Dietrich hat geschrieben:Eine Frau heißt eben nicht Petrov. Ist einfach (grammatisch) falsch.
Eben, das ist kein Gewohnheitsrecht oder so, das ist einfach eine Folge davon, dass die russischen Familiennamen alte Possessivadjektive sind, die fast überwiegend auch wie Adjektive dekliniert werden. So wie die alten Formen отцов дом, мамин сын bzw. мамина дочка. Deshalb ist es für Russischmuttersprachler keine Frage, warum die männlichen Formen auf -ow (Anton Tschechow) oder -in (Wladimir Lenin) enden, die weiblichen Namen (Vor- und Nachnamen) dagegen auf -a: -owa (Anfisa Tschechowa) oder auf -ina (Larissa Dolina).
Die Namen auf -ых (Черных) sind alte Genitiv Plural Formen (auch Adjektivformen). Logischerweise können diese dann nicht mehr weiter dekliniert werden.
Die ukrainischen Nachnamen auf -a (Taras Bulba) sind dagegen selten. Wie auch männliche Vornamen auf -a (Olexa). Häufiger sind die auf -enko (Petrenko, Poroschenko), die nicht dekliniert werden. Hier gibt es dann auch keine Endungen, die Frauen bezeichnen. Oder weissrussische Nachnamen auf -itsch (Malewitsch), die ebebfalls gleich sind für Mann und Frau. '
Bei den nichtslawischen Familiennamen, die im Russischen natürlich auch verbreitet sind (Viktor Zoj, Nelli Kim, Jurij Lotman, Samuil Marschak, Rusanna Selimjan, Saakaschwili, usw.), wird ebenfalls nicht unterschieden zwischen Mann und Frau.
Sprich die Geschichte Russlands mit ihren multinationalen Einflüssen und der langen Sprachgeschichte haben das Namensrecht selbst im Russischen kompliziert gemacht. Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Form, oder eben keine Unterscheidung, deklinierbar und nicht deklinierbar, deklinierbar nur die männliche Form, die weibliche Form desselben Namens aber nicht. Varianten und Kombinationen gibt es gar viele.
Tja, und das dann im deutschen Namensrecht gebührend berücksichtigen mit völlig anderen sprachlichen Traditionen, das wird dann echt problematisch.