zejtnot hat geschrieben:Aber welche Aussicht hat da ein Pädophiler?
Die, die jeder Straftaeter hat. Weder die Gesetzgebung allein, noch die Charite mit ihrem Programm allein und natuerlich u.a. auch die Moeglichkeit der freiwilligen Kastration fuer sich allein helfen sicher nicht weiter. Auch diese drei und die in den Artikeln weiter angesprochenen Schritte im Paket, werden solche Verbechen in Zukunft nicht verhindern, prozentual wahrscheinlich nicht mal verringern, aber helfen, sich der Loesung irgendwie zu naehern ...

Da einzelne Punkte rauszugreifen und als Augenwischerei und Populismus abzutun hilft jedenfalls nicht, IMHO!

-ah-