Norbert hat geschrieben:
Welche Propaganda blind ist, kann ich im Moment nicht einschätzen.
Propaganda ist immer blind - auf beiden Seiten. Weil sie Informationen und Wahrheiten opfert und verfälscht zur Durchsetzung eigener Ziele.
Norbert hat geschrieben:
Deswegen nennt aber Gysi Frau Merkel noch lange nicht als Nazi und Merkel Herrn Gysi nicht Stalin.
Nazifreund ist nicht Nazi ... es ist eine zugegebenermaßen heftige Beschreibung für die Unterstützer des aktuellen Kiew-Regimes, die sie sich aber durch Schönreden, Verharmlosung und Verschweigen des Nazi-Gesindels in der Regierung und unter Waffen selbst zuzuschreiben haben. Wenn die Grüne Katrin Göring-Eckardt nichts besseres zu Svobodas "Schnappt Euch die Gewehre, bekämpft die Russen-Säue, Deutsche, die Juden-Schweine und andere Unarten." einfällt, als Lügen und Beschönigung macht sie sich selbst zu einer Nazi-Freundin.
Norbert hat geschrieben:
Eine Demokratie kann und muss verschiedene Meinungen aushalten. Und genauso hoffe ich dies von einem Forum.
Ich bemühe mich in DEU und RUS sehr darum, dass nicht alle Verbindungen zwischen unseren Ländern zerstört werden, sondern wieder Nähe entstehen kann.
In RUS vertrete ich (fast) die Meinungen von Dietrich u.a., dass die Krim-Aktion ein Völkerrechtsbruch und militärische Aggression beinhaltete, auch wenn wesentliche Teile durchaus demokratisch waren, aber erkläre und vertrete auch die westlichen Vorwürfe. Ich versuche, den Russen unsere Vorstellungen näher zu bringen, allerdings nie mit dem erhobenen Zeigefinger, denn der wäre auch angesichts objektiv viel schwerwiegender Völkerrechtsverstöße unseres Partners, der USA völlig lächerlich. Ich versuche, die Russen davon zu überzeugen, dass weder EU noch NATO aggressive Ziele verfolgen, zumindest nicht militärisch.
In DEU versuche ich, der Dämonisierung Putins und RUS entgegen zu treten und werbe um Verständnis für ein russisches Denken, das eben nicht expansiv und aggressiv ist, auch wenn die Krim-Aktion durch ihre Militarisierung es war. Wir haben durch jahrelanges RUS-Bashing jede Kenntnis und jedes Mitgefühl zu RUS und seinen Menschen verloren. Ich versuche die Menschen bei uns davon zu überzeugen, dass RUS keine Expansion oder gar Wiederherstellung eines großsowjetischen Reiches anstrebt. Dahingehende Thesen sind reine Kriegshetzerei und durch nichts belegt. RUS Armee war nur einmal ausserhalb RUS aktiv und das war 2008 als OSZE Friedenstruppe - bis auf die kurzeitige Besetzung Georgiens auch mit Billigung der EU-Kommission.
Ich suche Ausgleich und Nähe unserer beiden Länder, einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen und Ansichten. Eine Selbstverständlichkeit für den Frieden und für eine kluge Aussenpolitik. Mir sind deshalb alle Argumente zuwider, die auf die Unterwerfung, auf Sieg oder Niederlage der ein oder anderen Seite abzielen.
Faschisten in einer EU gestützten Regierung sind eine unerträgliche Zumutung für jeden Demokraten. Es darf dabei keinen Kompromiss geben. Für Russen bedeuten diese Gestalten und ihre Politik gar eine Kriegserklärung.
Für uns sind militärische Aggressionen wie auf der Krim nicht akzeptabel. Sie bedeuten für uns eine Kriegserklärung.
Kluge Aussenpolitik hat nun wie kluges Business Verhandlungen zu führen, die beiden Seiten Vorteile bringt und ihre Interessen berücksichtigt.
Sie darf nicht auf Sieg oder Niederlage einer Seite abzielen. Dass schafft nur innerhalb der Ukraine und innerhalb Europas Krisenherde und Pulverfässer.
Putins Kurs ist nicht der Kurs eines gegen das Volk operierenden Diktators.
Er wird vom russischen Volk getragen als Schutz elementarster Interessen.
Und wird auch von Gorbatschow getragen.
Im Westen müssen wir unsere Grenzen gegenüber RUS klar machen, mit aller Härte,
aber auch aufhören, Putin und RUS als Feind aufzubauen und mit kruden Vergleichen weiter zu dämonisieren.
Mit jeder zusätzlichen Konfrontation zerstören wir Bindungen unserer Länder, erhöhen die Gefahr neuer Konflikte und gefährden den Frieden.
Nur wenn beide Seiten das Gefühl haben, ihre Interessen werden gesehen und berücksichtigt, werden wir wieder Sicherheit in Europa bekommen.
Und diese Grundsätze haben beide Seiten verletzt. Beide müssen sich ändern.