Die Ausbildung ist sehr theoretisch (das hatten wir aber schon einmal diskutiert). Sobald es um konkrete Dinge geht, fehlt die Erfahrung. Dabei gibt es Ausnahmen - beispielsweise sind meinen Beobachtungen nach Architektur-Diplome wirklich hart erarbeitet. Was ich hingegen an den Eisenbahn-Universitäten erlebt habe, entspricht eher einer deutschen Berufsschule.
Motivation ist ein riesiges Problem. "Ich verdiene zu wenig, also arbeite ich schlecht" - selbst mit Lohnerhöhungen von 10 % pro Jahr kommt man dagegen oft nicht an. Es ist eine Zwickmühle, der man nur schlecht entrinnen kann, so lange die Produktivität im Keller ist.
Zugleich ist es das typische Problem von Rohstoffländern - wenn man mit dem Ausbuddeln von Öl, ohne "echte Arbeit", reich werden kann, dann ist dies für die Produktivität in anderen Wirtschaftszweigen nicht förderlich.
Arbeitskräfte in Russland
Re: Arbeitskräfte in Russland
Ich habe dieses Thema gerade gestern mit Leuten im Ural diskutiert. Sie suchen junge Ingenieurabsolventen und prüfen diese beim Bewerbungsgespräch.
Sie meinten, dass etwa ein Drittel der Absolventen überhaupt keine Kenntnisse habe und damit ganz offensichlich nie wirklich studiert habe. Mit den gleichen Abschlüssen hätten andere Absolventen, glücklicherweise, recht gute Kenntnisse. An ein und derselben Uni gäbe es halt immer eine grosse Anzahl Studenten, die für die einzelnen Prüfungen bezahlen, um sie zu bestehen.
Es liegt dann am Arbeitgeber, die "echten" Absolventen herauszufiltern.
Habt Ihr ähnliche Erfahrungen?
Sie meinten, dass etwa ein Drittel der Absolventen überhaupt keine Kenntnisse habe und damit ganz offensichlich nie wirklich studiert habe. Mit den gleichen Abschlüssen hätten andere Absolventen, glücklicherweise, recht gute Kenntnisse. An ein und derselben Uni gäbe es halt immer eine grosse Anzahl Studenten, die für die einzelnen Prüfungen bezahlen, um sie zu bestehen.
Es liegt dann am Arbeitgeber, die "echten" Absolventen herauszufiltern.
Habt Ihr ähnliche Erfahrungen?
- bella_b33
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Re: Arbeitskräfte in Russland
Ja, deckt sich genau mit meiner Erfahrung, was ich hier in Saransk hörte. Man bringt am Jahresende ordentlich Geld mit und schwupps hat man tolle Noten auf den Zeugnissen. Einige "goldene Kinder" machen das wohl. Wie groß der Anteil ist, das kann ich im Moment nicht sagen.Andy hat geschrieben:An ein und derselben Uni gäbe es halt immer eine grosse Anzahl Studenten, die für die einzelnen Prüfungen bezahlen, um sie zu bestehen.
Es liegt dann am Arbeitgeber, die "echten" Absolventen herauszufiltern.
Habt Ihr ähnliche Erfahrungen?
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
- Zejtnot
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Re: Arbeitskräfte in Russland
Ich habe damit keine Probleme - da wir sowieso nach Wissen und nicht nach Abschluss einstellen. Sich in Russland auf Abschlüsse zu verlassen, ist blauäugig. Da ist es für mich egal, ob sie wegen der Bestechungsgefahr oder wegen der theorielastigen Orientierung wenig wert sind.
Re: Arbeitskräfte in Russland
Genau, wir schauen freilich, dass ein Bewerber auch ein Diplom hat und zwar von einer Hochschule mit Namen. Und praktisch immer hat ein Bewerber auch eine Empfehlung von einem unserer Kollegen oder Russen, denen wir vertrauen. Und wenn man selbst im Stoff steht, hat ein Hochstapler doch schon im Einstellungsgespraech absolut keine Chance ... Und wenn doch, wird er auch den Job bewaeltigen.
Also eine Plinse habe ich so noch nie eingestellt ...
Wenig Strebsame eher ..., fuer die hat man ja noch die Probezeit.
Ich glaube, es wird schon eine Menge Leute mit gekauftem Diplom geben, besonders unter Politikern, Beamten, ..., ueberall dort, wo es auf Sachwissen nicht so ankommt. Es wird auch Leute geben, die sich ihre Arbeit haben schreiben lassen oder sie wenigstens selbst abgeschrieben haben, was ja auch in D nicht so selten sein soll ...
Ich glaube, es wird schon eine Menge Leute mit gekauftem Diplom geben, besonders unter Politikern, Beamten, ..., ueberall dort, wo es auf Sachwissen nicht so ankommt. Es wird auch Leute geben, die sich ihre Arbeit haben schreiben lassen oder sie wenigstens selbst abgeschrieben haben, was ja auch in D nicht so selten sein soll ...
- Zejtnot
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Re: Arbeitskräfte in Russland
Auch unter den Bewerbern ohne Diplom verstecken sich manche Perlen!
Re: Arbeitskräfte in Russland
Einverstanden, ich hatte aber nie Zeit und Lust, solche Ausnahmepersoenlichkeiten zu suchen und ihre Einstellung entgegen der Stellenbeschreibung durchzusetzen. 
- Zejtnot
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Re: Arbeitskräfte in Russland
Dann arbeitest Du sicher in einer Branche, wo es genug Bewerber gibt. Gibt es bei uns leider nicht.Nikolaus hat geschrieben:Einverstanden, ich hatte aber nie Zeit und Lust, solche Ausnahmepersoenlichkeiten zu suchen und ihre Einstellung entgegen der Stellenbeschreibung durchzusetzen.
