Stefan hat geschrieben:...
Es ist leider kein Wunder, warum es langsam in unserem System hackt. Die Justiz manövriert schon am Abgrund und wenn das mit den Stellenstreichungen so weiter geht, dann hat sich die Justiz in zehn Jahren an die Wand festgefahren und kommt nicht mehr weg.
Mit etwas Verspätung auch meinerseits:
Was Du über die Zustände in der Justiz berichtest, ist in der Tat haarsträubend, zumal ich den Eindruck habe, dass die Gerichte immer stärker belastet werden.
Aber mit Deiner Ausbildung müsstest Du doch eigentlich auch in anderen Bereichen ganz gute Jobmöglihkeiten haben. Wenn ich es richtig verstanden habe, bist Du auch IT-Fachmann?
Da würde es sich doch anbieten, z.B. eine Weiterbildung für SAP-HR zu machen (bekommst Du sicher von der Arbeitsagentur finanziert) und dann in der Personalabteilung eines mittleren bis größeren Unternehmens die Systeme zu betreuen.
Ich habe das einige Jahre gemacht und während dieser Zeit sowohl viel Spannendes erlebt, als auch ein ganz ansehnliches Salär erziehlt. (SAP ist natürlich nur ein Bsp. für vergleichbare Systeme.)
Allerdings habe ich das als externer Consultant gemacht und bin ständig durch das ganze deutssprachige Europa getingelt, bis ich schließlich keine Flughäfen und Hotels mehr sehen konnte.
Aber ich weiß genau, dass die HR-Admins in den Unternehmen sehr "gepflegt" werden.
Der Grund dafür ist so banal wie überzeugend: Jeder - vom Staplerfahrer bis zum Vorstandsvorsitzenden will pünktlich und korrekt seine Kohle auf dem Konto haben und wenn die SV-Beiträge nicht korrekt abgeführt werden, hat jedes Unternehmen ein riesiges Problem an der Backe.
Außerdem weiß jeder, der Dir in der Firma über den Weg läuft, dass Du weißt, wieviel (oder wie wenig) er verdient, was in seiner Personalakte steht etc. Aber nur ganz ganz wenige wissen Entsprechendes über Dich und die werden sich auch hüten, darüber etwas verlauten zu lassen.
In Abwandlung eines uralten Gewerkschaftsslogans kann ein HR-Admin sagen: "Aller Räder stehen still, wenn mein kleiner Finger es will."
Verantwortung und Privilegien entsprechen also fast denen des Richteramtes.
Natürlich trifft dies alles auch weitgehend für die Buchhaltungs- und Controllingsysteme zu, aber das Steuer- und Bank-/Kapitalmarktrecht finde ich noch nervender, als das Arbeits- und Sozialrecht.
Sehr gefragt sind allerdings auch SAP-Berater, die Russisch können und sich mit dem Land auskennen!
Naja, ich wünsch Dir jedenfalls viel Erfolg. Und wenn der Staat Dich (Dein Know-How) nicht haben will, dann weine ihm keine Träne nach.
Mit der Verbindung aus juristischen und IT-Kenntnissen hast Du sicher ganz gute Karten.
Gruß,
Zeppelin