Zurück zur Qualität der Produkte:
Young Shatterhand2 hat geschrieben:Ich möchte einmal folgenden Artikel als Einwurf für die Diskussion nehmen und hoffe vor allem auf Antworten von Residenten:
Ja, ich würde dies ebenso zum Teil bestätigen, dass die Qualität nachgelassen hat – vor allem bei Milchprodukten (hier stärker bei Käseproduktion).
Auch bei Fleisch-/Wurstprodukten (u.a. «Докторская» und sonstigen Brühwürsten) ist das der Fall.
Glaube aber, es habe weniger was mit allgemeiner Qualität/Herstellungsart zu tun, sondern mit fehlender systematischer Kontrollmechanismen – und beruhe aber eher auf schon lange etablierten (alten) „russischen Tradition“, sprich: zu tricksen, wo es nur geht.
[In der SU hatte man natürlich bessere Kontrollen gehabt, so dass dieser „ГОСТ” auch eingehalten wurde].
So tut man z.B. den Würsten/Fleischprodukten nicht nur Fett beimischen, sondern auch gelegentlich ebenfalls Soja-/haltige (am Rande: wobei ich solche Soja-Gerichte in Deutschland besonders mochte/mir köstlich schmeckten).
Des Weiteren: Selbst bei/in Schlachthöfen oder an anderen Zwischenlagerungsstellen/-Hallen ist es üblich (früher öfter), dass man dem ganzen Rohfleisch («туши мяса») unbedingt eine neue „Frische“, sei es bereits leicht verdorben oder aus sonstigen Gründen verleihen möchte, indem man mit bestimmten Flüssigkeiten (und/oder blutfarbigen „Sirups“) dieses Fleischstück nachspritzen (шприцуют) tut und nicht nur der frischen „Neuaussehen“-Verleihung wegen, sondern ebenso um dadurch mehr Gewicht auf die Waage zu bringen! (Man lässt es nämlich vor dem Transport z.B. in die LM-Ketten in „schönen“ Kühltruhen einfrieren). (Übrigens, bei (Roh-)Fischprodukten gibt’s auch welche „guten Einreibe-Techniken“).
Zurück zur Milchprodukten: Da wir diese fast nur ausschließlich in den sog. „магазины натрулаьных продуктов” Läden (wg. eindeutig besseren Qualität – wurde hier bereits ebenso erwähnt) kaufen – könnte man meinen, dass es einen auch nichts angehe, was in den LM-Läden an Milch aus Massenproduktion so angeboten würde. Wenn wir aber die Milch und sonstiges in „normalen“ Geschäften schon kaufen, so muss dann bei der Milch aber unbedingt die («топленое») sein.
So werde aber außerdem nicht nur bei der Qualität selbst getrickst, sondern auch in puncto Verpackungsmittel bzw. Tetra Pak Packungsdisplays, welche samt bereits abgedrucktem Haltbarkeitsdatum aus der Druck-Presse kommen.
Die werden nämlich (teilweise) schon weit im Voraus bestellt, nur WANN genau welche (z.B. alte) Milch dann auch abgefüllt wird, ist meistens nicht kontrollierbar (oder wenig kontrolliert). So ist es mir bereits einige Male passiert, dass ich „heute“ die Milch in der Hand hatte, welche erst „morgen“ abgefüllt ist/werden sollte. Natürlich werde sowas auch gemacht, um gewisse logistische Zeitspanne „auszumerzen“ -, nur wenn es sich dabei um einen lokalen Herstelle handelt – so kann‘s echt dafür kein Verständnis entgegengebracht werden.
Bei «конфеты» ist es auch nicht viel anders, da sie meist längere Haltbarkeitsdaten haben, so erlaube man sich auch da gewisse (mehr) „Freiheit“ im Datumsaufdruck/Füllung mit Pralinen.
Bei Torten z.B. kommt allerdings ebenso „altbewährte Technik“: nämlich die Klebe-Zetteln mit neuem Datum zu überkleben.
Auch mit Honig-Schummelei ist gar so ein Sonderthema.
Gibt’s zwar auch Techniken wie man den Honig auch Echtheit prüfen kann, jedoch was macht man dann, wenn die Bienen mit bspw. Melasse oder ähnlichen Sirups extra gefüttert werden?!!
Mein Opa hatte ja früher eigene Imkerei gehabt und hat so einiges erzählt – er hatte natürlich sowas nicht gemacht, da die ja nur zur Selbstversorgung (für Familienangehörigen-/Verwandten, Freunde etc.) gedacht -, sein Kollege aber sehr wohl, da für den Verkauf bestimmt war.
Daher kann ich auch den ganzen/vielen Honigverkäufern, selbst im Altai_Region (heute) nicht mehr glauben.
Es gibt aber mittlerweile einige Testlabors in Novosibirsk auch mobiler Art, wo man die Qualität vom Honig kostenlos prüfen lassen kann.