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Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 11:15
von klaupe
andersdenker hat geschrieben:Das dürfte richtig sein, denn zu der Zeit waren dort anstatt Moskau Sümpfe und sicher dementsprechend viele Mücken.
Inzwischen ist aus der Mücke ein Elefant geworden :lol:
andersdenker hat geschrieben:Wenn man dann noch die Staatsschuldenquote ansieht, da dürfte die Eurasische Union so ziemlich am Ende sein, also sogar die Schweiz und Norwegen als Öl und Gasland sind da noch deutlich weiter oben angesiegelt, dann ist das ein nicht so schlechter Start.
Der Witz dabei ist, dass die relativ schuldenfreien Staaten (bzw. unterdurchschnittliche Verschuldung) nahezu alle ziemlich mies dastehen.Manchmal kann man mit gepumptem Geld mehr auf die Beine stellen, als mit Spargeld aus dem Sparschweinchen.
Interessant wird es, wer sich im Laufe der nächsten Jahre noch dazugesellt und wie weitere Handelsabkommen mit asiatischen Staaten verhandelt werden.
Da kommen sicherlich noch ein paar dazu. Aserbeidschan hat sich ja schon angemeldet. Aber die Goldgruben sind es nicht gerade.
Durch die vielen Sanktionsandrohungen gegen Russland kann man nur hoffen, dass die Regierung das jetzt als Anlass nimmt um endlich die Modernisierung anzugehen.
Obwohl ja offiziell die Sanktionen eher auf die leichte Schulter genommen werden, kommt jetzt endlich die Besinnung und Schwung in ein konstruktives Umdenken. Besser wäre es sicherlich, wenn Kraft und Einfallsreichtum erst mal in den Ausbau der Produktionsbetriebe gesteckt würden, statt sich weiter auf Rohstoffe zu verlassen. Russland könnte sogar mit den Rohstofferträgen schon eine Menge investieren, ohne sich übermäßig zu verschulden. Stattdessen forciert man die "Produktion" von Oligarchen und perfektioniert die Kleptokratie.
Immerhin hat man dazu passend auch noch 2 ebenbürtige Partner an Land gezogen.
Bei der Gründung der Montanunion, klaupe als studierter Volkswirtschaftler dürfte das bestätigen, gab es auch genug Anfangsschwierigkeiten und es fiel nicht gleich Manna vom Himmel.
Genau deswegen habe ich quasi "ganz unten" angefangen. Immerhin ist nach viel Weh und Ach etwas daraus geworden.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 11:53
von GIN
andersdenker hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben:Mache ich nun einfach einmal einen BIP-Vergleich mit der CH
die Regierung das jetzt als Anlass nimmt um endlich die Modernisierung anzugehen.

Bei der Gründung der Montanunion, klaupe als studierter Volkswirtschaftler dürfte das bestätigen, gab es auch genug Anfangsschwierigkeiten und es fiel nicht gleich Manna vom Himmel.
Modernisierung kommt nicht von der Regierung sondern von sich selber.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 12:12
von andersdenker
klaupe hat geschrieben:Russland könnte sogar mit den Rohstofferträgen schon eine Menge investieren, ohne sich übermäßig zu verschulden. Stattdessen forciert man die "Produktion" von Oligarchen und perfektioniert die Kleptokratie.....
.....Genau deswegen habe ich quasi "ganz unten" angefangen. Immerhin ist nach viel Weh und Ach etwas daraus geworden.
Russlands Hauptproblem bei Investitionen aus Rohstoffen ist die Inflation. Sie kennen sicher die norwegischen Probleme der end80er und 90er Jahre.
Norwegen und Russland lassen sich gerade in diesem Bereich gut vergleichen, wobei Norwegen nicht das russische Problem Jelzin hatte, der die Harward-Boys sich in Russland hat austoben lassen mit einem Wirtschaftsmodell, welches selbst den USA zu neoliberal war.
Aus diesen Trümmern musste dann zum zweiten Mal in einer Dekade alles umgebaut werden. In den 00er Jahren hat man dann auch angefangen sich das norwegische Modell anzuschauen und die Fonds eingerichtet.

Mich würde trotzdem immer noch interessieren, wo Sie Volkswirtschaft studiert haben. Oder ist das ein Geheimnis.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 12:36
von andersdenker
GIN hat geschrieben: Modernisierung kommt nicht von der Regierung sondern von sich selber.
Das ist im Prinzip richtig, aber da Russland mit einer extrem hohen Staatsquote arbeitet, muss da doch erstmal der Staat die Grundlagen und richtigen Lenkungen schaffen.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 13:22
von Dietrich
GIN hat geschrieben:Modernisierung kommt nicht von der Regierung sondern von sich selber.
Aber Modernisierung kann auch nicht "gegen" die Regierung und vor allem nicht gegen die Büro- und Kleptokratie.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 13:50
von klaupe
GIN hat geschrieben:Modernisierung kommt nicht von der Regierung sondern von sich selber.
Wenn ein Staat modernisiert werden muss, dann wird es kaum flächenübergreifend ohne entsprechende Steuerung und administrative Voraussetzungen klappen. Einzelne Unternehmen schaffen es auch nur, wenn sie nicht ausgebremst werden durch Bürokratie und Korruptionskosten. Auch wieder ein Staatsproblem. Selbst potente ausländische Investoren beklagen sich massiv über endlose und unübersichtliche Verwaltungswege und mysteriöse "Schmierstellen".

"Von sich selbst" kann nur klappen, wenn Unternehmen frei entscheiden können. Das Modell ist in Russland nicht vorgesehen.
andersdenker hat geschrieben:Russlands Hauptproblem bei Investitionen aus Rohstoffen ist die Inflation.
Die Inflation ist hausgemacht, ein typisches Problem einer Mangelwirtschaft. Der Rohstoffreichtum könnte aber als Bremse eingesetzt werden, indem die Erträge gegen den Mangel eingesetzt werden. Da muss man einfach die Konsumgüter subventionieren, statt die Gewinne asozial zu verteilen.
Sie kennen sicher die norwegischen Probleme der end80er und 90er Jahre.
Norwegen ist am Anfang der Rohstoffreichtum auch in den Kopf gestiegen, aber sie haben es sauber in den Griff bekommen. Mein Problem als Ausländer: Alles ist da inzwischen verdammt teuer geworden, im Binnenverkehr sind aber Preise und Einkommen ausgeglichen. Man sollte mal genauer hinsehen, wo die Rohstoff-Gewinne landen. Das wäre ein beachtenswertes Beispiel für Russland.
Mich würde trotzdem immer noch interessieren, wo Sie Volkswirtschaft studiert haben. Oder ist das ein Geheimnis.
Ich habe gerade Ihr Geheimnis bei "Mitglieder stellen sich vor" gesucht! :roll:
andersdenker hat geschrieben:Das ist im Prinzip richtig, aber da Russland mit einer extrem hohen Staatsquote arbeitet, muss da doch erstmal der Staat die Grundlagen und richtigen Lenkungen schaffen.
Die Lenkung ist schon perfekt eingerichtet mit Ziel Macht- und Kapitalgewinn und -erhalt und großzügige Verteilung an die gleichgesinnten Freunde.
Das Volk darf freudig zustimmen. Wie man sieht, funktioniert es doch sehr gut, denn man ist größtenteils von Putin begeistert. Da wird er nur noch von Kim Jong-un überboten, aber er holt auf!

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 20:12
von andersdenker
klaupe hat geschrieben:Die Inflation ist hausgemacht, ein typisches Problem einer Mangelwirtschaft. Der Rohstoffreichtum könnte aber als Bremse eingesetzt werden, indem die Erträge gegen den Mangel eingesetzt werden. Da muss man einfach die Konsumgüter subventionieren, statt die Gewinne asozial zu verteilen.
In Norwegen, ein Land ohne Mangelwirtschaft haben gerade die Überschüsse aus dem Rohstoffreichtum der in die Wirtschaft gepumpt wurde zu Inflation und Arbeitslosigkeit geführt.
klaupe hat geschrieben:Norwegen ist am Anfang der Rohstoffreichtum auch in den Kopf gestiegen, aber sie haben es sauber in den Griff bekommen.
Aber auch erst nach einem Wirtschaftskrach
klaupe hat geschrieben:im Binnenverkehr sind aber Preise und Einkommen ausgeglichen.
Stimmt so nicht ganz. Üblicherweise müssen Mann und Frau arbeiten um einen normalen Lebensstandart zu gewährleisten
Lediglich die Schere zwischen hohen und niedrigen Einkommen ist deutlich geringer als im EU-Raum
klaupe hat geschrieben:Man sollte mal genauer hinsehen, wo die Rohstoff-Gewinne landen. Das wäre ein beachtenswertes Beispiel für Russland.
Genau das hat Russland gemacht. Nur nicht so konsequent. In Norwegen kommen fast alle Einnahmen der Rohstoffe in Zukunftsfonds In Russland die Überschüsse über eiem bestimmten Barrelpreis (bei Öl, Gas ähnlich)
klaupe hat geschrieben:Ich habe gerade Ihr Geheimnis bei "Mitglieder stellen sich vor" gesucht! :roll:
Kein Problem, Sie brauchen mich nur zu fragen. Geisteswissenschaften in Hannover u.A. bei Peter Brückner. Nun Sie.
klaupe hat geschrieben:Die Lenkung ist schon perfekt eingerichtet mit Ziel Macht- und Kapitalgewinn und -erhalt und großzügige Verteilung an die gleichgesinnten Freunde.
Das Volk darf freudig zustimmen. Wie man sieht, funktioniert es doch sehr gut, denn man ist größtenteils von Putin begeistert. Da wird er nur noch von Kim Jong-un überboten, aber er holt auf!
Tja, leider hat sich da Russland leider zu viel von den USA abgeschaut (Was "Macht- und Kapitalgewinn und -erhalt und großzügige Verteilung an die gleichgesinnten Freunde" betrifft.) Aber immerhin hat Russland seine Schulden abbezahlt, vielen Ländern, auch gerade in Afrika Milliarden erlassen, aus politischen Gründen ehemalige Republiken subventioniert und mit die höchsten Währungsreserven weltweit incl. der Ölfonds.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 21:05
von klaupe
Na, dann ist ja die Eurasische Union bestens aufgestellt.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 31 Mai 2014, 23:19
von andersdenker
klaupe hat geschrieben:Na, dann ist ja die Eurasische Union bestens aufgestellt.
War das jetzt einfach nur mal so dahingeschrieben oder sollte sich das auf irgendwas beziehen?

Und, wo haben Sie nun Volkswirtschaft studiert? In Ihrer Vorstellung habe ich jedenfalls nichts gefunden.

Re: Jetzt geht es der EU an den Kragen

Verfasst: 01 Jun 2014, 00:17
von klaupe
andersdenker hat geschrieben:
klaupe hat geschrieben:Na, dann ist ja die Eurasische Union bestens aufgestellt.
War das jetzt einfach nur mal so dahingeschrieben oder sollte sich das auf irgendwas beziehen?
Mit Sicherheit nicht auf Norwegen, denn die sind weder in der EU noch in der ЕврАзЭС bzw. EAWU.

Das wäre ein interessantes Thema für ein Norwegen-Forum, hier ist Russland.