Die Ukraine und ihre Selbstauffassung

Das Politische Forum ist nur für "Debattanten" und Gäste sichtbar. Wer mitdiskutieren möchte, der muss sich der Gruppe der Debattanten anschließen. Eine Mitgliedschaft kann per PN an die Administratoren beantragt werden.
Benutzeravatar
ein Mann zum verlieben
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 526
Registriert: 01 Dez 2004, 23:45
Wohnort: Moskva

Beitrag von ein Mann zum verlieben »

Sportsfreund hat geschrieben:Genau eine solche Reaktion habe ich gemeint...

8)
Ich auch.
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Nur wenn ich mir "die Russen" mir manchen Einstellungen anschaue...
ist es nicht besser...
Ich sage nur "Kurillische Inseln im Japanischen Meer"...
"Der Krieg mit Finland im Jahr 1939",
"Sozalistisches Lager nach dem 2. Weltkrieg"
"der 2.Weltkrieg" (anstatt "der Grosse Valerlandskrieg")
dabei flippen viele Russen aus...
Was! Wie! Beleidigung!
Wie viele Russische Bürger kennst du denn? Oder sind alle Aussiedler russische Staatsangehoerige?
Und was findest du an deinen Aussagen richtig? Nenne mir wenigstens ein Grund, warum die Inseln abgegeben werden muessen oder warum man den 2. Weltkrieg nur als Vaterlandskrieg bezeichnen sollte etc.

Ich glaube, deine ukrainische Vergangenheit stoert dich.
gadacz

Beitrag von gadacz »

ein Mann zum verlieben hat geschrieben:
Sportsfreund hat geschrieben: Ich sage nur "Kurillische Inseln im Japanischen Meer"...
Die Japaner haben den Krieg verloren und eine Kapitulation unterzeichnet. D.h. sie haben gar keinen Anspruch auf Inseln.
Das ist ja eine tolle Einstellung! Der Verlierer hat angesichts der drohenden Repressalien alles zu unterzeichnen. Hat er eine Alternative in seiner Situation?
Wird ein "Vertrag" zum Recht, weil der Sieger mehr Druckmittel hat?
Im Völkerrecht findet sich immer eine schlaue Rechtfertigung windiger Advokaten.
Im Zivilrecht sind erzwungene Verträge nichtig!
Eine korrekte moralische Bewertung scheint einigen Betrachtern sogar nach mehr als einem halben Jahrhundert unmöglich zu sein!
Benutzeravatar
ein Mann zum verlieben
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 526
Registriert: 01 Dez 2004, 23:45
Wohnort: Moskva

Beitrag von ein Mann zum verlieben »

gadacz hat geschrieben: Das ist ja eine tolle Einstellung! Der Verlierer hat angesichts der drohenden Repressalien alles zu unterzeichnen. Hat er eine Alternative in seiner Situation?
Aber natürlich. Er hat eine tolle Alternative den Krieg NICHT anzufangen. Wenn er aber dies tut, soll auch damit gerechnet werden, daß ihm am Schluß nix mehr übrig bleibt.
Wird ein "Vertrag" zum Recht, weil der Sieger mehr Druckmittel hat?
Natürlich.
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

gadacz hat geschrieben: Das ist ja eine tolle Einstellung! Der Verlierer hat angesichts der drohenden Repressalien alles zu unterzeichnen. Hat er eine Alternative in seiner Situation?
Wird ein "Vertrag" zum Recht, weil der Sieger mehr Druckmittel hat?
Im Völkerrecht findet sich immer eine schlaue Rechtfertigung windiger Advokaten.
Im Zivilrecht sind erzwungene Verträge nichtig!
Eine korrekte moralische Bewertung scheint einigen Betrachtern sogar nach mehr als einem halben Jahrhundert unmöglich zu sein!
Dann solltest du auf die deutsche Geschichte zurueckblicken. Nach viel mehr als einem halben Jahrhundert haben die Franzosen auch nicht viel an Moral gewonnen. Und wenn du glaubst, dass waehrend eines Krieges die Gesetze oder das Recht eine Rolle spielen, dann bist du zu naiv, finde ich.
Benutzeravatar
Xottabych
Zar/iza
Zar/iza
Beiträge: 1057
Registriert: 07 Nov 2005, 17:41
Wohnort: wechselnd

Beitrag von Xottabych »

Hallo RD,

mit deiner Aussage zu gadaczs’ Kritik bin ich nicht einverstanden. Auch finde ich, Sportsfreund hat sich ziemlich moderat und durchaus nicht falsch zum Thema „Nationalismus in der Ukraine“ geaeussert, zumindest soweit ich es beurteilen kann.

Ich will mir kein Urteil zum Thema „Kurilen“ erlauben, davon habe ich zu wenig Ahnung. Ausserdem ist mit Geschichte schlecht zu argumentieren, wenn es um Details geht, da man sich diese immer so zurechtlegen kann, wie es gerade beliebt. Hier im Forum hat jemand einmal in etwa geschrieben: „Geschichte ist eine Hure in der Hand von Politikern“. Ich finde, das trifft den Nagel auf den Kopf.

Natuerlich gilt schon seit jeher: „Wehe den Besiegten“. Heisst das aber automatisch, dass diese Form der internationalen Politik richtig ist? Oder ist das nur dann falsch, wenn die Amerikaner eine Politik des Rechtes des Staerkeren verfolgen? Oder Israel? Russland aber darf das schon, oder wie ist Dein Kommentar zu gadacz zu interpretieren? Vielleicht moechtest Du das ja bei Gelegenheit klarstellen.
Ich werde nicht bestreiten, dass auch Russland legitime Interessen hat und zurecht verfolgt, wie alle anderen Staaten auch. Aber grundsaetzlich Kritik an der Aussenpolitik Russlands abzulehnen – das ist nicht richtig.

Ich finde, in puncto Nationalismus schenken sich die meisten Staaten der ehem. SSSR nichts. Ueberall die gleiche Verbohrtheit, auch in Russland. Zum Glueck sind diese einfaeltigen Nationalisten in der Minderheit und vor allem in der politischen Kaste zu finden (ich meine damit im Uebrigen nicht Dich, RD!).

Schoenen Gruss
Sportsfreund

Beitrag von Sportsfreund »

RD hat geschrieben:
Nenne mir wenigstens ein Grund, warum die Inseln abgegeben werden muessen

Nach dem 2. Weltkrieg hat Frankreich ein Deutschlands Teil bekommen.
Etwas im Süden, was an Frankreich grenzt.
Ich weiss nicht nach welchen Kriterien es geschah...
Aber irgendwann (10-15 Jahre später) hat die Bundesrepublik
das gute Stück zurück bekommen.
Warum?
Sind die Franzosen blöder als die Russen?
Vielleich ein wenig weitsichtiger?
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

waldmeister hat geschrieben: Hallo RD,
mit deiner Aussage zu gadaczs’ Kritik bin ich nicht einverstanden. Auch finde ich, Sportsfreund hat sich ziemlich moderat und durchaus nicht falsch zum Thema „Nationalismus in der Ukraine“ geaeussert, zumindest soweit ich es beurteilen kann.
Er hat wahrscheinlich ein Paar Namen gennant und nicht mehr. Die aktuellen Ereignisse in der Ukraine kann man nicht mehr als Nationalismus (er hat in den 90 Jahren stattgefunden, РУХ hiess die entsprechende Partei) bezeichnen, sondern als die Erziehung des nationalen Bewusstseins. Dieser Erziehung, sprich neuer Auffasung der Geschichte und der Rolle der Ukraine in geopolitischen und kulturellen Beziehungen, liegt als erstes die Konfrontation mit Russland zugrunde.
Anders gesagt trenne ich an dieser Stelle die gescheiterten Nationalisten der 90 Jahre von der Konfrontationspolitik der Ukraine heute. Wie damals, so auch heute wird das im russischen Fernsehen gezeigt.
waldmeister hat geschrieben: Hier im Forum hat jemand einmal in etwa geschrieben: „Geschichte ist eine Hure in der Hand von Politikern“. Ich finde, das trifft den Nagel auf den Kopf.
Das habe ich gesagt und das trifft auch auf die Ukraine zu. So eine Politik wird natuerlich beiden Seiten nichts Gutes bringen.
Natuerlich gilt schon seit jeher: „Wehe den Besiegten“. Heisst das aber automatisch, dass diese Form der internationalen Politik richtig ist? Oder ist das nur dann falsch, wenn die Amerikaner eine Politik des Rechtes des Staerkeren verfolgen? Oder Israel? Russland aber darf das schon, oder wie ist Dein Kommentar zu gadacz zu interpretieren? Vielleicht moechtest Du das ja bei Gelegenheit klarstellen.
Ich habe natuerlich nichts gegen die Kritik. Diese muss nur substanzenthaltend sein und keine Kinderfragen beinhalten.
Im Bezug auf das internationale Recht darf Russland natuerlich nicht mehr als alle anderen Staaten (ausser USA :D ). Aber im dem Fall mit den Inseln sehe ich von der japanischen Seite keine Anspruchsmoeglichkeiten. Schliesslich haben nicht die Russen diesen Krieg angefangen.
Krym, die genannten Inseln, Kaliningrad, Luettich......(die Liste ist endlos) sind keine Grundlagen fuer den Aufbau von stabilen außenpolitschen Beziehungen. Man soll sich entscheiden, ob die Prioritaeten in der Vergangeheit liegen, oder eine sichere Zukunft von Bedeutung ist.
Anonymous

Beitrag von Anonymous »

Sportsfreund hat geschrieben:
RD hat geschrieben:
Nenne mir wenigstens ein Grund, warum die Inseln abgegeben werden muessen

Nach dem 2. Weltkrieg hat Frankreich ein Deutschlands Teil bekommen.
Etwas im Süden, was an Frankreich grenzt.
Ich weiss nicht nach welchen Kriterien es geschah...
Aber irgendwann (10-15 Jahre später) hat die Bundesrepublik
das gute Stück zurück bekommen.
Warum?
Sind die Franzosen blöder als die Russen?
Vielleich ein wenig weitsichtiger?
Ich sehe hier keinen einzigen Grund. Und zu deinen Ausfuehrungen muss du das hier lesen. Und nur dann kannst du von Weitsichtigkeit der Franzosen sprechen.
Hoffentlich kannst du Russisch lesen.
P.S.
Kannst du deine Geschichte irgendwie praezisieren? Ich habe darueber nichts gefunden. Welche Teile Deutschlands meinst du? Sag nicht, du meinst die Besatzungszone.
Sportsfreund

Beitrag von Sportsfreund »

Saarland ging nach dem 2. Weltkrieg für eine Weile an Frankreich,
dann hat die Bundesrepublik es zurück bekommen.
Antworten

Zurück zu „Politisches Forum“