Hallo Tonicek und alle anderen Georgieninteressierten,
da ich in diesem Forum viel Hilfe für meine Touren nach/durch Russland bekommen habe, möchte ich natürlich Georgien betreffend auch hilfreich zur Stelle sein.
Was die Sprache betrifft, sollte man einfach fragen, was das Gegenüber spricht. In allen Altersschichten gibt es deutsch-, engisch- und russischsprachige. In Armenien ist es statt deutsch dann französisch. Da sowohl georgisch, als auch armenisch nicht wirklich verbreitet sind und mit keiner anderen Sprache näher verwandt, sind diese Völker in der Regel Sprachtalente, die teilweise 3 oder 4 Sprachen gut genug sprechen um einen Abend mit Gästen rumzubringen.
Was die Straßen betrifft, wird es sicher langweiliger als erwartet.

Von der Türkei kommend via Batumi, Kutaissi, Gori nach Tbilisi führen überwiegend gut ausgebaute Landstraßen und Autobahnen. Lediglich kurze Stücke sind holprig bzw. sehr kurvig. Manchmal ist die Verkehrsführung etwas eigen, aber steckenbleiben wirst du nicht. Weiter von Tbilisi nach Yerevan sind die Straßen nicht mehr ganz so gut, aber trotzdem befahrbar. Auch von Tbilisi nach Vladikavkaz ist der Zustand der Straße bis zum Wintereinbruch Mitte/Ende Dezember erschreckend langweilig. Klar kurvig, aber der Asphalt wird jedes Jahr geflickt, aktuell sind sie fertig damit, das bleibt bis zum Winter so. Nur im Frühjahr bis April/Mai, wenn der Schnee grad weg ist, sieht die Straße aus wie ein Schweizer Käse.
Die schon erwähnten Erdrutsche gibt es fast jedes Jahr im Herbst ... kann man nix machen, dann ist die Strecke halt dicht. Mal brauchen die Russen länger, mal die Georgier. Da es die einzige offene Landverbindung zwischen Russland und Armenien ist, kannst du davon ausgehen, dass sich alle Beteiligten bemühen, die Straße so schnell wie möglich wieder frei zu machen.
Den Bericht vom Spiegel aus dem Jahr 2013 kannst du von deiner Festplatte löschen, der ist Müll. Erstens ist er schlecht recherchiert, der Krieg war 2008 und alles andere stimmt nicht mehr. Wie gesagt, die Straßen sind asphaltiert, der Tourismus boomt, es gibt überall Gästhäuser, Restaurants und Hotels und um ein Foto von der Kirche ohne andere Touris zu machen, musst du direkt nach dem Sonnenaufgang dort sein, zu der Zeit wird der Mönch aber noch schlafen.
Dieser Oasis Club in Udabno wird von Polen betrieben, die haben genug Platz, da kannst du sicher auch ne Nacht stehen bleiben. Wie Zejtnot schon sagte, bis dahin ist die Straße gut, danach geschottert, aber auch mit deinem Auto machbar. Polnisch ist dem russischem ziemlich nahe, und englisch können die dort auch, alles easy.

Spätestens in Udabno sollte man sich dann mit Wasser eindecken, wenn man einen Ausflug nach David Gareja plant, dort gibt es nämlich nix zu kaufen und im Sommer ist es sehr heiß.
Für Stepantsminda würde ich mal beim Easy Hotel anfragen, die sind in dem Dreieck unten im Zentrum, wo sich die Straße teilt. Da bin ich mit englisch nicht weitergekommen, weil die Wirtin nur deutsch+georgisch sprach. :P Der Wirt ist Deutscher.

Die haben eigentlich Platz auf dem Hof, vielleicht kann man da für ein-zwei Nächte bleiben, wenn man immer schön in deren Restaurant zum Essen geht. Einfach mal fragen, kostet nix.
Camping ist hier tatsächlich eher unüblich, da es überall Gästhäuser gibt und die meisten Touristen mit dem Flugzeug kommen. Nicht desto trotz kannst du dich im Prinzip überall hinstellen. Wenn das Land bewohnt ist, fragst halt vorher kurz nach, ansonsten schaust du dir die Umgebung genau an. Gefährlich sind hier nur die Hunde(Kaukasier) der Schäfer, die sind auf Krawall gebürstet und nehmen ihren Job ernst.
Südossetien ist für Ausländer nicht zugänglich und Abchasien nur zu Fuss von georgischer Seite. Bergkarabach dagegen ist einfach, allerdings ist Azerbaidjan danach tabu.
Wenn du von Türkei kommst und sowieso nach Poti willst, fahr doch weiter bis Mestia, das ist spektakulär.

Auch diese Straße ist recht gut befahrbar, nur wegen Steinschlag muss man ein bisschen aufpassen, dass man sich die Reifen nicht kaputt macht. Und immer schon langsam durch die Tunnel. Als wir letztes Jahr da waren, war die Straße vor und nach dem Tunnel frisch asphaltiert und drinnen (dunkel) waren noch riesige Löcher, wahrscheinlich haben sie die Asphaltmaschine nicht in den Tunnel bekommen.
Was die Grenzkontrollen betrifft, die Türken sind manchmal komisch, die Georgier eher langweilig und die Armenier gucken gar nicht richtig. In Armenien musst du dein Auto deklarieren, die Grenzer glänzen nicht gerade durch Freundlichkeit, aber sie schaffen es, dir klarzumachen wohin du gehen musst und was sie von dir wollen. Bisschen Geld mitnehmen, die verlangen eine Gebühr (Ecotax oder so) für ausländische Fahrzeuge. Ganz wichtig, nach der Grenze eine Versicherung für Armenien kaufen, ohne wird es teuer. Preise bei Verkehrskontrollen sind verhandelbar

Alle armenischen Polizeiautos haben eine Radarkamera auf dem Armaturenbrett, die dich und deine Geschwindigkeit schon erfasst, bevor du das Polizeiauto siehst und bremsen kannst. Bei der Wiedereinreise nach Georgien hatte ich bisher immer den gleichen deutschsprachigen Zöllner, der freut sich auf deutsch zu reden und man fühlt sich gleich wieder Willkommen.
Anbei von mir auch noch ein paar Fotos, wenn noch Fragen offen sind, nur zu.
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