GIN hat geschrieben:
Die "Tscherkessen" waren eine lose Konföderation von Adygischen Völkern die sich im Kriegsbund gegen die Russen sahen. Eine lose frühe Eidgenossenschaft ohne Hauptstadt, ohne Verfassung und ohne Gerichtsbarkeit. Es gab kein Staatenwesen. Die Ubykhen (Bewohner um Sochi) gehörten zu keinem Zeitpunkt dieser Konföderation aus adygischen Stämmen an. Sie hatten eine andere Sprache, anders als ihre nördlichen Nachbarn waren sie strenge Suniten und lebten isoliert in den Hügeln zwischen Tscherkessen und Abchasen. Ich empfehle Ihnen erst einmal französische oder englische Reiseberichte zu dem Thema aus dem 19 Jahrhundert. In Google Books gibts viele Einträge dazu.
Des Weiteren muss man sich in die Mentalitt des 19 Jahrhundert versetzen. Es stimmt das nach heutigen Massstäben die Russen Kriegsverbrechen im Kaukasus verbrochen haben, es stimmt aber auch das die Bewohner im Kaukasus nach heutigen Massstäben mehrheitlich auch nicht ok waren und man sie (gerade die Bewohner um Sochi) heute wegen Sklavenhandel, Menschenraub (Überfall auf ihre Nachbarn, auch eigene Ubychen)vor ein Gericht bringen würde.
1.Es gab zu keinem Zeitpunkt im Nordwestkaukasus strenge Sunniten, was schreiben Sie da überhaupt??? Mir scheint, Sie kennen sich in der Materie gar nicht aus. Es gibt genug historische Quellen der Osmanen, in denen die Osmanen beklagen, wie schwer es war, den Islam bei den Tscherkessen, Abchasen und den Ubykhen, die damals eine Mischung aus heidnischen Traditionen und christlicher Religion praktizierten, an den Mann zu bringen...auch mit Geld ließ sich da nicht viel machen, das schreiben die Osmanen selber! Die Tschetschenen, nach deren Land der russische Zar ebenso gegiert hat, haben letztendlich einen Glaubenskrieg, einen Djihad, gegen die Russen geführt, deswegen spricht man auch vom Muridenkrieg. Die Tscherkessen aber haben für die Erhaltung ihres unabhängigen Landes gekämpft, das ist doch was völlig anderes!!!Übrigens, ausschlaggebend für den Glaubenswechsel zum Islam war die unmenschliche Reaktion des Russischen Zaren, die mehrmals vorgetragenen Bitten der Tscherkessen um eine friedfertige Lösung auszuschlagen. Die Tscherkessen wollten dem Zaren mit dem Glaubenswechsel ein letztes klares Zeichen setzen, dass man seine Autorität nicht akzeptiert.
2.die Ubychische Sprache stand dem Tscherkessischen näher als das Abchasische. Abchasen und Tscherkessen benötigen auch Dolmetscher untereinander, auch wenn diese Sprachen miteinander verwandt sind.
3. Sie brauchen nicht in der Vergangenheitsform schreiben, wenn Sie von russischen Verbrechen im Kaukasus schreiben...die begeht Russland immer noch, und zwar an allen Völkern im Kaukasus! Die Russen sind also in ihrer Mentalität im 19. jahrhundert stehen geblieben...dabei wollen sie sich doch so gern als ein modernes friedfertiges Volk nach westlichen Maßstäben verkaufen bei den Olympischen Winterspielen nächstes Jahr! Vergessen Sie's, das nimmt den Russen doch eh keiner ab...
4. Wollen Sie mir weismachen, bei den Russen gab es keine Verbrechen???? Sklavenhandel und staatliche Organisation war eine innertscherkessische Angelegenheit, das rechtfertigt nicht den Einfall in das Land und die fast völlige Ausrottung eines Volkes! Wenn die Russen so edelmütig waren/sind, wie Sie hier vorgeben, warum hat sich der Russische Zar nicht ebenbürtige Gegner gesucht, die noch viel mehr im Sklavenhandel verwickelt waren -die Osmanen, Engländer, Franzosen, Portugiesen???