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Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 09 Feb 2012, 21:51
von Dietrich
Ich finde es prima, dass man jetzt direkt nach Libyen mal sehen kann, wie es ausgeht, wenn man sich nicht einmischt.
Wahrscheinlich werden noch einige tausende Menschen ihr Leben lassen, die nichts weiter wollten, als ihr eigenes Leben mitzubestimmen. Aber was solls. Solange sie nur von ihrem eigenen Herrscher gemeuchelt werden (der noch mindestens 51% der Bevölkerung hinter sich hat!) und nicht durch imperialistische Bomben und Raketen, solange ist die Welt doch in Ordnung.
Wenigstens klebt das Blut nicht an den Händen derer, die (natürlich) nur aus kapitalistischen Interessen den Menschen mit diesen seltsamen Ideen von Demokratie die Sinne verwirren. Im Moment machen sich die die Hände schmutzig, die meinen, es sei da bestimmt alles nicht so schlimm, wie es die westliche Presse behauptet. Mal sehen, wieviel Blut es noch wird.

Diese Runde geht an Russland und China. Schauen wir mal, wie es diesmal ausgeht. Wo sind Bier und Chips?

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 09 Feb 2012, 23:03
von pippie
Dietrich, schau mal hier rein, wenn du Lust hast: http://weltereignisse.blogspot.com/2012 ... t-des.html

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 10 Feb 2012, 01:27
von Axel Henrich
pippie hat geschrieben:"Syrien und die Scheinheiligkeit des Westens"
Guter Beitrag und dafuer gibbets ein Danke! ;)
Neben dem auch guten, von inorcist verlinkten, Beitrag: "Warum wir Russland Unrecht tun" von Gabriele Krone-Schmalz, moechte ich noch einen von Primakow anfuegen, der auch interessant zu lesen ist:
http://de.ria.ru/comments_interviews/20 ... 32309.html
„In diesen beiden Ländern kam es von Anfang an zu bewaffneten Aktionen gegen die Macht. Wer diese Waffen geliefert und zu deren Einsatz angespornt hat – das wird mit der Zeit, da bin ich sicher, ans Licht kommen.“
-ah-

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 10 Feb 2012, 01:45
von pippie
Dietrich hat geschrieben:Ich finde es prima, dass man jetzt direkt nach Libyen mal sehen kann, wie es ausgeht, wenn man sich nicht einmischt.
Hast du mal verfolgt, wie es in Libyen jetzt aussieht? Aber nicht erschrecken!
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten ... byen.story
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0 ... 78,00.html
http://forum.spiegel.de/f22/menschenrec ... ost9584085 - hier sind auch die Kommentare ziemlich interessant.
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und und und...

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 10 Feb 2012, 04:32
von Jurij
Dietrich hat geschrieben:Ich finde es prima, dass man jetzt direkt nach Libyen mal sehen kann, wie es ausgeht, wenn man sich nicht einmischt.
Wahrscheinlich werden noch einige tausende Menschen ihr Leben lassen, die nichts weiter wollten, als ihr eigenes Leben mitzubestimmen. Aber was solls. Solange sie nur von ihrem eigenen Herrscher gemeuchelt werden (der noch mindestens 51% der Bevölkerung hinter sich hat!) und nicht durch imperialistische Bomben und Raketen, solange ist die Welt doch in Ordnung.
Wenigstens klebt das Blut nicht an den Händen derer, die (natürlich) nur aus kapitalistischen Interessen den Menschen mit diesen seltsamen Ideen von Demokratie die Sinne verwirren. Im Moment machen sich die die Hände schmutzig, die meinen, es sei da bestimmt alles nicht so schlimm, wie es die westliche Presse behauptet. Mal sehen, wieviel Blut es noch wird.

Diese Runde geht an Russland und China. Schauen wir mal, wie es diesmal ausgeht. Wo sind Bier und Chips?
Hätte die NATO sich im Jemen und im Bahrain eingemischt dann hätte man dem Westen eher abgekauft, dass es ihm um Demokratie geht. Aber nein es gibt ja nichtmal Sanktionen gegen Saudi-Arabien, obwohl es in einem anderen Land Leute gemeuchelt hat. Die NATO kann machen was sie will. Dass diese Organisation gute Absichten hat, kann man doch beim besten Willen nicht glauben. Und dass Assad unschuldige Zivilisten massakriert ist doch genauso ein Märchen, wie die angeblich 50 000 toten Zivilisten in Libyen. Die Massengräber kann uns keiner zeigen, genauso wie uns keiner irakischen Massenvernichtungswaffen zeigen kann.

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 10 Feb 2012, 11:01
von Axel Henrich
Jurij hat geschrieben:Die NATO kann machen was sie will. Dass diese Organisation gute Absichten hat, kann man doch beim besten Willen nicht glauben.
Man sollte die Nato vlt. nicht grundsaetzlich mit den Amis in einen Sack hauen, die zwar ein gewichtiges Mitglied sind, aber die europaeischen Mitglieder nicken lange schon nicht mehr alles Widespruchslos ab. Die haben lange, im Gegenteil zu diesen amerikanischen Hardlinern vor allem unter den Republikanern, begriffen, dass die Zukunft nur mit und nicht gegen Russland moeglich ist ...

http://www.tagesspiegel.de/politik/sich ... 46854.html
Dass nun die Kommandozentrale in Deutschland und nicht in einem osteuropäischen Nato-Staat eingerichtet wird, könnte als positives Signal an Russland interpretiert werden
Bericht „Toward a Euro-Atlantic Security Community“ [...] analysieren sie Grundlagen einer neuen euro-atlantischen Sicherheitsgemeinschaft, bei der es nicht nur um Aspekte militärischer Sicherheit, sondern auch um Versöhnung und wirtschaftliche Sicherheit geht.
Zusammen mit einer schriftlichen Erklärung, dass der Raketenschild der Nato keine Bedrohung für Russland darstelle, könnten solche vertrauensbildenden Schritte Moskau von der Sinnhaftigkeit der Kooperation überzeugen und den „Reset“ der russisch-amerikanischen Beziehungen nicht zu einem „Stopp“ werden lassen.
Klingt doch nicht so schlecht ... ;)

-ah-

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 11 Feb 2012, 16:16
von GIN
Ich halte die meisten Staaten im Nahen Osten für nicht Fähig eine Demokratie zu bilden. Da hilft auch kein Facebook sondern liegt an der Unfähigkeit grosser Teile der Bevölkerungen einen kritischen Dialog zu führen....anders als Schirinowski machen die das aber nicht im Witz. Moskau erkennt das, hofft auf Entwicklung und Evolution, der Westen will es nicht wahrhaben das Facebook und Twitter auch Salafisten und Moslembrüder benutzen und lässt sich super von den Revolutionären einspannen, die Araber, gerade SA lacht sich doch tot, ich stelle mir richtig vor wie der Kronprinz von Saudi Arabien sich kranklacht über den Westen, sieht schon sein Imperium das er sich mit der Türkei aufteilt.

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 12 Feb 2012, 00:23
von Apollo
"Demokratie" schaffen ist die eine Sache, einen "Genozid" an der Bevölkerung zu verhindern die andere Sache.

Diplomatisch betrachtet hat man Lawrow dort als "Hampelmann" instrumentalisiert. Nicht umsonst sieht man diese Bilder von hochrangingen "westlichen" in Ländern wie Kasachstan, Turkmenistan, Aserbaidschan beispielsweise nicht.

Wenn Russland in Syrien viel zu verlieren hat, wäre es gut beraten mässigend auf das Regime einzuwirken.

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 12 Feb 2012, 15:24
von bauplan
Man könnte fast zynisch werden. Zwei Schlagzeilen von heute.

Wie schon in Afghanistan, als es gegen die Sowjetunion ging, nun wieder, Taliban und USA zusammen.
1. Schlagzeile "Al-Qaida-Chef ruft zum Sturz von Assad auf"

Aber im ernst, glaubt wirklich jemand, nachdem Assad weg ist, dass dort eine Demokratie entsteht?
So wie in Agypten vielleicht?
2. Schlagzeile "Moslembrüder in Ägypten wollen einheimische Medien kontrollieren"

Es geht nur über Verhandlungen, nicht anders.

Re: Russlands Aussenpolitik

Verfasst: 12 Feb 2012, 18:27
von harald63
bauplan hat geschrieben:Man könnte fast zynisch werden. Zwei Schlagzeilen von heute.

Wie schon in Afghanistan, als es gegen die Sowjetunion ging, nun wieder, Taliban und USA zusammen.
1. Schlagzeile "Al-Qaida-Chef ruft zum Sturz von Assad auf"
Da baust Du Dir jetzt aber schon ein bisschen arg einen Pappkameraden zusammen. Zwar tappen die Amis oft genug in die "Der Feind meines Feindes ist mein Freund"-Falle, aber in diesem Fall wohl nicht. Nur weil beide das gleiche wollen, tun sie es noch lange nicht zusammen.