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DAVE
Verfasst: 19 Jan 2005, 15:43
von Anonymous
Zählen wir die BIP's aller europäischen Länder zusammen, würde die USA arg ins Hintertreffen geraten. Das Öl in Euro handeln wäre auch nicht so abwägig. Träume sind relativ. Nur Pessimisten bezeichnen Vorläufer als Träumer. Springen aber immer im geeignetsten Moment doch noch auf. Würde der Abbau in Russland sauber, wirtschaftlich und effizient betrieben, läge der Anteil am Welthandel sicher zwischen 10 und 20%! Die Lissabon-Strategie ist sicher eine Option. Betreffend langfristige politische wie auch wirtschaftliche Entwicklungen finde ich die RUS als äusserst dynamisch...
dietrich
Verfasst: 19 Jan 2005, 15:48
von Anonymous
Das "Grosse Russland". Wenn ich das schon nur höre. Wie lange klammern sich die Russen noch an diesem Fossil? In absehbarer Zeit wird an den Grenzen zu den Chinesen und zu den Mullahs noch eine ganze Menge los sein. Sicher kann ich mir in Europa Früchte aus Kaukasien vorstellen. Nur ist die RUS noch zu gross, um alleine damit fertigwerden zu können. Europa als westliche Stütze täte gut daran, die RUS zu unterstützen.
Re: DAVE
Verfasst: 19 Jan 2005, 16:51
von Dave
ebpoc hat geschrieben:Träume sind relativ.
Bez. der Relativität gab's ja schon andere (nicht nur Träumer).
Würde der Abbau in Russland sauber, wirtschaftlich und effizient betrieben, läge der Anteil am Welthandel sicher zwischen 10 und 20%!
Das hat nichts mit dem Abbau zu tun, sondern mit der Einstellung des Kremels in Bezug auf die prozentuale Beteiligung am Aussenhandel. Aussenhandel aktiv und erfolgreich zu betreiben ist viel aufwändiger als die Einnahmen durch hohe Importzölle zu generieren.
Die Lissabon-Strategie ist sicher eine Option.
Die Leitgedanken wurden im Jahre 2000 verfasst und sahen eine Umsetzung bis ins Jahr 2010 vor. Mittlerweile werfen die Verfasser dieser Strategie den beteiligten Staaten (der EU) mangelndes Engagement und Unkompetenz in Fragen der Umsetzung vor.
Ich bin persönlich nicht gegen den Gedanken der EU, verweise aber auf die aktuelle Situation und die prognostizierten nächsten 10 Jahre. Weiter Anmerkungen erübrigen sich folglich.
Betreffend langfristige politische wie auch wirtschaftliche Entwicklungen finde ich die RUS als äusserst dynamisch...
Russland ist zugegeben nicht uninteressant, aber mit der momentanen Besetzung der Regierung, alles andere als eine Vorzeigenation in wirtschaftlichen und aussenpolitischen Angelegenheiten.
Betrachtet man den eingeschlagenen Kurs rein wirtschaftlich, so zeigt dieser, dass der Kremel unter Putin nie im Stande sein wird seine Versprechen zu halten.
Eigentlich schade denn als Person ist er ja nicht unsympathisch, wäre da nicht dieses KGB-geprägte, leider ausgeprägte Geltungsbedürfnis in Fragen der Macht - insbesondere deren Ausübung.
Europa als westliche Stütze täte gut daran, die RUS zu unterstützen.
Ich behaupte, dass die EU nach 2007 Ihren eingeschlagenen Kurs selbst revidieren wird/muss, um nicht an sich selbst zu "ersticken."
Ausserdem unterstützten die Mitglieder der EU Russland schon seit längerer Zeit in Form von ausl. Investitionen und der damit verbundenen Schaffung von Arbeitsplätzen und steuerbarem Einkommen/Gewinnen. (Deutschland ist da Spitzenreiter)
Nicht die Träume bewegen die Welt, sondern die Taten.
Dave
Verfasst: 19 Jan 2005, 16:59
von Dave
Bez. der Währungsfrage;
Der Rubel ist eine sehr stabile und interessante Währung und weitere Bankreformen stehen an, wie z.B. auch die völlige Konvertibilität des Rubels.
...und da sollen die Russen urplötzlich auf den Euro umschiffen? Wohl kaum.
Verfasst: 19 Jan 2005, 18:09
von Dave
@ebpoc
lassen Sie mir einen letzten kritischen Gedanken (in direktem Bezug auf den Gedanken), dann schliesse ich mich
optimistisch Ihrem Wunsch an, wobei ich das ganze so formulieren würde:
"ich wünsche mir ein gesundes und starkes Russland (wirtschaftlich) mit u.a. der Schweiz als einen der Handelspartner (mit oder ohne EU, das wäre mir egal)"
Die Verschuldung des Dollars nimmt gefährliche Züge an
Nicht die Verschuldung des Dollars, sondern die Verschuldung der Amerikaner. Beobachten wir dazu den aktuellen Kursverlauf genannter Währung, dann kanns schon ungemütlich werden...
...aber auch für die Amerikaner, vorausgesetzt die anderen Staaten passen auf.
Ich erwähne dazu folgendes Szenario - mal so zum Nachdenken - (Stand Ende 2003, Quelle:
http://www.stock-channel.net )
"Abwertung des Dollars
Würde der Dollar um 40% abgewertet, wäre das Aussenhandelsdefizit (Amerikas) bei Null und die Schulden könnten rasch abgebaut werden.
Eine entsprechende Währungsreform hätte zur Folge, dass sich die US-Schulden über Nacht um 40% verringern.
Andererseits würde ein EU-Bürger, der €100'000 in Amerika investiert hat über Nacht €40'000 verlieren!
Die meisten Länder halten einen Grossteil ihres Staatsschatzes in US$. Nicht zuletzt deshalb, weil der Dollar die einzige Währung ist, mit der man Erdöl kaufen kann. Ein Staatsschatz ist Sparkapital eines Volkes. Auch viele Pensionskassen haben einen Grossteil ihrer Spargelder in US-Bonds angelegt. Sie alle würden über Nacht 40% Verlust einfahren.
Schlussendlich würde eine derartige Abwertung den Amerikanern nützen und allen anderen Völkern grossen Schaden bringen und eine globale Finanzkrise auszulösen.
Es gehörte also eine gehörige Portion Unverfrohrenheit und Egoismus dazu, die Welt zum eigenen politischen und finanziellen Vorteil, in eine Krise zu stürzen und Milliarden Menschen ihres Sparkapitals zu berauben.......
.....Da Erdöl derzeit exklusiv in Dollar fakturiert wird, geniessen die Amerikaner das Privileg, kostenlos zu Erdöl zu kommen. Schliesslich müssen sie die Dollars nur drucken und sie nicht durch Arbeit erwerben. Würde die Erdöl-Fakturierung auf Euro umgestellt wäre Amerika gezwungen, einen Aussenhandelsüberschuss in Euro zu erzielen, der dann für das schwarze Gold verwendet werden könnte.....
...Um das Vertrauen der Welt in den Dollar nicht zu verspielen und weiterhin Leitwährung der Welt zu bleiben, ist es plausibel, den Dollar parallel zur Abwertung wiederum (wie vor 1971) an Gold zu binden. Dadurch würde zwar der Dollar stabilisiert, gleichzeitig aber würde sich das FED der Möglichkeiten berauben, die es derzeit schamlos und ungehindert ausnutzt. Nämlich, Papiergeld zu drucken und damit Schulden zu bezahlen....."
Geschieht dies aber nicht in Form einer radikalen Währungsreform, sondern wie eben jetzt eher schleichend, wird es den meisten Betroffenen erst auffallen, wenn es schon zu spät ist.
Gerade die Europäische Exportindustrie, welche teilweise durch langfristige Verträge (selbstverständlich in USD) an Amerikanische Importgesellschaften gebunden sind spüren den "Kursfall" drastisch bis existenziell. Dass die Amerikaner davon provitieren und somit Schulden abbauen, versteht sich von selbst.
Russland ist sicher nicht auf schlechtem Kurs, was die Positionierung und die angestrebte Konvertibilität des Rubels auf Ende 2007 (wenn ich mich nicht täusche) angeht.
Verfasst: 20 Jan 2005, 02:16
von Bephep
Dave.
"Abwertung des Dollars
>> Würde der Dollar um 40% abgewertet, wäre das Aussenhandelsdefizit (Amerikas) bei Null und die Schulden könnten rasch abgebaut werden.
Geschieht dies aber nicht in Form einer radikalen Währungsreform, sondern wie eben jetzt eher schleichend, wird es den meisten Betroffenen erst auffallen, wenn es schon zu spät ist.<<
Der Dollar ist abgewertet und zu spaet ist es auch.
Die EZB hat die Zinsen oben gelassen vielleicht in der Hoffnung das viele den "billigen" Dollar kaufen.
Die EU hat interne Schwierigkeiten mit dem Stabilitaetspakt und muss noch die neuen Mitglieder integrieren.Neue Mitglieder zu den jetzigen Bedingungen kann sie nicht mehr aufnehmen.
Russland hat nur durch die hohen Oelpreise eine positive Bilanz.Und um die Bodenschaetze zu erschliesen braucht es viel Kapital und Ausruestung.
Das Politische System ist noch nicht stabil,Investionen aber brauchen langfristige,stabile Aussichten.Wer oder was kommt nach Putin.
Trotz allem,Russland gehoert zu Europa und sollte in die EU.Das aber wird noch lange dauern.
Gedanken...
Verfasst: 20 Jan 2005, 03:34
von werner
Der erste Schritt wäre, in Russland Deutsche Siedlungen zu errichten.
Die Pläne dafür müssten noch im Archiv bei Zarin Katarina liegen.
Schon hätte Deutschland viele Arbeitslose weniger.
Der zweite Schritt.: Erlaubnis der deutschen Seite über doppelte
Staatsbürgerschaft.
Viele Deutsche möchten die Bodenschätze in Russland heben und ein
kleines Häuschen besitzen.
Nur die Politiker müssten mitspielen. Haben sie Grund dazu

?
Werner
@ Dave
Verfasst: 20 Jan 2005, 12:01
von Anonymous
@Dave
Grossen Dank für Deine Recherchen.
Ich ersehe daraus also 2 Notwendigkeiten:
[b]Das Europäische Öl [/b](Russland, Skandinavien) dürfte [b]nur noch in Euro [/b]gehandelt werden. Stets mit der Gefahr, dass mit frischgedrucktem Geld (gleich den Amerikanern) faktisch gratis eingekauft werden kann.
Dann wäre [b]sicher mal der Dollar an das Gold zu binden[/b]. Die Frage: Würde das Gold vermutlich sicher wieder um das Dreifache steigen?
Der Dollar als Leitwährung: [b]Wieso begibt sich der Europäer in diese WIRKLICHE Gefahr?[/b]
Ich finde, solche existenziellen Fragen sollte man nicht stellen müssen.
Balschoi spassiba, ebpoc.
Verfasst: 20 Jan 2005, 12:08
von Anonymous
@werner
Die Deutschen haben heuer nicht mehr den Ruf wie damals bei der Zarin.
Sobald lokale Grössen mitverdienen können, sollte Dein Häuschen kein Problem mehr darstellen.
Mit Bewachung käme Dich das alles sicher teurer als in Sachsen.
Die Russen beginnen ja auch mit dem Häusle bauen im Westen. Zum Beispiel am Genfer-See.
Verfasst: 20 Jan 2005, 12:20
von Anonymous
@Dave
Russland wird sich in einen westlichen Teil und in einen Ostteil (Grenze: Ural) spalten. Falls die Chinesen und die Mullahs die Grenzen streitig machen. Russland hätte kaum die Ressourcen, alles halten zu können. Es müsste sich nach Verlusten zurückziehen, in den europäischen Teil. Womöglich können Dank europäischer Hilfe die Abbaugebiete noch militärisch geschützt werden. Amerika sieht zu und ist froh, dass dieser Gigant RUS geschmälert wird. Amerika stationiert ja heute schon seine GI's im Süden Russlands. Sogenannte Beobachtungsposten. So nah waren die Amis noch nie. Hat alles Sinn und Zweck. Schlussendlich wird Europa und der Rest der RUS auf sich selber gestellt sein. Ich rechne im Zeitraum von 50 Jahren. Frisches Wasser ist für Viele unerreichbar und Öl genausowenig. Gib doch mal fiktiv Deine Gedanken dazu.