Zejtnot hat geschrieben: Nun ist die Frage: Ist es verwerflich, dass man mit einer guten Geschäftspolitik reich geworden ist?
Nein, so lange man dabei nicht gegen Gesetze verstößt wie russische Oligarchen, Großbanken, die Big4 der Steuerhinterziehung ... ist es nicht nur nicht verwerflich.
Es ist auch gut und richtig für ein erfolgreiches Marktwirtschaften, dass jeder sein Optimum anstrebt, sei es, Reichtum aufzubauen oder zu mehren oder (bei Media Markt) möglichst viel zu sparen ...
Dass dann unternehmerische Leistung wie im Falle der SAP Gründer auch mal über Gebühr belohnt wird ... ok ... kann man akzeptieren, zumal ja auch gesellschaftlich wertvolle Begleiterscheinungen auftreten.
Nur, wo liegt die Leistung bei erblichen Dynastien? Eine gesellschaftlich kritische Fortschreibung und Doppelhonorierung, auch noch mit innovationsfeindlichen Folgen?
Und wo liegt die gesellschaft- oder wirtschaftlich sinnvolle Leistung, wenn ausufernde Kapitalrenditen Unternehmen drangsalieren, die Gesellschaft auch noch die Risiken sozialisiert,
nichts gegen Steuerflucht unternimmt und uns so Billionen entzogen werden?
Ich kann nicht verstehen, wie einige immer wieder übersehen, dass Geld endlich ist!?
Wenn jemand über das bestehende Wachstum hinaus Geld vermehrt, dann muss er es jemand anderem wegnehmen - 1+1=2.
Das geschieht entweder, dass erfolgreiche Unternehmen weniger erfolgreiche vom Markt verdrängen (Innovation, Produktivitätsfortschritt) oder auch einzelne Länder auf Kosten anderer nach vorne kommen.
Es ist für uns alle existentiell notwendig, dass man mit guter unternehmerischer Geschäftspolitik reich werden kann.
Aber es ist verwerflich, gesellschaftlich wertlose derivate Luftschlösser auf den Finanzmärkten zu honorieren - wie insgesamt Kapital im Gegensatz zu Arbeit oder auch unternehmerischer Leistung viel zu privilegiert ist.
Es ist auch verwerflich, wenige auf Kosten der Mehrheit über Gebühr reich werden zu lassen und keinen gesellschaftlichen Ausgleich anzustreben.
Und es ist verwerflich, keine Rahmenbedingungen zu schaffen, die dafür sorgen, dass Wirtschaften zum Wohle der Gesellschaft stattfindet.
Nicht einzelne Reiche sind dafür verantwortlich, sondern eine falsche Politik.