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Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 04:42
von tl1000r
Hallo Herr Niemeier,

ich finde das Thema recht interessant, da ich öfters mal über andere Grenzen und "ihre" Eigenarten gelesen habe. Ich weiß es nicht mehr ganz genau - es könnte Transnistrien gewesen sein - aber ich stelle mir die Frage des Sinn des Ganzen? Haben sie vielleicht eine einleuchtende Erklärung, warum ich mit Rad über die Grenze darf, aber nicht zu Fuß? Darf ich mit dem Roller meiner 8 Jährigen Cousine rüber fahren, oder mit einem dieser neuartigen Segways? Es hat alles Räder, soviel dazu :) In Deutschland kenne ich eher Grenzübergänge, bei denen nur Fußgänger erlaubt sind (Tschechien/Polen), aber anders herum ist für mich unverständlich.

Mit freundlichen Grüßen,

Matthias.

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 06:30
von domizil
pippie hat geschrieben:...und das zu nachtschlafender Zeit
... ja, nicht ganz normal, aber wenns denn nötig ist. Und da ich heute nach Deutschland fliege und helfen wollte ... kein Problem
m1009 hat geschrieben:Ich traf kuerzlich in Ufa 2 deutsche Wanderer.... wenn ich mich komplett taeusche, sind die beiden ueber Kalinigrad....
... hat keiner was dagegen. Die können wandern soviel sie wollen. Aber eben für den Grenzübertritt haben sie sich als Tramper in ein Auto gesetzt und sind nach der Grenze wieder ausgestiegen und weiter gewandert
marc_m hat geschrieben:Wahrscheinlich ist die Busvariante dann doch die eleganteste Variante
.
... ja, ich glaube das auch. Ein Zug fährt auch, aber die Intervalle sind wohl nicht so vorteilhaft.
tl1000r hat geschrieben:Haben sie vielleicht eine einleuchtende Erklärung, warum ich mit Rad über die Grenze darf, aber nicht zu Fuß?
... die Einrichtung von Grenzübergängen hat nach internationalen/nationalen Standards zu erfolgen. Die Abfertigung von "Räderbeförderungstechnik" erfordert einen Abfertigungsstreifen und die Abfertigung von Fußgängern einen anderen Streifen. Damit es zu keinen Sicherheitsproblemen kommt, müssen diese Streifen entsprechend angelegt sein (Verkehrsunfälle, unaufmerksame Fußgänger usw.). Viele Übergänge sind "historisch" gewachsen und haben hierfür keinen Platz. Viele Übergänge liegen aber auch einfach an Stellen wo es nach menschlichem Ermessen einfach nicht möglich (sinnvoll) ist zu Fuß hinzugehen. Und nur weil irgendwann mal zwei einsame Wanderer die Grenze zu Fuß überschreiten wollen einen Extra-Abfertigungsstreifen bauen ... Natürlich könnte man einem solch einsamen Wanderer in Ausnahmefällen die Überquerung erlauben - so denke wir (die einsamen Wanderer), aber gerade in dem Moment wo der Grenzer ein Auge zudrücken will, passiert dann was - und warum sollte ein Grenzer das (wegen einem einsamen Wanderer) riskieren?
Dazu kommt, dass alle Grenzübergänge (in Kaliningrad) komplett aus dem Stab der Grenztruppen in Kaliningrad aus der Ferne videoüberwacht werden. Damit stellt man die Einhaltung der Ordnung "aus der Ferne" sicher, daß keiner mit einen "runden Nummernschild" mal schnell vorprescht und eben auch die "einsamen Fußgänger".
So, das wars. Jetzt muß ich zur Grenze - allerdings auf dem Airport und diese Grenze darf ich zu Fuß überschreiten.
Uwe Niemeier

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 10:52
von m1009
domizil hat geschrieben:Natürlich könnte man einem solch einsamen Wanderer in Ausnahmefällen die Überquerung erlauben

Ich sag mal folgendes dazu.... Ich hab selbst den LKW Uebergang in Brest und den PKW/LKW Uebergang in Buratchki und Schumilkono (mehrmals) zu Fuss ueberquert .... So genau werden also scheinbar die Vorschriften nicht genommen.... Oder sie gelten, offenbar, nur fuer Kaliningrad.... ;)

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 10:55
von Saboteur
Ich vermute darüber hinaus noch, dass es eben ein Fahrzeugübergang ist und daher die Abfertigung von Fahrzeugen im Vordergrund steht und Priorität hat. Wenn sich jetzt rumspricht,dass man da durchspazieren kann würde das eventuell Publikum generieren, welches die personellen Ressourcen für die KFZ Abfertigung bindet die dann noch länger dauern würde... das ist aber nur meine Theorie :)

Ich kann mir aber vorstellen, dass die GrenzerInnen doch ein Auge zudrücken wenn sie sehen, dass du nicht aus dem Nachbardorf bist sondern von sonstwoher... Jedenfalls habe ich - neben den ganzen bekannten Problemen mit Polizei und Behörden - auch schon wohlwollendes Entgegekommen, Verständnis und flexible Anwendung der Vorschriften erlebt...

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 10:59
von Admix
Und wenn es nicht klappt, dann könnte man danach ja immer noch in der Autoschlange nachfragen ...

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 11:58
von m1009
Saboteur hat geschrieben:Jedenfalls habe ich - neben den ganzen bekannten Problemen mit Polizei und Behörden - auch schon wohlwollendes Entgegekommen, Verständnis und flexible Anwendung der Vorschriften erlebt...
Genau... Und dazu noch der "Auslaenderbonus" .... da geht immer was....

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 12:12
von domizil
... na, damit haben wir dann ausreichend Varianten zusammen wie man wo und warum oder warum auch nicht eine Grenze überqueren kann. Ich habe es soeben geschafft im Verlaufe von zwei Stunden zwei Grenzen zu überqueren und genieße in Lettland deutschen Kaffee aus einer französischen Kaffeemaschine mit russischer Bedienung.
Uwe Niemeier

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 12:16
von m1009
Und dazu noch permanent Online... Respekt..... :D

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 07 Jul 2012, 12:22
von domizil
m1009 hat geschrieben:Und dazu noch permanent Online...
... und dazu noch ohne Mobiltelefon - übrigens eines meiner "Brand-Makers": Keine Kenntnisse der englischen Sprache, kein Handy und kein Car ...
Uwe Niemeier

Re: Grenzübertritt zu Fuss

Verfasst: 14 Jul 2012, 18:10
von _RGP_
Wolfgang Büscher berichtet in seinem Buch "Berlin-Moskau" von seiner Wanderung von..naja Berlin nach Moskau eben, davon, daß er an der Grenze (entweder zu Weißrußland oder Rußland) auch mit den Grenzern diskutieren mußte, weil eine Einreise zu Fuß eigentlich nicht vorgesehen ist. Nachdem man ihn dann doch durchgelassen hat, gab es das Problem, daß er keinen Stempel bekommen sollte, weil jeder Stempelvorgang wohl in irgendeinem Buch mit dem dazugehörigen KfZ festeghalten werden muß...(oder irgendwas anderes aus der Bürokratenecke)

Der Wanderervon Danzig nach Kaliningrad kann es ja auch versuchen, und im Falle eines Scheiterns immer noch per Anhalter fahren. Wobei dann vielleicht die Frage ist, ob der Grenzer stutzig wird, wenn der eben abgewiesene Fußgänger eine Stunde später in einem Auto vor ihm sitzt.