Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

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Gunnar
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Gunnar »

auf der D-Day Feier hat Putin Merkel zugesagt, die Russische Ukrainische Grenze besser zu kontrollieren. Damit hat er ja schon die Hälfte dessen eingeräumt, was eh alle vermuten, nämlich dass über die russische Grenze Unterstützung in welcher Form auch immer sickert. Er wird das - wie es auch bei der Krim war- eines Tages vollumfänglich als geschickt geführte Spezialoperation einräumen und dafür ein paar Orden verleihen.

Dass der britische Journalist berichtet, dass er nichts gesehen hat, mag stimmen, belegt aber für den Konflikt schlichtweg nix. Es steht ja fest, das inzwischen mehrere Hubschrauber und mindestens ein Flugzeug mit gelenkten Boden-Luft-Rakten von den Rebellen abgeschossen wurden und dass sie über solche Waffen verfügen. Solche Waffensysteme muss man irgrendwoher beschaffen und sie bedienen können.

Leider ist diese Fernsehtalkrunde insgesamt sehr unbeholfen. Jeder darf labern, ohne dass mit journalistischem Geschick mal nachgehakt und provoziert wird.
Berlino10
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Berlino10 »

Propaganda macht oder stellt sich blind und taub, mehr kann man zu Gunnars Einschätzung nicht sagen.
Die ist fast so peinlich, wie die Reaktionen der Gangster im Studio ..

Natürlich beweist die Donbass Reise des erfahrenen Kriegs-Reporters nicht die Abwesenheit Russischer Interventionen,
sie beweist aber aus neutraler bis russlandkritischer Quelle das Vorhandenseins eines auf breiten Volkswillen beruhenden Widerstandes -
einfache Kämpfer aus dem Volk und keine militärischen Söldner RUS - "einfache Menschen", die zu Waffen greifen,
und er bezeugt u.a. Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung durch Kiew
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Zejtnot
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Zejtnot »

Berlino, "Propaganda macht oder stellt sich blind und taub", stimmt - aber auf beiden Seiten!

Lies mal Dein eigenes Posting ... ist der letzte Satz dann nicht ebenso taube Propaganda? CTRL+F im ersten Link ... das Wort "Bombe" wurde zum Glück nicht gefunden.

Ja, da steht etwas von schwerer Artillerie auf die Einwohner - und diesen Fakt will ich auch nicht abstreiten. Und ich halte es für eine Schande, dass so etwas geschieht. Aber es geschieht unter anderem, weil plumpe Propaganda auf beiden Seiten Menschen zu solchen Taten aufgeilt! Insofern will ich es persönlich nicht akzeptieren, wenn sich Leute für solchen Mist einfangen lassen, und Du hast Dich fangen lassen! Und das ist gefährlich! Ich bin kein Militärspezialist, aber es ist zum Glück in meinen Augen weiterhin kein Bombenkrieg. Warum reitest Du dann immer und immer wieder auf diesem Wort herum? Damit wir auch noch in den Krieg ziehen?

Sehr löblich war hier ein Artikel im lokalen Newsportal, über die 40 Ukraine-Flüchtlinge in Novosibirsk: Kritisch, richtiger Weise auch patriotisch, aber nicht blind. http://news.ngs.ru/more/1836651. (Eine geflohene Frau berichtet beispielsweise, dass selbst vor Ort nicht klar ist, ob geschossen wird oder der Abi-Ball mit Feuerwerk abgeschlossen wurde.)
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Berlino10 »

Zejtnot hat geschrieben: ... ist der letzte Satz dann nicht ebenso taube Propaganda? CTRL+F im ersten Link ... das Wort "Bombe" wurde zum Glück nicht gefunden.
wiki sagt "großkalibrige Geschütze und Geschütztypen sowie Raketen" ... das sind für mich Bombenangriffe oder gleichwertig

Und ob die Propaganda auf beiden Seiten den Krieg anheizt.
5) Wir fordern ein Ende nationalistischer Propaganda in ukrainischen und russischen Medien, die mit der Sprache des Hasses einer der Hauptinitiatoren des Krieges sind.
Ich vertrete so ziemlich denselben Standpunkt, wie sie einige Linke aus der UKR, BEL und RUS gemeinsam in Minsk verabschiedeten:
https://www.freitag.de/autoren/berlino1 ... egen-krieg
Die Nationalliberale Elite der Ukraine versucht durch den Krieg, die Energie des Maidan-Protestes in eine für die Oligarchen sichere Richtung von Nationalismus und Militarismus umzuleiten. Je länger die Militäroperation im Südosten des Landes dauert, desto stärker wird die Gefahr von Rechtsextremismus und autoritärer Tendenzen des politischen Regimes in der Ukraine.

Auf der Krim, durch die Unterstützung der radikalen separatistischen Bewegung in Süd-Ost, durch die Illusion für die Bevölkerung von Donezk und Lugansk, ihre Probleme mittels eines "Krim-Szenarios" lösen zu können, verfolgt das Putin-Regime eigene Ziele, die nichts mit dem Schutz der russisch-sprechenden Bevölkerung zu tun haben: den ukrainischen Staat in der russischen Einflusssphäre oder Partition zu halten, den Schutz der Interessen der russischen und Russland bezogenen oligarchischen Gruppen, ideologischen Einfluss auf die eigene Bevölkerung auszuüben, und das eigene Volk von sozialen, wirtschaftlichen und politischen Problemen abzulenken, vor dem Hintergrund, der sich verschärfenden Krise.

Die Russische sozialistische Bewegung hat keine Illusionen über die Natur des pro-russischen Regimes in Donezk und Lugansk, deren Führer wir für Nationalistische Reaktionäre halten.
Russischer und ukrainischer Nationalismus sind für uns gleichermaßen inakzeptabel.
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Zejtnot »

Berlino, halt! Du schreibst:
Berlino10 hat geschrieben:Natürlich beweist die Donbass Reise des erfahrenen Kriegs-Reporters nicht [...]

und er bezeugt u.a. Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung durch Kiew
Du beziehst dies eindeutig auf diesen Reporter, er würde Bombenangriffe bezeugen. Und dies ist nicht der Fall! An keiner Stelle redet er von Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung.
Berlino10 hat geschrieben:wiki sagt "großkalibrige Geschütze und Geschütztypen sowie Raketen" ... das sind für mich Bombenangriffe oder gleichwertig
Welche Quelle in der Wikipedia meinst Du? Unter http://de.wikipedia.org/wiki/Krise_in_der_Ukraine_2014 finde ich eine einzige Nennung des Wortes "Artillerie": "Ebenfalls am 15. April wurde Artillerie in den Osten des Landes verlegt."

Nochmals: Ich bin auch absolut gegen eine Verharmlosung dieser Militäreinsätze und finde es grausam, was sich die Ukrainer (wozu ich auch russischsprachige Bewohner des Donbas zähle) da selbst zumuten. Aber ich finde es äußerst gefährlich, dass Du mit Deiner Tonwahl so eskalierst!
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Gunnar »

Berlino10 hat geschrieben: Natürlich beweist die Donbass Reise des erfahrenen Kriegs-Reporters nicht die Abwesenheit Russischer Interventionen,
sie beweist aber aus neutraler bis russlandkritischer Quelle das Vorhandenseins eines auf breiten Volkswillen beruhenden Widerstandes -
einfache Kämpfer aus dem Volk und keine militärischen Söldner RUS - "einfache Menschen", die zu Waffen greifen,
und er bezeugt u.a. Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung durch Kiew
von einem breiten Widerstand berichtet der Reporter ebenfalls nicht. Er formuliert etwas klausuliert, dass er eine Gefahr der Radikalisierung der bisher überwiegend friedlichen und gerade nicht an kriegrischen Auseinandersetzungen interessierten Bevölkerung sieht. Also Berlino, bitte erst vor der eigenen Türe kehren, was Blindheit bezüglich des Textverständnisses anbelangt.

Dieser Aspekt der Möglichkeit einer Radikalisierung aufgrund von furchtbaren Erlebnissen ist natürlich absolut richtig, eine Binsenweisheit sozusagen. Die Frage ist ja nur, welche Konsequenz daraus gezogen werden soll. Mit anderen Worten: Was geschieht, wenn Kiev jegliche Kampfhandlung einstellt und das Militär komplett zurückzieht. Ich denke, dann entsteht ein Machtvakuum und die Anarchie bricht in den fraglichen Gebieten erst so richtig aus. Diese selbsternannten Befreier haben ja ebensowenig wie der rechte Sektor in Kiev einen sinnvollen politischen Ansatz zur Hand. Ich kann jedenfalls keinen erkennen, der mal 3 bis 4 sinnstiftende Sätze formuliert. Manchmal denkt man, es sind vorallem frustierte Männer, die mal richtig Abenteuer spielen, zum großen Leidwesen der Zivilbevölkerung.

Und wenn der Reporter (wohl zu Recht) darauf hinweist, viele in der Bevölkerung stellten sich vor, in Kiev herrsche der Faschismus, dann ist es ja wohl inzwischen Konsens, wo diese als glatte Lüge enttarnte Propagandaschleife herkommt ...
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Zejtnot »

Gunnar hat geschrieben:Und wenn der Reporter (wohl zu Recht) darauf hinweist, viele in der Bevölkerung stellten sich vor, in Kiev herrsche der Faschismus, dann ist es ja wohl inzwischen Konsens, wo diese als glatte Lüge enttarnte Propagandaschleife herkommt ...
Nun, das schießt nun wieder ins andere Extrem. Sicher kann man nicht sagen, dass Kiew komplett von Nazis durchtränkt wäre, aber die Verfehlungen dieser Truppe in Kiew als Propagandaschleife der russischen Medien zu bezeichnen, ist nun auch wieder zu einfach.
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Berlino10 »

Zejtnot hat geschrieben: Du beziehst dies eindeutig auf diesen Reporter, er würde Bombenangriffe bezeugen. Und dies ist nicht der Fall! An keiner Stelle redet er von Bombenangriffe auf die Zivilbevölkerung.
Und was ist das, wenn er bezeugt:
... ich war dort und das ist die Tatsache. Die Einwohner werden von schwerer Artillerie beschossen.
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Berlino10 »

Gunnar hat geschrieben:
Berlino10 hat geschrieben: .....das Vorhandenseins eines auf breiten Volkswillen beruhenden Widerstandes -
einfache Kämpfer aus dem Volk und keine militärischen Söldner RUS -
von einem breiten Widerstand berichtet der Reporter ebenfalls nicht. Er formuliert etwas klausuliert, dass er eine Gefahr der Radikalisierung der bisher überwiegend friedlichen und gerade nicht an kriegrischen Auseinandersetzungen interessierten Bevölkerung sieht. Also Berlino, bitte erst vor der eigenen Türe kehren, was Blindheit bezüglich des Textverständnisses anbelangt. ...
Natürlich spricht er von breiter Unterstützung des Widerstandes gegen Kiew, nicht zuletzt auch durch die Angriffe.
Und er erteilt der westlichen Propaganda von hauptsächlich ausländischen Terroristen ganz eindeutig eine Abfuhr.
Jetzt können sie die Kämpfer von Donbas nennen wie sie wollen, das ist nebensächlich. Ich möchte nur nach meiner Erfahrung als Kriegsjournalist sagen, Terrorismus kann nicht lange existieren, ohne die Unterstützung der Einwohner, der Zivilbevölkerung.

Man sagt, es sind Terroristen, und dass sie Waffen und Finanzierung von Russland erhalten. Aber das ist nicht wahr. Zumindest im Moment nicht. Es sind überwiegend ganz gewöhnliche Menschen ohne jegliche Militärerfahrung.

Ich möchte hinzufügen, wirklich erschreckend ist die Tatsache, dass dort ganz einfache Menschen zu den Waffen gegriffen haben. Ich weiss nicht welche Informationen sie haben, aber ich habe ganz gewöhnliche Menschen gesehen. Das waren keine Militärs. Der Zeitpunkt ist gekommen und sie haben die Initiative ergriffen. Da waren Bergarbeiter und normale Leute.
Die Faschistische Bedrohung durch ebensolche Regierungsmitglieder, General-Staatsanwalt, Kommandeure, und mordende Nationalgarden immer noch zu leugnen,
ist eine unfassbare Verharmlosung - in Kiew bestimmen die Faschisten nicht alles, aber sie bestimmen mit und wichtige Bereiche in Justiz, Milizen, ... stehen unter ihrer Kontrolle
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Re: Britischer Reporter im Ukrainischen TV über Donbass

Beitrag von Gunnar »

Zejtnot hat geschrieben: Nun, das schießt nun wieder ins andere Extrem. Sicher kann man nicht sagen, dass Kiew komplett von Nazis durchtränkt wäre, aber die Verfehlungen dieser Truppe in Kiew als Propagandaschleife der russischen Medien zu bezeichnen, ist nun auch wieder zu einfach.
Ich finde nicht, dass das eine Übertreibung wäre. Russland hat VOR der Präsidentschaftswahl allein auf diesen Aspekt sein ganzes Verhalten gestützt. Zugleich hat Russland ersichtlich kein Interesse an der Durchführung der Wahl gezeigt, weil die Wahl dann nämlich für jeden hat erkennbar werden lassen, dass die Ukraine kein Naziproblem hat, jedenfalls kein größeres als jedes andere Land einschließlich Russland selbst. Dementsprechend hat man ja aus Russland dann auch nie wieder diese Argument gehört. Leider hat sich das Hirngespinnst aber in den Köpfen der einfachen Leute bereits festgesetzt. Für mich ein typischer Fall des bewussten Spielens mit dem Feuer von russischer Seite. Sie sind wenigstens die geistigen Anstifter der jetzigen Situation.
berlino hat geschrieben:Die Faschistische Bedrohung durch ebensolche Regierungsmitglieder, General-Staatsanwalt, Kommandeure, und mordende Nationalgarden immer noch zu leugnen,
ist eine unfassbare Verharmlosung - in Kiew bestimmen die Faschisten nicht alles, aber sie bestimmen mit und wichtige Bereiche in Justiz, Milizen, ... stehen unter ihrer Kontrolle
Das ist aber jetzt nicht im Ernst die Rechtfertigung dafür, Flugzeuge und Hubschrauber abzuschiessen? Dann werden das die Franzosen wohl auch bald, da die inzwischen ein viel größeres Fascho-Problem haben als die Ukrainer
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