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Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 15:19
von paramecium
Berlino10 hat geschrieben:paramecium hat geschrieben:Es war keine Ablehnung des Referendums/Wahl für den Status quo möglich.
Das stimmt doch nicht ...
Möglichkeit 1: Вы за воссоединение Крыма с Россией на правах субъекта Российской Федерации?
Möglichkeit 2: Вы за восстановление действия Конституции Республики Крым 1992 года и за статус Крыма как части Украины?
Die erste Krim-Verfassung von 1992 war 2014 schon lange nicht mehr in Kraft.
Berlino10 hat geschrieben:paramecium hat geschrieben:Die bewaffneten Milizen standen in den Wahllokalen in der Nähe der transparenten Boxen.
Normal vor den Wahllokalen ... innerhalb wohl nur seltenst .... diese Boxen wurden in FR und der UKR überall eingesetzt
Transparente Boxen sehr gerne, aber nicht, wenn bei der Wahl kein Falten des Zettels vorgesehen ist und unter Umständen bewaffnete Milizen in der Nähe sind. Die meisten Zettel wurden ungefaltet eingeworfen, so dass man sofort erkennen konnte, wo das Kreuz gesetzt wurde. Wenn man den Zettel mehrfach faltete, war wohl klar für was man stimmte.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 15:52
von Alex KA
Dietrich hat geschrieben:
Diese paar eingeladenen Wahlbeobachter.... darauf fallen nur welche rein, die mit Gewalt drauf reinfallen wollen.
Unabhängige Wahlbeobachtung ist etwas ganz anderes.
Es war besser als in Kosovo. Ich seit nur sauer weil Krim nun uns gehört, es ist einziger Begründung.. Außerdem ihr glaubt das wir eure Kolonie sind und dürfen so was nicht tun..
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 16:28
von saransk
Alex KA hat geschrieben:Ich seit nur sauer weil Krim nun uns gehört, es ist einziger Begründung..
Wegen mir kann die Krim zu Nigeria gehören, wenn die Bewohner dies wünschen würden. Es ist bestimmt keiner hier im Forum, der den dortigen Bewohnern etwas böses will. Und sauer ist man wohl eher im Ukraine-Forum.
Der Weg, lieber Alex, der hier beschritten wurde, war mit das ekligste, was seit der Annektierung der Tcheschoslowakei durch Hitler passiert ist. Und nur deswegen gehen die Wogen so hoch. Denn die Sache einmal weitergedacht. China, und auch die chinesischen Städte an der Grenze zu Russland, boomt (noch). Auf der anderen Seite der Grenze sieht es aber düster aus. Wenn diese Bewohner jetzt aus kulturellen oder wirtschaftlichen Gründen beschließen würden, zu China zu gehören, oder die Bewohner von Kamschatka zu Japan, müsste Russland diese Regionen dann ohne militärische Maßnahmen ziehen lassen, so wie es die Ukraine mit der Krim auch zwangsweise zulassen musste.
Wir wissen alle, das dies niemals passieren würde, weil dies am Selbstverständnis und Weltbild der Russen als wichtigste Nation der Welt kratzen würde.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 16:49
von Alex KA
saransk hat geschrieben:
Wegen mir kann die Krim zu Nigeria gehören, wenn die Bewohner dies wünschen würden. Es ist bestimmt keiner hier im Forum, der den dortigen Bewohnern etwas böses will. Und sauer ist man wohl eher im Ukraine-Forum.
Der Weg, lieber Alex, der hier beschritten wurde, war mit das ekligste, was seit der Annektierung der Tcheschoslowakei durch Hitler passiert ist.
Ich sehe es nicht so.. Waren sie überhaupt auf der Krim? Ich war dort ziemlich lange, dort sprechen alle Russisch, und zwar ohne Akzent. Alleine das schon nicht passt zu Hitler und Tschechoslowakei. Außerdem Hitler hatte keine Atomwaffen, und wir haben die..
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 17:25
von m5bere2
Dietrich hat geschrieben:Diese paar eingeladenen Wahlbeobachter.... darauf fallen nur welche rein, die mit Gewalt drauf reinfallen wollen.
Unabhängige Wahlbeobachtung ist etwas ganz anderes.
Das verstehe ich jetzt nicht: es wurden doch offiziell Wahlbeobachter von der OSZE beantragt und die OSZE hat ganz offiziell abgelehnt mit der Begründung, sie ließen sich nur von Kiew einladen.
Ist dir die OSZE nicht unabhängig genug? (Davon abgesehen, dass natürlich kaum jemand unabhängig ist)
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 17:29
von Wladimir30
saransk hat geschrieben:Denn die Sache einmal weitergedacht. ..... weil dies am Selbstverständnis und Weltbild der Russen als wichtigste Nation der Welt kratzen würde.
Ach, da braucht man gar nicht so weit zu gehen.
In den 1990er Jahren wollte sich Tschetschenien aus dem Verbund der RF lösen. Wer die Zeit miterlebt hat, wer sich daran erinnert, weiß, was dort passiert ist, wer als Retter der Einheit der russischen Nation gefeiert wurde/wird und mit welchen Mitteln dies erreicht wurde.
Irgendwie wurde dort anders argumentiert, als bei der Krim.
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 18:46
von Alex KA
Chechenien zu bombardieren war natürlich dumm, ich kenne aber zu Thema zu wenig, ich war in diese Zeit nicht in Russland. Aber es könnte eine von amerikanischen Strategien sein, wie im Krieg zwischen Iran und Irak, Amis haben an beide Seiten Waffen geliefert und sich darüber gefreut wie Araber sich gegenseitig töten.
Genau das gleiche könnte in Russland abgelaufen sein. USA und Vasallen versuchen uns nun zusammen mit Ukraine zu stoßen, oder mit Türkei.. Aber es gelingt nicht.
Deswegen hat Putin wahrscheinlich auch Krim geholfen, als kleiner Pfand - eine Entschädigung. Es spricht Westen an - "Ihr seit dumm"

Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 19:30
von fugen
saransk hat geschrieben:
Wir wissen alle, das dies niemals passieren würde, weil dies am Selbstverständnis und Weltbild der Russen als wichtigste Nation der Welt kratzen würde.
Mal eine blöde Frage
Deutschland würde es wohl zulassen, weil es zu dem Selbstverständnis eines jeden Deutschen gehört, dass sich ein Teil des Landes durch Wahlen "verabschiedet"?
Das ist lächerlich was Ihr Euch an der Krim aufzieht.
Seht es einfach als das was es ist
Jeder Bürger von der Insel Krim, der mir bekannt ist, hat sich dagegen gesträubt als Ukrainer angesprochen zu werden.
und die Bürger haben sich nicht für Russland entschieden sondern gegen die Ukraine, weil man es nicht geschafft hat in 25 Jahren etwas für die Bürger zu tun.
Unterhaltet Eich mit den Bürgern und akzeptiert es einfach
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 19:44
von m5bere2
Alex KA hat geschrieben:Aber es könnte eine von amerikanischen Strategien sein, wie im Krieg zwischen Iran und Irak, Amis haben an beide Seiten Waffen geliefert und sich darüber gefreut wie Araber sich gegenseitig töten.
Bewährte Strategie. Im deutsch-russischen Museum in Berlin-Karlshorst liegen Dokumente aus, die die damalige US-Strategie belegen, im deutsch-sowjetischen Krieg Waffen an die schwächere Seite zu liefern, damit er möglichst lange dauert und sich möglichst viele Nazis und Kommunisten gegenseitig umbringen. Genau deswegen haben im 2. WK die Amerikaner die Sowjetunion mit Lend-Lease-Programmen unterstützt, als die Nazis schon vor Moskau saßen. Wäre die Sowjetunion in der Übermacht gewesen, hätten die also auch problemlos die Nazis unterstützt, um Freiheit und Demokratie bis zum Ural zu bringen!
Re: Äußern der eigenen Meinung wird in Russland gefährlich?
Verfasst: 19 Apr 2016, 20:23
von Alex KA
m5bere2 hat geschrieben:Alex KA hat geschrieben:Aber es könnte eine von amerikanischen Strategien sein, wie im Krieg zwischen Iran und Irak, Amis haben an beide Seiten Waffen geliefert und sich darüber gefreut wie Araber sich gegenseitig töten.
Bewährte Strategie. Im deutsch-russischen Museum in Berlin-Karlshorst liegen Dokumente aus, die die damalige US-Strategie belegen, im deutsch-sowjetischen Krieg Waffen an die schwächere Seite zu liefern, damit er möglichst lange dauert und sich möglichst viele Nazis und Kommunisten gegenseitig umbringen. Genau deswegen haben im 2. WK die Amerikaner die Sowjetunion mit Lend-Lease-Programmen unterstützt, als die Nazis schon vor Moskau saßen. Wäre die Sowjetunion in der Übermacht gewesen, hätten die also auch problemlos die Nazis unterstützt, um Freiheit und Demokratie bis zum Ural zu bringen!
Ich habe etwas vergleichbares gehört, Hitler wurde von USA unterstützt, am Anfang seine Karriere, ihn wurde auch gestattet Industrie zu entwickeln und neue Armee aufzustellen. In diese Zeit Deutschland war doch nach ersten Weltkrieg unter Aufsicht gestellt, und trotzdem Hitler könnte Armee aufstellen.. Wie geht das? Es wurde vermutlich so gewünscht... Er müsste gegen Sowjetunion auftreten, deswegen wurde er gezüchtet..