Naja, in Deutschland ist ja bekanntermaßen Bildung Ländersache und das treibt manchmal seltsame Blüten.
Unser 7 Klässler hat im Moment ungefähr 10 Stunden an Aufwand im Gymnasium, einen Teil davon kann er im Nachmittags"unterricht" erledigen. Auf Grund Lehrermangel sind zweimal 2 Stunden davon als Hausaufgabenbetreuung ausgeschrieben.
Viel interessanter ist aber die Zusammensetzung der Noten in einzelnen Fächern, deren Ausgestaltung bei uns dem jeweiligen Lehrer obliegt.
Ermittlung der Gesamtnote am Beispiel Mathematik:
40% Arbeiten
20% Tests
20% Präsentationen (erarbeiten und vermitteln "eigener" Lerninhalte)
20% Hausaufgaben
Wieviele einzelne Aufgaben für die Schüler dabei anfallen wird zunächst mal nicht erläutert. Grundsätzlich können aber in diesem System auch Schüler mit Prüfungsangst noch eine befriedigende Note erhalten.
Ab der 9. Klasse sind aber auch hier quasi alle Kinder noch zusätzlich im Lerntreff/ Nachhilfe usw., weil der benötigte Lernstoff in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr anschaulich genug vermittelt werden kann.
Was ich eigentlich nicht verstehe, da man sowieso ja Verbundfächer hat. Ich hatte noch Erdkunde, Geschichte, Gemeinschaftskunde usw. Heute gibts für 6 "alte" Fächer nur noch GWG und NwT. Und wenn dann ein Lehrer dieser Fächer ausfällt, fehlt den Kids gleich der Stoff von drei Fächern, was zu der Situation ab Klasse 9 führt, da ja dann die ersten Prüfungen kommen^^
Ätzender finde ich, dass einige Eltern ihre Kinder inzwischen aus den Sportvereinen abmelden, damit sie mehr Zeit für die Schule haben. Mir fällt es schon schwer genug unsere Kids vom PC wegzuzerren, Sport war da immer ein willkommenes Argument.
Anderen Lehrern war es dann auch irgendwann zu doof, mich als Strafe für die nicht gemachte Hausaufgaben diese live auf Note vor allen Schülern lösen zu lassen, weil das nicht selten zu einer Straf-1 führte.
Lehrer vorführen ist hier inzwischen echt schwer geworden, da Du im Zweifel eher auf Grund "fehlender Sozialkompetenz" zum Schulpsychologen musst
