Re: Alte deutsche Sprache
Verfasst: 08 Mär 2015, 19:46
Klingt auch nach Jiddisch oder Ostjiddisch.
Russland-Forum des ehemaligen Portals aktuell.ru
https://www.russland-aktuell.net/
Aber klar, denn Jiddisch (eigentlich jiddisch-daitsch, jüdisch-deutsch) als Sprache hat die gleichen Wurzeln, wie Plaut. Sie sind aus dem Mittelhochdeutschen hervorgegangen und bei beiden kam ein Einfluss der osteuropäischen Sprachen dazu.tl1000r hat geschrieben:Klingt auch nach Jiddisch oder Ostjiddisch.
Du kannst an 3 Dingen einfach rausfinden was für sprachliche Wurzeln sie hast.Craviin hat geschrieben:Hallo,
Meine Oma ist in Russland geboren hat aber deutsche Wurzeln und sie spricht immer ein ganz komisches deutsch. Trotz vieler Bemühungen habe ich nichts dazu in Erfahrung bringen können, vielleicht kann mir ja hier einer weiterhelfen,
Mit freundlichen Grüßen
Craviin
Das ist aber eher eine Glaubensfrage.GIN hat geschrieben:Macht Sie das Murmelgebet? Ja oder Nein
Mit dieser Frage kannst du es ausschliessen ob es eine Jüdin ist oder Christin. Denn es gibt genug Juden die wunderbares Jiddisch in der UdSSR gelernt haben das nun auch einmal ein deutscher Dialekt ist und sich oft mit den Dialekten der Deutschen ähnelt . .klaupe hat geschrieben:Das ist aber eher eine Glaubensfrage.GIN hat geschrieben:Macht Sie das Murmelgebet? Ja oder Nein
Evangelisch-Lutherische kamen aus mehreren Regionen Deutschlands (auch A, CH, Elsaß), oft katholisch dominierten Gebieten. Für Baptisten gilt es ähnlich.
Bei anderen Glaubensrichtungen ist das Murmelgebet eher untypisch und mit dem Glaubensverlust ging es ohnehin verloren.
Schon mal gesehen, wie Juden beten? Schon mal das Gemurmel an der Klagemauer gehört?GIN hat geschrieben:Mit dieser Frage kannst du es ausschliessen ob es eine Jüdin ist oder Christin.
Ich kenne eine nennenswerte Anzahl von russlanddeutschen Atheisten, die deutlich vor 1960 geboren sind.Es gibt keine Deutsche aus Russland die vor 1960 geboren ist und diese Gebete nicht kennt... das Christentum erhielt sich die deutsche Sprache auch unter dem roten Terror.
Noch was von der Sorte? Vielleicht Vegetarier, Exhibitionisten oder Legastheniker?Nenne mir bitte einmal andere Glaubensrichtungen bei Russlanddeutschen? Islam = Frieden, Joga?, Genderismus ?
Dass gerade die Katholiken von der Bildfläche verschwunden sind, wundert mich etwas, bildeten sie doch, zumindest im Schwarzmeergebiet, eine recht große Gruppe.GIN hat geschrieben:es gibt keine wirklichen katholischen RUsslanddeutschen Gemeinden. Die sind zwischen 1945-1960 ausgestorben.
Das Murmelgebet kennen heisst nicht unbedingt ein Christ zu sein. Heisst aber das man aus so einer Familie kommt.
Es ging hier um die Omi eines Fragestellers der vielleicht 20 oder so ist. Also wird die Omi ums Jahr 1950 geboren sein. Zwischen 1914 und 1950 passiertenklaupe hat geschrieben:Dass gerade die Katholiken von der Bildfläche verschwunden sind, wundert mich etwas, bildeten sie doch, zumindest im Schwarzmeergebiet, eine recht große Gruppe.GIN hat geschrieben:es gibt keine wirklichen katholischen RUsslanddeutschen Gemeinden. Die sind zwischen 1945-1960 ausgestorben.
Das Murmelgebet kennen heisst nicht unbedingt ein Christ zu sein. Heisst aber das man aus so einer Familie kommt.
1914 waren dort 45 % evangelisch, 35,8 % katholisch und 19,2 % Mennoniten.
Für die Situation in anderen Gebieten fand ich bisher keine Zahlen.
Man sollte aber bedenken, dass die "Amtssprache" der Katholiken Lateinisch war, sie also im Gottesdienst nicht die deutsche Sprache pflegten wie Evangelische und Mennoniten. Dazu kam noch, dass Evangelische/Protestanten/Mennoniten sich auf Gemeindeebene selbst verwalteten, die Katholiken aber einen administrativen Überbau hatten/haben, also größere Diözesen/Bistümer, die zudem noch oft von der polnisch-litauischen Kurie dominiert wurden (auch sprachlich). Die Voraussetzungen für ein Überleben deutscher/deutschsprachiger, katholischer Gruppen waren auch ohne staatliche Eingriffe nicht gerade ideal.
Vor ein paar Jahren war ich mal in und um Saporischschja bzw. auf der Insel Chortyzja für einige Tage und habe nach alten Spuren der Mennoniten-Kolonie gesucht. Es ist erstaunlich, wie viel man da noch entdecken kann, nicht nur in den Museen.
Kaum jemand weiß, das z.B. die Autofabrik Saporoschetz/AvtoZAZ-Daewoo auf einer deutsch-mennonitischen Gründung basiert.