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Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 14:02
von Okonjima
Jenenser hat geschrieben:Deutsche Politiker und die deutschen Leitmedien haben sich verschätzt. Es wird ihnen nicht gelingen, Trump dauerhaft so zu behandeln, wie etwa politisch-missliebige Personen im eigenen Land. Das wird nochmal spannend.
Ich denk auch das wird noch "lustig"! Sollte z.B. Herr Steinmeier auf eine Außenministerin Sarah Palin treffen, kann er
sich schonmal frischmachen. Gingrich kann ich nicht einschätzen, aber der "Hassprediger" wird ihm bestimmt nochmal
aufs Brot geschmiert.
Spannend wird auch, welche Auswirkungen das auf die Wahl in D nächstes Jahr hat!?
Sollte das sogar eine Chance sein Deutschland aus der Nato zu "bugsieren"? (Vorsicht Verschwöhrungstheorie! ;) )

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 14:35
von Dietrich
Auch wenn Trump in der letzten Zeit oft durch auf den ersten Blick putinfreundlichen Aussagen aufgefallen ist, so stehen hinter ihm doch eine ganze Menge republikanische Politiker, die Putin eher negativer gegenüberstehen, als es die zur Zeit regierenden Demokraten sind.
Die Frage wird also sein, wie weit Trump Russland und die Ukraine als "Chefsache" ansieht, oder ob und wie weit er sich da auf seine Berater verlässt und wer diese sind.
Als Führer eines recht großen Business-Imperiums sollte er eigentlich daran gewöhnt sein, dass er nicht alles selbst wissen kann und auch delegieren muss. Sonst wäre er kaum so erfolgreich. Wenn er das als Präsident auch berücksichtigt, dann wird es nicht so schlimm werden, wie es die hyperventilierende Deutsche Presse im Moment darstellt.
Und dann wird er aber auch nicht gegen jede Vernunft gemeinsame Sache mit jemandem machen, der die USA als seinen Hauptgegner sieht.

"Make America great again" steht Putins Interessen nämlich eigentlich definitiv entgegen.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 14:42
von Zejtnot
Dietrich hat geschrieben:"Make America great again" steht Putins Interessen nämlich eigentlich definitiv entgegen.
Naja, wenn man sich darauf einigen könnte, zur bipolaren Weltordnung zurückzukehren, mit zwei Großmächten, wäre das Putin schon ganz recht, glaube ich. Nur wäre es dem Tross von Trump ganz sicher nicht lieb.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 14:59
von saransk
Zejtnot hat geschrieben:
Dietrich hat geschrieben:"Make America great again" steht Putins Interessen nämlich eigentlich definitiv entgegen.
Naja, wenn man sich darauf einigen könnte, zur bipolaren Weltordnung zurückzukehren, mit zwei Großmächten, wäre das Putin schon ganz recht, glaube ich. Nur wäre es dem Tross von Trump ganz sicher nicht lieb.
Und die Chinesen als eigentliche Großmacht Nummer zwei werden dem wohl auch nicht tatenlos zusehen.
Die Frage ist doch auch, wie man eine Großmacht, und damit einen gleichberechtigter Ansprechpartner, denn definieren soll. Und bei Trump könnten da wohl ökonomische Aspekte wichtiger sein, als irgendwelche militärischen Zahlen.

Aber vermutlich muß er jetzt erstmal im eigenen Land die tiefen Gräben auffüllen, die seine Wahl gerissen hat.
Da ist dann Russland erstmal weit entfernt. Und die Probleme der jetzt für die USA sooo unwichtigen Ukraine erst recht.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 15:15
von Kultgrieche
Dietrich hat geschrieben:"Make America great again" steht Putins Interessen nämlich eigentlich definitiv entgegen.
Die Losung sehe ich seitens Trump eher nach innen an die eigene Bevölkerung gerichtet. Dem Durchschnittami ist Syrien oder Ukraine egal, Trump scheinbar ebenso. Und seine Ankündigung nach Truppenverlagerungen heim ins Reich deuten auf einen eher isolationistischen Kurs hin.
Die beiden Alpha-Tiere Putin und Trump werden schon ihre Claims abstecken.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 15:53
von Dietrich
Den Amerikanern reicht ein "great" nach innen genau so wenig wie den Russen.
Ich glaube kaum, ein Trump möchte bei den nächsten Treffen der "leader of the World" nur eine Nebenrolle spielen....

Und 2 Alpha-Tiere nebeneinander geht selten gut. Dafür gibt es zwischen den Claims zu viele Berührungspunkte.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 16:00
von Berlino10
Kultgrieche hat geschrieben:Die Losung sehe ich seitens Trump eher nach innen an die eigene Bevölkerung gerichtet. Dem Durchschnittami ist Syrien oder Ukraine egal, Trump scheinbar ebenso. Und seine Ankündigung nach Truppenverlagerungen heim ins Reich deuten auf einen eher isolationistischen Kurs hin.

Wenn man dem desginiertem Aussenminister Newt Gingrich zuhört, dann ergäbe sich tatsächlich ein neues Bild der US-Aussenpolitik
Um zu bestehen, müssen die USA weltpolitisch gesundschrumpfen, sich im Inneren neu aufstellen und die Ressourcen auf die wichtigen Aufgaben konzentrieren. Dazu braucht man einen taffen Outsider-Präsidenten, der es mit dem System aufnehmen kann. (18:40)

[youtube]br_XVXA1e_c[/youtube]

Vieles hört sich nach neuem Realismus an:
„Estland liegt in den Vororten von Sankt Petersburg. Die Russen werden dort nicht einmarschieren. Allenfalls werden die das machen, was sie in der Ukraine getan haben. Ich bin mir nicht sicher, dass wir einen Atomkrieg wegen irgendwelcher Vororte von Sankt Petersburg riskieren sollten."
http://www.nationalreview.com/corner/43 ... strategery

Trump wird sicher nicht die Interessen seiner Kriegsindustrie vernachlässigen ... aber die könnten sich ja mal im echten Kampf gegen den IS austoben, den Clinton und seine Vorgänger erschaffen hatten - nach seinen eigenen Statements.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 16:01
von Wladimir30
Das ist einerseits sicherlich richtig. Allerdings betrifft das hauptsächlich die Situation, wenn gleiche Interessen (gleiche Gebietsansprüche) vorliegen. Das ist hier ja erstmal nur mittelbar gegeben.

Andererseits verstehen sich zwei Alpha-Tiere sehr gut, weil sie dieselbe Sprache sprechen und sich gewissermaßen blind verstehen und, wohl noch wichtiger, sich auch als solche respektieren.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 19:50
von zimdriver
Jenenser hat geschrieben:Es besteht jetzt mit ihm die Hoffnung, dass die Kriegstreiberei gegen Russland beendet wird. Das schließt eine gemeinsame friedliche Lösung der Ukraine-Frage mit ein, in dessen Folge die gegenseitigen Sanktionen aufgehoben werden.

Deutsche Politiker und die deutschen Leitmedien haben sich verschätzt. Es wird ihnen nicht gelingen, Trump dauerhaft so zu behandeln, wie etwa politisch-missliebige Personen im eigenen Land. Das wird nochmal spannend.
... das glaube und hoffe ich auch.
Schlimmer können die russisch- amerikanischen Beziehungen nicht sein. Frau Clinton wäre nicht besser für die Welt gewesen als die Wahl, die Amerikas Bürger getroffen haben. So ist nun mal Demokratie. Auch Frau Merkel muss das verstehen lernen.
Frau von der Leyens Nato- Mahnungen an Trump sind ja eher als Scherz zu verstehen und haben einen ähnlichen Wert wie eine Lichterkette.
Was die deutschen Politiker und Medien vielleicht langsam verstehen könnten, wäre das Gewicht der Stimme eines enttäuschten und von ihnen entfremdeten Bürgers zu schätzen. Nichts anderes ist in Europa während der letzten Wahlen und eben jetzt in USA vor sich gegangen.

Re: Trump

Verfasst: 11 Nov 2016, 22:27
von Berlino10
https://youtu.be/ZNG-KxSm7js?t=9m26s

3min O-Ton Trump 2016 ab 9:26, aus denen klar wird, woraus sich die Hoffnung speist, dass er besser für den Weltfrieden sein wird als Clinton.
Ausdrücklich lobt er RUS-Kampf gegen den IS in Syrien, kritisiert die US-Unterstützung für islamistische Rebellen und fällt ein vernichtendes Urteil über die US-Interventionen.
"Hätten wir uns nicht in Irak und Syrien eingemischt, und Islamisten bewaffnet und unterstützt, von denen wir kaum was wissen, sondern wären stattdessen an den Strand gegangen und hätten die Sonne genossen - wären wir heute in einer viel besseren Lage. Schau dir Irak an, schau dir Libyen an - die Beseitigung von Gaddafi und Saddam Hussein war offensichtlich ein Fehler. Wenn nun Assad weg wäre - wer soll ihn beerben? Etwas diese Extremisten?"
[youtube]ZNG-KxSm7js[/youtube]