Seite 2 von 9
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 27 Mai 2014, 19:28
von kamensky
Alex KA hat geschrieben:Ich will sagen dass in Russland lohnt es sich nicht klug zu sein, man muss dumm sein und unterwürfig um Zar zu helfen die Gasverrate zu bewachen.. Und kluge werden in der kalte wüste geschickt um dort zu leben.. Dort müssen kluge beweisen dass es sich lohnt klug zu sein.. Also kommen sie zu uns nach Russland und beweisen sie es...
Auf der rechten Seite von diesem Kommentarfeld ist der Wohnort ersichtlich.
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 27 Mai 2014, 20:14
von klaupe
kamensky hat geschrieben:Auf der rechten Seite von diesem Kommentarfeld ist der Wohnort ersichtlich.
Ein Feld für den IQ wäre sinnvoller!
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 27 Mai 2014, 20:32
von Gunnar
Es ist richtig, dass die Demokratie im Westen sich noch nicht unter Bangladeshs Bedingungen bewähren musste. Allerdings kann man auch sagen, dass Westdeutschland aus dem zweiten Weltkrieg heraus kam und alles am Boden war und es immerhin zum sogenannten Wirtschaftswunder brachte. Und das geschah nicht etwa auf Kosten von irgendwem sondern durch ganz erhebliche Bemühungen der Bevölkerung die wusste, dass es sich für sie aufgrund der politischen Verhältnisse auch auszahlen werde.
Ich denke, es ist daher nicht ganz richtig, von einem weltwirtschaftlichen Nullsummenspiel auszugehen, nach dem Motto, des einen Plus ist des anderen Minus. Solange nicht durch Kriege Vermögenswerte vernichtet werde kann der Wohlstand allgemein vergrößert werden.
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 27 Mai 2014, 20:53
von klaupe
Gunnar hat geschrieben:Es ist richtig, dass die Demokratie im Westen sich noch nicht unter Bangladeshs Bedingungen bewähren musste. Allerdings kann man auch sagen, dass Westdeutschland aus dem zweiten Weltkrieg heraus kam und alles am Boden war und es immerhin zum sogenannten Wirtschaftswunder brachte. Und das geschah nicht etwa auf Kosten von irgendwem sondern durch ganz erhebliche Bemühungen der Bevölkerung die wusste, dass es sich für sie aufgrund der politischen Verhältnisse auch auszahlen werde.
Man sollte dabei auch ehrlich zugeben, dass es massiven "Nachhilfeunterricht" in amerikanischer Demokratie gab, die mit ebenso massiven Wirtschaftshilfen (US-Marshall-Plan) versüßt wurde.
Auch die "anderen" Deutschen (SBZ) hatte sich genau so bemüht, wurde aber nach einem anderen Vorbild geprägt und eher in eine Rolle Bangladesh geschoben. Lustigerweise nannte man es doppelt-gemoppelt
Volksdemokratie.
Liebe geht durch den Magen -- wen wundert es da, dass das US-Demokratie-Modell hier immer noch beliebter ist als östliche Varianten.
Bisher konnte auch das nach-CCCP-Russland nicht für sein Demokratie-Modell hier allzu viele Freunde finden.
"
No one pretends that democracy is perfect or all-wise. Indeed, it has been said that democracy is the worst form of government except all those other forms that have been tried from time to time." -
Churchill: Rede vor dem Unterhaus am 11. November 1947 Sitzungsprotokoll Absatz 207
Bisher (Stand 2014) ist das "that have been tried from time to time" auch noch nicht überholt worden.
Nach besseren Modellen wird immer noch krampfhaft gesucht.
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 28 Mai 2014, 01:54
von Berlino10
Gunnar hat geschrieben: Solange nicht durch Kriege Vermögenswerte vernichtet werde kann der Wohlstand allgemein vergrößert werden.

Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 28 Mai 2014, 10:15
von Kultgrieche
Gunnar hat geschrieben:Hier ist ein interessanter Artikel von VIKTOR JEROFEJEW aus der
FAZ
Dieser Viktor Jerofejew ist nicht ganz knusper, wenn man sich mal den Schwachsinn durchliest, den er verzapft:
"Русских надо бить палкой.
Русских надо расстреливать.
Русских надо размазывать по стене.
Иначе они перестанут быть русскими. " (
http://www.rv.ru/content.php3?id=7905)
Ich schlage vor, er geht mit gutem Beispiel voran und wir fangen mit ihm an.
Daher verzichte ich darauf, jegliche Statements von diesem Irren zur Politik durchzulesen.
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 28 Mai 2014, 11:51
von Axel Henrich
Kultgrieche hat geschrieben:Dieser Viktor Jerofejew ist nicht ganz knusper [...] Daher verzichte ich darauf, jegliche Statements von diesem Irren zur Politik durchzulesen.
Naja da sollte man vlt. nicht alles so(!) lesen wie es da steht.

Auf jeden Fall ne sehr interessante Historie!
Zu den russophoben Anschuldigungen, AFAIR gab es da sogar mal ne Anzeige, hatte er sich ja mal geaeussert:
"Diesen Roman darf man nicht als seine Erklaerung, oder seine Position deuten" ...
Edit, habs gefunden:
http://lenta.ru/news/2009/03/05/erofeev/
'Энциклопедия русской души' - роман, его текст нельзя трактовать как мое заявление или же мою позицию", - заявил писатель.
http://www.ng.ru/politics/2009-03-06/2_dpni.html
Движение против нелегальной иммиграции (ДПНИ) обратилось в прокуратуру с просьбой проверить книгу Виктора Ерофеева «Энциклопедия русской души» на предмет разжигания национальной розни.
Also keine Anzeige, aber die Anfrage auf Abpruefung ...
-ah-
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 28 Mai 2014, 12:01
von klaupe
Kultgrieche hat geschrieben:Daher verzichte ich darauf, jegliche Statements von diesem Irren zur Politik durchzulesen.
Besser man orientiert sich an den höchst glaubwürdigen Beiträgen und Zitaten von "Русский вестник" dem Quell der Weisheit (Motto: " Кто любит Царя и Россию, тот любит Бога")
Auch die Bewegung "Движение против нелегальной иммиграции", die ja diese Weisheiten in "Русский вестник" verbreitete, hat einen ausgezeichneten Ruf und wurde sogar im April 2011 vom Moskauer Stadtgericht durch ein Verbot für das gesamte Territorium Russlands "geadelt".
Ich schlage vor, er geht mit gutem Beispiel voran und wir fangen mit ihm an.
Da fange ich lieber erst mal am richtigen Ende an: bei "Русский вестник" und "ДПНИ".
Eigenartig, das trotz dieser skandalösen Äußerungen kein russisches Gericht bisher den zitierten Empfehlungen der "ДПНИ" folgte und Ви́ктор В. Ерофе́ев eingelocht hat. Das hat nicht mal zur Anklage gereicht. Vermutlich hat der Staatsanwalt die volksverhetzenden Sprüche im anderen Kontext gelesen und nicht für so verwerflich gehalten. So ein Pech, wo doch Viktor Jerofejew sicherlich kein Liebling von Putin ist.
Axel Henrich hat geschrieben:Naja da sollte man vlt. nicht alles so(!) lesen wie es da steht.

Auf jeden Fall ne sehr interessante Historie!
Aber man darf es doch, oder? Es passt doch so fantastisch ins Denkschema!

Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 28 Mai 2014, 14:51
von Dietrich
Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate sind natürlich auch unheimlich hilfreich, wenn man einen solchen Autor richtig einschätzen möchte....
Also ich fand die Denkansätze über die unterschiedlichen Wertvorstellungen in seinem Artikel in der FAZ nun weder lächerlich, noch irgendwie irre. Das ist - wenn es denn stimmt - natürlich auch nur ein Steinchen unter vielen und nicht DER Grund. Ich würde seine Thesen nicht alle unwidersprochen unterschreiben, denn vieles ist auch sehr stereotyp und von daher als "Lösung" nicht zu gebrauchen. Aber manche Dinge enthalten eben schon eine durchaus vorhandene Prise Wahrheit....
Man kann es natürlich auch einfach nur lächerlich finden. Damit kann man sich nämlich die Mühe sparen, sich mit dieser recht ungewöhnlichen Sicht überhaupt auseinanderzusetzen und gerät nicht in Gefahr, widerliche graue Streifen in sein Weltbild reinzulassen.
Re: Kulturelle Unterschiede zwischen dem Westen und Russland
Verfasst: 28 Mai 2014, 15:56
von klaupe
Dietrich hat geschrieben:Aus dem Zusammenhang gerissene Zitate sind natürlich auch unheimlich hilfreich, wenn man einen solchen Autor richtig einschätzen möchte....
Also ich fand die Denkansätze über die unterschiedlichen Wertvorstellungen in seinem Artikel ..... Aber manche Dinge enthalten eben schon eine durchaus vorhandene Prise Wahrheit....Man kann es natürlich auch einfach nur lächerlich finden. Damit kann man sich nämlich die Mühe sparen, sich mit dieser recht ungewöhnlichen Sicht überhaupt auseinanderzusetzen und gerät nicht in Gefahr, widerliche graue Streifen in sein Weltbild reinzulassen.
Gerade politische die Situation der letzten Monate weicht ja drastisch von den üblichen Tagesthemen ab und ist nur schwer mit bisherigen Mustern vergleichbar, die sich eher schwarz/weiß darstellten, in Ansätzen sogar den Hauch einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Ost und West erahnen ließen.
Vom Westen habe ich nichts anderes erwartet, als das er weiterhin versucht, sich nach Osten politisch und wirtschaftlich auszubreiten. damit ist man auch weitgehend offene Türen eingelaufen, denn das kapitalistische Wohlfahrtsmodell schien offensichtlich den Umworbenen besser, als die von Moskau offerierten Perspektiven. Auch die etwas chaotische Demokratie mit ihnen teils undurchschaubaren Variationen und Abhängigkeiten, konnte die Beitrittsländer und Bewerber nicht nachhaltig schockieren. Schließlich versprach man sich sogar von einem transatlantischen Militärbündnis mehr, als von der Fürsorge Moskaus, obwohl das Risiko besteht, in internationale Konflikte verwickelt zu werden.
Wie gesagt, die Situation ist ohnehin schon konfus genug und wurde nun zum Politchaos ausgeweitet. Da versagen die bisher propagierten Rezepte und nun treten "Experten" und Weltverbesserer auf, die laut denkend nach Lösungen suchen.
Immerhin findet man diesseits der Nachrichten-Sperrmauer jede Menge Variationen, die als kompetente Analyse mit der perfekten Lösung angeboten werden.
Ich sehe darin einfach mal Lösungsansätze, über die es nachzudenken gilt. Im ersten Schritt sind natürlich offensichtliche Propagandaaktionen auszusortieren.