manuchka hat geschrieben:(ich denke da halt speziell an ältere Leute). Ich würde total gern mal einen Nachmittag am Wochenende oder auch einen ganzen Samstag "opfern" für sowas, ...
Du bringst es auf den Punkt Manu.
Ich habe mich bislang noch nicht geäußert, weil ich (für mich) so gut wie keine Möglichkeiten sehe, über das jetzige Maß hinaus zu helfen.
Meine Frau, ihre Familie und ich unterstützen seit Jahren eine alte schwerstbehinderte Frau in Kazan', mit der wir verwandschaftlich rein gar nichts zu tun haben.
Früher war Venera so 2 -3 mal die Woche bei dieser Ljudmila, half im Haushalt, brachte manchmal etwas zu Essen vorbei und war vor allem für Gespräche für sie da.
Als ich selbst mal mit dort war, war ich schockiert, unter welchen Bedingungen die arme Frau dort leben muss und sie hat wirklich niemanden sonst - außer noch einem deutschen Pfarrer, der in Kazan' die evangelische Kirche betreut und auch den Kontakt vermittelt hat. Zwar wusste ich vorher so allgemein durchaus über diese Verhältnisse bescheid, aber es dann im konkreten Einzelfall direkt zu erleben, war dann noch mal eine Potenzierung,
Nun machen wir es so, das Venera jedes mal ein paar nützliche Dinge mitnimmt, wenn sie nach Kazan' fährt (Lebensmittel, Medikamente etc.) und sie dann dort besucht. Ljudmila will sie dann stets gar nicht mehr gehen lassen.
Ich will damit nur sagen, dass ich es zum einen sehr wichtig finde, dass die Hilfe - inbesondere bei älteren Leuten - einen persönlichen Bezug haben sollte und zum anderen auch arge Befürchtungen habe, ob die Hilfsgüter auch wirklich bei den Betroffenen ankommen, wenn man sie nicht persönlich oder durch Vertraute überbringt.
Klar tun mir auch die Kinder in den Waisenhäusern extrem Leid, aber ich habe schon von zu vielen Fällen gehört (von unmittelbaren Zeugen), dass diesen Kindern die Sachen vorenthalten werden, die für sie bestimmt sind. Das Zynischste - mir bekannte - war in dem Falle die Aussage einer Heimleiterin, dass mit etwas Spielzeug oder ein paar Süßigkeiten bei den Kindern nur 'Begehrlichkeiten' geweckt würden...
M.a.W. bei den Kindern dürfte das Problem - wie ja hier schon geschildert worden war - darin bestehen, direkt an sie heranzukommen.
Wenn Ihr also vor Ort etwas machen könnt, versucht es möglichst persönlich. Es müssen auch gar nicht immer die großen Geschenke sein. oft sind auch kleine handwerkliche Dienstleistungen eine große Hilfe oder die Organisation des Transports eines Rollstuhlfahrers gerade wenn der oder die in einem Haus ohne Aufzug wohnt und oder - wie z.B. bei besagter Ljudmila - noch dazu der Rollstuhl nicht mal durch die Wohnungstüre passt.
Naja. Einzelfallhilfe erscheint mir zielführender zu sein, als pauschale Spenden oder so. In diese Richtung habe ich auch Manus Vorschlag verstanden, ggf's am 7.01. eine Aktion zu starten.
Vielleicht wären die von Euch schon genannten Organisationen ja bereit, den direkten Kontakt zu Hilfsbedürftigen zu vermitteln, denen man dann auch individuelle Hilfe zukommen lassen kann.
Grüße,
Zeppelin