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Verfasst: 03 Okt 2006, 11:51
von Zejtnot
Stimmt, "arm" war wohl eher bezüglich der Bevölkerung gemeint, die in einen kriegerischen Konflikt reingezogen wird. Und nicht als armes, von Russland unterdrücktes Volk.
Aber ich gebe Manu auch Recht, nicht immer sollte man so blauäugig sein, dass nur Russland der Agressor ist!
Verfasst: 03 Okt 2006, 11:55
von Xottabych
Zejtnot_ hat geschrieben:Stimmt, "arm" war wohl eher bezüglich der Bevölkerung gemeint, die in einen kriegerischen Konflikt reingezogen wird. Und nicht als armes, von Russland unterdrücktes Volk.
Aber ich gebe Manu auch Recht, nicht immer sollte man so blauäugig sein, dass nur Russland der Agressor ist!
Danke, Zejtnot

SO wars gemeint.
Und bzgl. "Feindbild Russland": Das ist ja genau das, was uns der emzv ständig klarmachen will, ohne zu bemerken, dass wir das schon längst kapiert haben...
Verfasst: 03 Okt 2006, 12:43
von manuchka
Waldmeister, hab mich nur auf den letzten Beitrag (von Bephep, glaub ich) bezogen, sonst hätte ich dich zitiert. Aber deine Überschrift hat mich auch bissel inspiriert, das stimmt. Nicht gleich auf den Schlips getreten fühlen, ok?
Verfasst: 03 Okt 2006, 13:22
von Xottabych
Normal'no, Manu

"Armes Volk in Georgien"
Verfasst: 03 Okt 2006, 21:12
von Bephep
Der Krieg der Worte und der Wirtschaft wird schon seit einiger Zeit immer heftiger und ist jetzt weiter eskaliert .
Aber wie beim Gasstreit mit der Ukraine uebertreibt Russland mit seinen Methoden.Meiner Meinung nach sind die Russen nicht grundsaetzlich die "boesen" aber sie spielen voll Ihre wirtschaftliche und militaerische Macht aus.
Georgien bleibt keine Wahl nach dem Wirtschaftsembargo innenpolitisch die Russen zu verteufeln,denn das Embargo wird Georgien grosse wirtschaftliche Schwierigkeiten bereiten.
Es ist wie immer beim Streit David gegen Goliath die Sympatien sind meist fuer den kleineren David und nach dem Gasstreit mit der Ukraine haette Russland das lernen muessen.Es sieht mal wieder nach einer Machtdemonstration aus und diesen Eindruck haette Russland auf jeden Fall vermeiden muessen.
Seit 15 Jahren leben viele Fluechtlinge aus Abchasien in Georgien,diesen Problem haette schon lange geloest werden muessen,ob Russland das nicht kann oder nicht will ist die Frage.
Verfasst: 04 Okt 2006, 00:55
von Stefan
An dieser Stelle möchte ich nur wieder an eines Erinnern:
Das Volk ist doch immer der Dumme. Es muss das aushalten, was die politischen Führer sich so ausdenken.
Es ist doch klar, dass wieder das Volk leiden muss - hierbei ist es egal, ob es die Georgier, Russen, Deutschen, Amerikaner etc. pp sind.
Verfasst: 04 Okt 2006, 10:48
von Kultgrieche
Nö, dem widerspreche ich energisch. Die Regierung in Gerogien ist nämlich vom Volke demokratisch gewählt worden.
Was stimmt: Das Volk in Georgien ist wirklich dumm - denn sie haben Saakaschvilli gewählt. Also müssen sie ihre Wahl "ausbaden". Selber Schuld!
Wenn den Georgiern ihre jetztige Staatsführung nicht passt, sollen sie eben wieder revoluzzen und auf die Straße ziehen wie damals bei Schewadnaze. Da sie es offensichtlich nicht machen, scheinen sie mit der Regierung d'accord zu sein.
Dann sollen sie auch bitteschön ihr Wasser und den Wein in den USA verticken und dort als Gastarbeiter ackern gehen.
Verfasst: 04 Okt 2006, 10:50
von Xottabych
Saaks Politik ist leider auch schwer zu bewerten, da er innenpolitisch einige unbestreitbare Erfolge erzielt hat, insbesondere in der sozialen Sphäre. Auch die Korruption ist wohl spürbar zurückgegangen.
Kultgrieche hat geschrieben:Das Volk in Georgien ist wirklich dumm - denn sie haben Saakaschvilli gewählt.
Ja, mit 96% Zustimmung

Re: "Armes Volk in Georgien"
Verfasst: 04 Okt 2006, 11:09
von manuchka
Das Volk muss ausbaden, damit hat Stefan schon recht, und einen einmal gewählten Präsidenten, der sich mit vielen Soros-DOllars ein dickes machtpolster kaufen kann, wird man auch nicht so einfach wieder los. Ich denke mal, das ist auch ein Hintergedanke oder Ziel der russischen Boykottmaßnahmen, dass das Volk in Georgien aufsteht und sagt: "Es reicht, Saakashwili, du reitest uns ins Verderben mit deinem Stolz und deiner Russland-Phobie".
Bephep hat geschrieben:Es sieht mal wieder nach einer Machtdemonstration aus und diesen Eindruck haette Russland auf jeden Fall vermeiden muessen. .
Ich denke eher, dass Georgien das hätte vermeiden müssen, denn wie man in den Wald reinruft, so schallt es heraus, und das Kräftverhältnis ist nun mal eindeutig. Man sollte sich halt immer vorher überlegen, ob man die möglichen Folgen seines Verhaltens verantworten und verkraften kann. Klar, die Reaktion ist heftig, ich finde auch, zu heftig. Aber warum soll Russland sich denn das immer bieten lassen, wenn einer der ehemaligen Sowjetstaaten frech wird?
Die Ukraine hat sich kostenlos Gas abgezapft, weil sie zwar super-unabhängig sein und mit Russland keinerlei Bündnis mehr haben wollten, aber auch keine Lust hatten, als Folge - wie alle anderen Länder auch - den normalen Preis (ohne Bündnis-Rabatt) für Gas zu zahlen. Sollte Russland da ruhig zugucken?
Bephep hat geschrieben:Seit 15 Jahren leben viele Fluechtlinge aus Abchasien in Georgien,diesen Problem haette schon lange geloest werden muessen,ob Russland das nicht kann oder nicht will ist die Frage.
Warum soll Russland das lösen? Dann wird wieder der Vorwurf laut, Russland sei ein Okkupant und mischt sich in fremde Angelegenheiten ein. Abchasien hat sich von Georgien losgesagt, nicht von Russland. Aber deswegen kann Russland noch lange nicht daherkommen und sagen: "Komm, wir machen jetzt mal ganze Sache und ziehen einfach einen Grenzzaun zwischen Georgien und Abchasien." Das wäre bestimmt einfacher, als jahrelang Friedenstruppen in dieser Region zu stationieren, aber so ein Vorgehen erlaubt sich selbst Russland nicht, obwohl es vielleicht gewisses Interesse daran hat, auch nicht in Pridnestrovje, das sich von Moldawien abgetrennt hat. Wenn Bayern aus der Bundesrepublik rauswill, kann doch auch nicht Österreich kommen und sagen: "Ach, wir lösen das jetzt mal, sind schließlich quasi unsere Landsleute."
Verfasst: 04 Okt 2006, 11:19
von Kultgrieche
Abchasien und Süd-Ossetien soll so gelöst werden wie Montenegro und Kosovo - Volksabstimmung!
Pridnestrovje sollte sich nicht Russland anschließen, dann hat Russland neben Kaliningrad schon seine zweite Enklave.
Georgien macht einen bösen taktischen Fehler: Man spuckt nicht auf die Hand, die einen füttert. Die widerliche Anbiederung an die USA - vom Flughafen Tiflis fährt man ins Stadtzentrum auf der George-W.-Bush-Str. - gekoppelt mit einer Schienbeintreterei gegen Russland ist grottendämlich. Jetzt müssen die Georgier, die in Russland schaffen, ihre Kohle in der Strumpfsocke via Aserbaidschan oder Armenien auf dem Landweg ihrer Sippe in Georgien zukommen lassen, deren Weingut gerade pleite gegangen ist, weil sie ihre Brühe nicht in Russland absetzen können. Saaki, toll gemacht, dein Volk wird dich lieben.