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Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 19 Dez 2012, 13:39
von bauplan
Axel Henrich hat geschrieben:341 Journalisten in Russland in 20 Jahren ums Leben gekommen das ist in der Tat ne erschreckend traurige und dramatische Hausnummer ... :shock:
Zwar ist jeder Einzelne schon einer zu viel, aber die Statistik zeigt leider nicht die deutliche Verbesserung.
Die mit Abstand meisten getöteten Journalisten waren in der ach so guten Jelzinzeit. In den letzten 12 Jahren ist nur noch ein Bruchteil der 341 Journalisten umgekommen.
Aber wie schon geschrieben, jeder ist einer zu viel.

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 19 Dez 2012, 13:51
von Axel Henrich
bauplan hat geschrieben:In den letzten 12 Jahren ist nur noch ein Bruchteil der 341 Journalisten umgekommen.
Okay, ich hatte mich ueber die Hoehe echt schon gewundert, weil man das auch irgendwie haette mitkriegen muessen.
Klar bleibt es viel, aber ueber den Zeitraum relativiert sich das doch etwas, THX!

-ah-

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 19 Dez 2012, 14:08
von Andy
Tja, gemaess einer Untersuchung der russischen Generalstaatsanwaltschaft wurden im Jahre 2009 etwa 46.200 Morde in Russland begangen (offizielle Statistik des MWD etwa 18.000). Da kann es auch sein, dass die Anzahl getoeteter Journalisten "statistisch nicht auffaellig" ist. Nur um mal zu zeigen, wie schrecklich eine Debatte ueber Zahlen von Mordopfer sein kann .....

... davon 3000 ermordete Kinder .... nur so viel zur aktuellen Debatte um ein Verbot von Adoptionen durch Amerikaner (Mordrate ein Drittel der Russischen bei doppelter Bevoelkerung)

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 19 Dez 2012, 15:28
von Dietrich
Viel aufschlussreicher wäre da natürlich eine Statistik bei wievielen dieser ermordeten Journalisten dieser Mord mit ihrer beruflichen Arbeit zu tun hatte. Und dann der Vergleich mit dem Ausland.
Da sich das allerdings natürlich nicht immer klar bestimmen lässt, wäre auch so eine Statistik immer mit Vorsicht zu genießen.
Außerdem müsste man dann noch schauen, "gegen" wen diese Journalisten vor ihrem Tod jeweils so recherchiert haben. Und spätestens da würde die Statistik der Statistik der Statistik jeglichen auswertbaren Charakter verlieren.

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 19 Dez 2012, 15:32
von Axel Henrich
Andy hat geschrieben:Tja, gemaess einer Untersuchung der russischen Generalstaatsanwaltschaft wurden im Jahre 2009 etwa 46.200 Morde in Russland begangen (offizielle Statistik des MWD etwa 18.000). Da kann es auch sein, dass die Anzahl getoeteter Journalisten "statistisch nicht auffaellig" ist.
Hier ist mal der Artikel dazu: http://de.rian.ru/crime/20110124/258154479.html

Was mich hier verwundert:
Außerdem gibt es im russischen Strafgesetzbuch den Artikel „Zufügung von schweren Körperverletzungen mit Todesfolge“. Damit gilt eine Person, die nicht sofort am Tatort, sondern erst mehrere Stunden später im Krankenhaus gestorben ist, nicht als ermordet.
Sehr sinnig ... :roll:

-ah-

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 19 Dez 2012, 19:23
von Gunnar
Axel Henrich hat geschrieben: Was mich hier verwundert:
Außerdem gibt es im russischen Strafgesetzbuch den Artikel „Zufügung von schweren Körperverletzungen mit Todesfolge“. Damit gilt eine Person, die nicht sofort am Tatort, sondern erst mehrere Stunden später im Krankenhaus gestorben ist, nicht als ermordet.
Sehr sinnig ... :roll:
-
Ich vermute mal eher, dass hier ein juristischer Laie (hat man leider auch in D oft, selbst bei sogenannten Gerichtsjournalisten) die tatsächliche Realität des russischen Strafrechtes verzerrt.

In D gibt es jedenfalls auch den Straftatbestand der Köperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB) und der kommt dann zum Tragen, wenn der Täter zwar die Körperverletzung aber nicht den Tod beabsichtigt, gewollt oder zumindest billigende in Kauf genommen hat (oder ihm letzteres im Prozess nicht nachgewiesen werden kann).

Ich denke, dass auch nach russischem Strafrecht ein Mord vorliegen wird, wenn einem Täter klar der Tötungswille und die Tötungsabsicht nachgewiesen werden kann, das Opfer aber nicht gleich sondern zeitverzögert aufgrund der Tat verstirbt.

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 20 Dez 2012, 04:48
von Axel Henrich
Gunnar hat geschrieben:Ich vermute mal eher, dass hier ein juristischer Laie [...] die tatsächliche Realität des russischen Strafrechtes verzerrt. [...] Ich denke, dass auch nach russischem Strafrecht ein Mord vorliegen wird, wenn einem Täter klar der Tötungswille und die Tötungsabsicht nachgewiesen werden kann, das Opfer aber nicht gleich sondern zeitverzögert aufgrund der Tat verstirbt.
Das denke ich naemlich auch und genau so muesste dann natuerlich auch dieses als Mord in der Statistik auftauchen.

-ah-

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 23 Dez 2012, 02:28
von Axel Henrich
http://lenta.ru/news/2012/12/22/woman/

Der Le Figaro hat Tolokonikowa von PR zur Frau des Jahres gewaehlt. Michel Obama auf den 2. und Meril Strip auf den 3. Platz.

Edit: Hier auf deutsch: Pussy-Riot-Aktivistin für französischen „Figaro“ Frau des Jahres

-ah-

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 23 Dez 2012, 13:00
von manuchka
:zorn: [frust] :(

Re: Russische Justiz, die 2.

Verfasst: 15 Jan 2013, 13:39
von Axel Henrich
Was kommt nach Pussy Riot?
Seit der Verurteilung der Punk-Musikerinnen von Pussy Riot wegen "Rowdytums", kocht es in der Moskauer Szene.
Die Stimmung in der Moskauer Kunstszene ist derzeit angespannt, und kann ganz plötzlich eskalieren. Im September präsentierte die junge Künstlerin Ewgenija Maltsewa ihre neuesten Arbeiten. Sie hatte die Abzüge russisch-orthodoxer Heiligenbilder mit den Strumpfmasken der Aktivistinnen von Pussy Riot übermalt.
[...]
Kritische Gegenwartskunst wird immer mehr zum Feindbild, und zwar für die Konservativen an der Macht und für religiöse Traditionalisten. Diese Koalition sei gefährlich.

"Im Prinzip verändert sich die Situation gerade Schritt für Schritt. Natürlich kann man eine Ausstellung mit politischen Inhalten organisieren. Aber die Mehrheit der Ausstellungsorte wird ablehnen, sei es aus einem Akt der Selbstzensur oder aus Angst, dass jemand sie angreifen könnte."
Ich habe sowieso gestaunt, dass Putins Spruch bei der Pressekonferenz im Dezember:
Но актёры, музыканты, художники – люди особой душевной организации, тонкой, и, как у нас говорят, художника легко обидеть, поэтому я понимаю чувства господина Депардьё.
ausser bei der Gruppe Война kaum Feedback aus dem Ausland erzeugte ... ;)

-ah-