Seite 2 von 2

Re: Moskau - Projektassistent/-in "To4ka-Treff.ru", 01.03.20

Verfasst: 18 Feb 2013, 11:25
von Anelya
bella_b33 hat geschrieben:
Magdeburg-Moskva hat geschrieben:unsichere Perspektive in Deutschland
Ich bin da völlig bei Dir! Aber sag DAS mal dem Rest der Welt, für die alle GERMANY das tollste Land ist und sie unbedingt dorthin ziehen müssen um sich in der sozialen Hängematte schön zu sonnen ;).

Ich hatte da im Ausland schon die tollsten Erfahrungen, sogar Heratsabgebote von Herren :shock: , die sich über die Umstände(Homo-Ehe, Unterstützung vom Staat, Sozialhilfe usw.) schon genau informiert hatten. Hat mir aber keine Blumen zum Antrag mitgebracht.....von daher hab ich ihn sitzen lassen :lol:
Klar ist die Perspektive in Deutschland unsicher und hier fließt auch keine Schokolade in Strömen. Aber ist halt immer die Frage, im Vergleich mit was unsicher. Für viele ist eine zweijährige Schwangerschaftsvertretung mit 30 Tagen Urlaub, mit bezahlten Tagen im Krankheitsfall, mit bezahlten oder abgefeierten Überstunden, mit einem Tarifgehalt, mit der Möglichkeit zur wissenschaftlichen Weiterbildung, mit einer deutschen Krankenversicherung etc.pp. doch weitaus verlockender, als in Kursk für 6.000 Rubel zu unterrichten. Und abends noch dutzende Privatstunden zu geben. Und am Wochenende noch hinter der Kasse zu stehen. Und sich dazu noch die Einzimmerwohnung mit Mutter und Oma zu teilen.

Deprimierend, aber viele meiner Freunde aus meiner Zeit in Sankt Petersburg sind jetzt im Ausland. Eigentlich fast alle. Alle halt mit sehr gutem Abschluss, alle mit Promotionsstipendien in der EU oder USA. Und nach drei, vier Jahren in dem jeweiligen Land haben sich alle so gut etabliert, dass sie auch "richtige", sozialversicherungspflichtige, unbefristete Jobs gefunden haben. Klar vermissen sie Russland, einige sehnen sich sogar sehr danach, aber bei dem Gedanken an spätere Rente, an die Perspektiven der Kinder etc.pp. bleiben sie doch lieber in Europa.